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Bitcoin nach den US-Midterms: Was die historischen Kursmuster für Anleger bedeuten

Bitcoin und Chart.
Die Demokraten haben nach den US-Midterms deutliche Mehrheiten im Kongress. Der Bitcoin-Kurs weiß noch nicht recht, ob rauf oder runter. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Li Bro.photo)

Die US-Midterms sind vorbei und das Ergebnis fällt deutlich zugunsten der Demokraten aus. Was das für den Bitcoin bedeutet.

Die US-Zwischenwahlen vom 3. November sind entschieden und haben Präsident Donald Trump eine deutliche Niederlage beschert. Die Demokraten konnten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit gewinnen und damit die bisherige Kontrolle der Republikaner über den Kongress beenden.  Dabei gelangen den Demokraten teilweise auch Erfolge in Bundesstaaten, die traditionell eher republikanisch wählen. Damit werden sich die politischen Machtverhältnisse in Washington ab Januar 2027 erheblich verändern. 

Für den Kryptomarkt könnte das durchaus Folgen haben. Unter Trump hatten die Republikaner auf eine vergleichsweise kryptofreundliche Politik gesetzt. Mit den neuen Mehrheiten könnte es für weitere Gesetzesvorhaben allerdings schwieriger werden.

Ein Beispiel ist der sogenannte Clarity Act. Mit dem Gesetz wollen die USA einen einheitlicheren Rechtsrahmen für Kryptowährungen schaffen und unter anderem die Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörden klarer regeln. Nachdem der Entwurf bereits im September im Senat gescheitert war, steht seine Zukunft nun erneut zur Diskussion.

Die Demokraten haben dabei keineswegs eine einheitliche Haltung zu Kryptowährungen. Während einige Politiker strengere Vorschriften fordern, unterstützen andere ebenfalls eine klare gesetzliche Regulierung der Branche. Welche Kompromisse unter den neuen Mehrheiten möglich sind, bleibt deshalb offen.

An den Finanzmärkten sorgte das Wahlergebnis zunächst für Nervosität. Bitcoin fiel in der Wahlnacht zeitweise bis auf rund 75.700 US-Dollar und erreichte damit ein Sechswochentief. Anschließend setzte allerdings eine Erholung ein, bei der der Kurs am Mittwoch wieder über 80.000 US-Dollar kletterte. 

Damit stellt sich nun die Frage, ob nach der Wahl tatsächlich eine längere Erholung folgen könnte. Ein Blick auf die Vergangenheit liefert zumindest einige Hinweise.

Nach den Midterms ging es an der Börse häufig bergauf

Die US-Midterms haben an der Börse einen eher durchwachsenen Ruf. In den Monaten vor der Wahl sorgte die Unsicherheit über die künftigen politischen Mehrheiten in der Vergangenheit häufiger für größere Kursschwankungen.

Nach den Wahlen sah das Bild allerdings oftmals deutlich besser aus. Eine Untersuchung von BlackRock zeigt, dass der S&P 500 in den sechs Monaten nach den Midterms seit 1970 durchschnittlich um 14,1 % zulegte. In vergleichbaren Zeiträumen ohne Zwischenwahlen lag der Anstieg lediglich bei 5,7 %. 

Auch Fidelity kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Seit 1938 verzeichnete der S&P 500 in rund 95 % der Fälle innerhalb der zwölf Monate nach den Midterms Kursgewinne. Im Durchschnitt legte der Index in diesem Zeitraum um etwa 14 % zu. 

Bei den diesjährigen Midterms kommt hinzu, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Kongress verloren haben. Damit könnte es für Trump schwieriger werden, größere Gesetzesvorhaben durchzusetzen. Solche politischen Blockaden werden an der Börse nicht zwangsläufig negativ aufgenommen, weil sie auch weitreichende Veränderungen verhindern können.

Für Bitcoin wäre eine freundlichere Stimmung an den Aktienmärkten zumindest ein möglicher Rückenwind. Schließlich hat sich die Kryptowährung in den vergangenen Jahren häufig ähnlich wie andere risikoreichere Anlagen bewegt.

Was vergangene Wahljahre über die Rallye-Chancen von Bitcoin verraten

Bei Bitcoin ist die historische Datenbasis deutlich kleiner als beim Aktienmarkt. Die Kryptowährung hat bislang nur wenige US-Zwischenwahlen erlebt, weshalb sich aus der Vergangenheit auch kein verlässliches Muster ableiten lässt.

Die beiden letzten Midterm-Jahre 2018 und 2022 verliefen für Bitcoin zunächst sogar ausgesprochen schlecht. Im November 2018 verlor der Kurs rund 36 % an Wert. Vier Jahre später ging es im selben Monat um etwa 16 % nach unten.

Allerdings hatten die damaligen Kurseinbrüche wenig mit den Wahlen selbst zu tun. 2018 steckte Bitcoin bereits seit Monaten in einem Bärenmarkt. Im November 2022 sorgte dagegen der Zusammenbruch der Kryptobörse FTX für einen heftigen Ausverkauf, der den gesamten Markt belastete.

In beiden Fällen folgte in den darauffolgenden Jahren eine kräftige Erholung. Wer nach den damaligen Kurseinbrüchen gekauft und langfristig gehalten hatte, konnte später von deutlichen Kurssteigerungen profitieren. Ein direkter Zusammenhang mit den US-Wahlen lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Inzwischen hat sich am Kryptomarkt aber einiges verändert. Durch die Einführung der Spot-Bitcoin-ETFs und das wachsende Interesse institutioneller Anleger ist Bitcoin mittlerweile wesentlich stärker im klassischen Finanzsystem angekommen. Große Vermögensverwalter und andere institutionelle Investoren haben heute einen deutlich einfacheren Zugang als noch vor einigen Jahren.

Deshalb könnte sich nach den US-Midterms auch am Kryptomarkt ein ähnliches Muster wie bei Aktien zeigen. Sollte sich die Stimmung an den Börsen in den kommenden Monaten verbessern und wieder mehr Risk-on-Sentiment aufkommen, könnte davon auch der Bitcoin-Kurs profitieren.

Die historisch häufig starken Börsenmonate nach den Zwischenwahlen wären dafür zumindest eine gute Ausgangslage. Ob sich dieses Muster auch diesmal wiederholt, werden die kommenden Monate zeigen.

Fazit

Die US-Midterms sind vorbei und mit dem Wahlsieg der Demokraten haben sich die politischen Verhältnisse in Washington verändert. Für den Kryptomarkt könnte das neue Diskussionen über die geplante Regulierung mit sich bringen.

Der Blick auf die Vergangenheit macht allerdings Hoffnung. In den Monaten nach den Zwischenwahlen entwickelten sich die US-Aktienmärkte häufig stark. Davon könnte auch Bitcoin profitieren, wenn sich die Stimmung an den Finanzmärkten verbessert.

Die historische Entwicklung spricht zumindest für die Möglichkeit einer freundlicheren Börsenphase. Eine Garantie für steigende Kurse gibt es allerdings nicht. Auch die weitere Zinsentwicklung, die Liquidität und die allgemeine Marktstimmung werden in den kommenden Monaten eine wichtige Rolle spielen.

Sollte sich das historische Muster tatsächlich wiederholen und das Risk-on-Sentiment an den Börsen zurückkehren, könnte das auch dem Bitcoin-Kurs neuen Rückenwind geben.

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