Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Krypto > Yen-Absturz

Diese Entwicklung in Japan könnte Bitcoin belasten

| Louis Blümlein

Bitcoinmünzen vor Kurstafel.
Die Kurs-Entwicklung des Bitcoin hängt inzwischen mit im weit verzweigten Finanzmarktgeflecht (Foto: tungtaechit / Shutterstock)

Die USA und Japan haben gemeinsam in den Devisenmarkt eingegriffen, um den Absturz des Yen zu stoppen. Was zunächst nach einem reinen Währungsthema klingt, könnte auch für Bitcoin Folgen haben.

Der japanische Yen stand zuletzt massiv unter Druck und fiel zeitweise auf den niedrigsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit fast 40 Jahren. Um den weiteren Kursverfall zu stoppen, griff Japan gemeinsam mit den USA am Devisenmarkt ein und kaufte in großem Umfang Yen. Nach offiziellen Angaben lag das Volumen der Intervention bei umgerechnet rund 36,6 Milliarden US-Dollar, Schätzungen von Bloomberg gehen sogar von einem noch höheren Betrag aus.

Die gemeinsame Aktion hatte jedoch nicht nur das Ziel, den Yen zu stabilisieren. Japan hält mehr US-Staatsanleihen als jedes andere Land. Müsste Tokio zur Finanzierung weiterer Eingriffe größere Bestände verkaufen, könnten die Renditen amerikanischer Staatsanleihen weiter steigen. Das wollten beide Länder vermeiden. Die Entwicklung zeigt, wie eng Währungs-, Anleihe- und Finanzmärkte inzwischen miteinander verbunden sind.

Yen-Carry-Trade wird wieder zum Risiko

Für Bitcoin spielt vor allem der sogenannte Yen-Carry-Trade eine wichtige Rolle. Dabei leihen sich Investoren in Japan Geld, weil die Zinsen dort deutlich niedriger sind als in vielen anderen Ländern. Dieses Kapital fließt anschließend in höher verzinste oder chancenreichere Anlagen wie Aktien oder Kryptowährungen. Solange der Yen schwach bleibt und die Zinsunterschiede bestehen, funktioniert diese Strategie meist problemlos.

Steigt der Yen jedoch deutlich, verändert sich die Situation. Die aufgenommenen Kredite verteuern sich und viele Investoren beginnen, ihre Positionen abzubauen. Dafür verkaufen sie häufig zuerst risikoreichere Anlagen und tauschen das Geld wieder in Yen zurück, um ihre Kredite zurückzuzahlen. Dadurch kann innerhalb kurzer Zeit viel Liquidität aus den Finanzmärkten verschwinden. 

Dass dieses Risiko nicht nur theoretischer Natur ist, zeigte bereits der August 2024. Damals wertete der Yen innerhalb kurzer Zeit kräftig auf, zahlreiche Carry-Trade-Positionen wurden aufgelöst und der japanische Aktienmarkt geriet deutlich unter Druck. Auch Bitcoin verlor innerhalb weniger Tage rund 15 Prozent. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) nannte den stärkeren Yen und den Abbau gehebelter Positionen später als einen der wichtigsten Auslöser dieser Marktbewegung.

Bitcoin-Kurs: 60.000 US-Dollar bleiben ein mögliches Ziel

Im Bitcoin-Chart bleibt die Lage angespannt. Bitcoin ist unter den Point of Control bei rund 63.900 US-Dollar gefallen. Das ist die Preiszone, in der im betrachteten Zeitraum am meisten gehandelt wurde. Viele Marktteilnehmer haben dort gekauft oder verkauft, weshalb der Bereich häufig als Unterstützung oder Widerstand wirkt.

Solange Bitcoin unter 63.900 US-Dollar bleibt, ist ein Rücksetzer in Richtung 60.000 bis 61.000 US-Dollar weiter möglich. Dort liegt die nächste größere Unterstützungszone, an der wieder mehr Käufer in den Markt kommen könnten.

Auch die Liquidation Heatmap zeigt unterhalb des aktuellen Kurses noch größere Liquiditätsbereiche. Oberhalb liegt zwar eine weitere auffällige Zone bei rund 66.000 US-Dollar, dafür müsste Bitcoin aber zuerst den Point of Control zurückerobern.

Zusammen mit dem Risiko rund um den Yen-Carry-Trade bleibt der Markt damit anfällig. Wertet der Yen weiter auf und werden erneut gehebelte Positionen geschlossen, könnte das zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen. Technisch und makroökonomisch gibt es daher weiter gute Gründe, die Zone um 60.000 US-Dollar nicht aus den Augen zu verlieren.

bevorzugte Quelle 

Börse am Sonntag als bevorzugte Quelle festlegen

Sie möchten Finanz- und Wirtschaftsnachrichten von Börse am Sonntag häufiger bei Google sehen?

Bei Google bevorzugen

Ähnliche Artikel