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Krypto > Käufer halten sich noch zurück

Bitcoin wackelt am Widerstand: Wo Käufer wieder zugreifen könnten

| Louis Blümlein

Bitcoin vor Chart.
Bitcoin kämpft mit charttechnischen Hürden. (Foto: Yalcin Sonat / Shutterstock)

Bitcoin kommt an den letzten Hochs nicht weiter. Etwas tiefer zeigen Orderbuch- und On-Chain-Daten aber, wo wieder mehr Kaufinteresse auftauchen könnte.

Bis knapp an 82.000 US-Dollar ist Bitcoin zuletzt herangelaufen, danach kam Gegenwind rein. Dass dieser Bereich Probleme macht, überrascht nicht, denn schon im Mai war hier Schluss. Damals schaffte es der Kurs ebenfalls nicht, sich oberhalb der Zone festzusetzen und verlor anschließend innerhalb der Korrektur fast 30 Prozent.

So weit muss es diesmal natürlich nicht wieder nach unten gehen. Nach dem Anstieg der vergangenen Wochen sitzt inzwischen aber auch wieder einiges an Gewinn im Markt und rund um 82.000 bis 83.000 US-Dollar wäre es deshalb nicht ungewöhnlich, wenn ein Teil davon erstmal mitgenommen wird.

Für einen neuen Schub nach oben müsste Bitcoin diese Zone sauber hinter sich lassen und sich anschließend auch darüber halten. Solange das nicht gelingt, bleibt der Bereich erstmal ein Deckel und Rücksetzer gehören weiter mit ins Bild.

Analysten trauen dem Ausbruch noch nicht

Eindeutig ist die Lage auch aus Sicht anderer Analysten noch nicht. Nicolai Søndergaard vom Blockchain-Analysehaus Nansen hält es zwar für möglich, dass Bitcoin zuletzt ein wichtiges lokales Tief gefunden hat, für eine bestätigte Trendwende reicht ihm die bisherige Bewegung aber noch nicht.

Ähnlich vorsichtig fallen auch die Daten von CryptoQuant aus. Ein Teil der jüngsten Erholung wurde offenbar durch geschlossene Short-Positionen getragen und nicht nur durch neue Käufe am Spotmarkt. Für einen wirklich stabilen Ausbruch wäre es deshalb hilfreich, wenn dort noch mehr Nachfrage dazukommt.

Diese Zone könnte wieder Käufer anziehen

Kommt Bitcoin tatsächlich nochmal zurück, lohnt sich ein Blick darauf, wo Käufer aktuell überhaupt bereitstehen. Im Orderbuch sieht man rund um 75.000 US-Dollar eine größere Ansammlung an Limit-Kauforders. Natürlich heißt das nicht, dass Bitcoin dort automatisch dreht. Solche Orders können verschoben oder auch komplett gelöscht werden. Trotzdem geben sie einen guten Eindruck davon, auf welchen Kursniveaus wieder mehr Kapital auf einen Einstieg wartet. Die 75.000 US-Dollar wären bei einer Korrektur damit erstmal der erste Bereich, an dem wieder mehr Kaufdruck reinkommen könnte.

Etwas tiefer liegt noch eine zweite Zone, die aus On-Chain-Sicht eine Rolle spielen kann. Der durchschnittliche Einstandspreis der Short-Term Holder befindet sich aktuell bei ungefähr 72.000 US-Dollar. Sollte Bitcoin stärker zurücksetzen, wäre damit auch dort ein Bereich erreicht, an dem wieder Unterstützung entstehen kann.

Gleichzeitig sitzen diese Anleger momentan auf ziemlich hohen Buchgewinnen. Bei den großen Short-Term-Holder-Wallets lagen die unrealisierten Gewinne am 4. September bei rund 9,07 Milliarden US-Dollar und damit so hoch wie noch nie seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2016.

Das passt ziemlich gut zur aktuellen Lage. Solange Bitcoin am Widerstand hängen bleibt, steigt bei Schwäche auch die Chance, dass ein Teil dieser Gewinne gesichert wird. Fällt der Kurs dann tatsächlich weiter zurück, rücken die tieferen Unterstützungsbereiche automatisch stärker in den Blick.

Freitag könnte die Richtung vorgeben

Neben dem Chart kommt am Freitag noch ein Termin dazu, der bei Bitcoin schnell wieder für Bewegung sorgen kann. Dann werden die neuen US-Verbraucherpreise veröffentlicht und nur wenige Tage später, am 16.September, entscheidet die Fed erneut über den Leitzins. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, steigt der Druck auf die US-Notenbank weiter und auch die Erwartungen an den nächsten Zinsschritt könnten sich nochmal verschieben. Schwächere Daten würden dagegen eher für etwas Entspannung sorgen und Bitcoin vielleicht sogar dabei helfen, den aktuellen Widerstand endlich hinter sich zu lassen.

Bis dahin bleibt der Bereich oberhalb des Kurses aber erstmal die Hürde, an der sich die Käufer beweisen müssen. Auch Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst bei IG, sieht die Unsicherheit rund um die Fed derzeit als einen Grund dafür, dass Anleger bei Bitcoin wieder vorsichtiger werden. Damit könnte der Freitag ziemlich gut vorgeben, ob Bitcoin nochmal einen Anlauf nach oben startet oder zunächst weiter Luft aus der bisherigen Rally nimmt.

 

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