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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 37/2026: EZB-Zinsschritt schickt Vonovia auf Talfahrt

| Thomas Behnke | Lesezeit: 8 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 37/2026: Vonovia fällt nach der EZB-Zinserhöhung, Nokia gewinnt vor der EURO-STOXX-50-Aufnahme, Skyworks Solutions und Hewlett Packard Enterprise profitieren von der KI-Nachfrage.

Vonovia rutscht nach der EZB-Zinserhöhung ab, Nokia profitiert vor der EURO-STOXX-50-Aufnahme von der KI-Nachfrage: Tops und Flops KW 37/2026 mit Skyworks, Hewlett Packard Enterprise, Zalando und Cooper.

KI-Infrastruktur treibt drei Aktien nach oben, die Flops haben nichts gemeinsam

Tops und Flops der Börsenwoche KW 37/2026 zeigen bei den Gewinnern denselben Treiber und bei den Verlierern drei völlig unterschiedliche Ursachen. Nokia, Skyworks Solutions und Hewlett Packard Enterprise profitieren allesamt von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Bei Vonovia, Zalando und The Cooper Companies liegen die Gründe für die Kursverluste dagegen weit auseinander.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 37/2026 im Überblick

  • Nokia (NOA3): Aufnahme in den EURO STOXX 50 am 21. September rückt näher, Kurs bestätigte zuletzt den seit dem Korrekturtief Ende Juli laufenden Aufwärtstrend.
  • Skyworks Solutions (SWKS): Aktie zählt zu den größten S&P-500-Gewinnern, CEO Phil Brace signalisiert möglichen Abschluss der Qorvo-Übernahme bereits 2026.
  • Hewlett Packard Enterprise (HPE): Aktie unter den größten S&P-500-Gewinnern, bestätigt nach zwei Analystenkonferenzen den deutlich angehobenen Ausblick für 2027.
  • Vonovia (VNA): Aktie setzt Talfahrt nach EZB-Leitzinserhöhung fort, wirkt mit KCV von 8,5 und Dividendenrendite von fast 7 Prozent günstig bewertet.
  • Zalando (ZAL): Aktie zählt zu den größten DAX-Verlierern, charttechnische Korrektur seit Verlaufshoch Ende Juli bei 30,43 Euro setzt sich fort.
  • The Cooper Companies (COO): Stärkste Schwäche im S&P 500 nach gesenkter Jahresprognose, Verkauf des Geschäftsfelds CooperSurgical vorerst abgesagt.

+++ Tops der Börsenwoche 37/2026 +++

Bei Nokia rückt die Aufnahme in den EURO STOXX 50 näher, bei Skyworks Solutions sorgte die Zuversicht zur Qorvo-Übernahme für Kursgewinne. Hewlett Packard Enterprise profitierte von einem bestätigten Ausblick dank starker KI-Nachfrage.

Nokia: EURO-STOXX-50-Aufnahme rückt näher

Am 21. September wird die Aktie von Nokia (ISIN: FI0009000681, Symbol: NOA3) in den EURO STOXX 50 aufgenommen und dort das Papier von Volkswagen ersetzen. Kann diese Aufnahme bereits im Vorfeld den Aktienkurs weiter stützen? Der Kurs hatte seit dem markanten Mehrjahreshoch im Juni dieses Jahres bei 15 Euro bis Ende Juli deutlich korrigiert. Seit dem Korrekturtief hat sich ein Aufwärtstrend gebildet, der sich in der vergangenen Woche mit einem neuen Verlaufshoch bestätigte, auch wenn dieses Hoch erst einmal nicht halten konnte und in der zweiten Wochenhälfte wieder etwas Verkaufsdruck aufkam.

In der ersten Wochenhälfte könnten die Nachrichten vom Unternehmen positiv gewirkt haben. Nokia treibt seine Positionierung als Anbieter für KI-native Netze und industrielle KI voran. Mit „Mobile Core Early Access“ sollen Netzbetreiber neue 5G-Core-, Automatisierungs- und AI-Funktionen schneller testen und einführen. Zudem startet Nokia „Cognitive Operations“, eine Plattform für KI, Edge Computing und kritische Kommunikation, die neue Wachstumsfelder in Bergbau, öffentlicher Sicherheit und Verteidigung erschließen soll.

Nokia ist ein Anbieter von Netzwerkinfrastruktur und Telekommunikationstechnologie mit Fokus auf die Konnektivitätsanforderungen des KI-Zeitalters. Der finnische Konzern war früher einer der weltweit führenden Mobiltelefonhersteller, hat sich nach dem Verkauf seines Handygeschäfts jedoch grundlegend zu einem Netzwerkausrüster und Infrastrukturunternehmen gewandelt. Das Portfolio umfasst Festnetz-, Mobilfunk-, IP-, optische, Core- und Rechenzentrumsnetze sowie Technologie- und Patentlizenzierung. Nokia adressiert Telekommunikationsanbieter, Hyperscaler, Rechenzentren, Industrie, Behörden und Verteidigung.

Skyworks Solutions: Zuversicht zur Qorvo-Übernahme wächst

In einem insgesamt schwachen US-Aktienmarkt in der vergangenen Woche sticht das Plus bei Skyworks Solutions (ISIN: US83088M1027, Symbol: SWKS) heraus. Die Aktie gehörte zu den größten Gewinnern aus dem S&P 500. Schon in der Vorwoche dynamisch zugelegt, setzte sich dieser Trend nun fort. Der US-Konzern entwickelt und fertigt analoge sowie Mixed-Signal-Halbleiter für drahtlose Kommunikation und Konnektivität. Das Portfolio umfasst unter anderem RF-Front-End-Module, Verstärker, Filter, Schalter, Power-Management- und Connectivity-Lösungen.

Rückenwind gab es jüngst von einer Präsentation vor Analysten. Firmenchef Phil Brace zeigte sich auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference 2026 sehr zuversichtlich zur geplanten Übernahme des Konkurrenten Qorvo, die im Oktober 2025 vereinbart wurde. Er signalisierte, dass die regulatorischen Prüfungen vorankommen und Skyworks inzwischen einen Abschluss noch 2026 für möglich hält. Bislang war man von Anfang 2027 ausgegangen.

Strategisch ist der Deal wichtig, weil beide Unternehmen stark bei RF-Chips für Smartphones sind. Gemeinsam wollen sie aber zugleich stärker in Rechenzentren/AI, Automotive, Defense & Aerospace und IoT wachsen und damit die Smartphone-Abhängigkeit reduzieren. Skyworks erwartet zudem mindestens 500 Millionen US-Dollar jährliche Kostensynergien innerhalb von 24 bis 36 Monaten und einen unmittelbar positiven Effekt auf den bereinigten Gewinn je Aktie.

Während der Präsentation zeigte sich das Unternehmen zudem zuversichtlich, außerhalb des klassischen Smartphone-Geschäfts zu wachsen: Im Data-Center-Segment erwartet das Unternehmen mindestens 50 Prozent Wachstum, getragen von höherer Nachfrage nach Connectivity- und Hochfrequenzlösungen für AI-Infrastruktur. Gleichzeitig steigt bei seinem größten Smartphone-Kunden der RF-Content pro Gerät, sodass Skyworks auch bei weitgehend stagnierenden Stückzahlen zusätzliche Umsätze erzielen kann.

Hewlett Packard Enterprise: Präsentationen vor Analysten treiben Kurs

Auch der Technologiekonzern Hewlett Packard Enterprise (ISIN: US42824C1099, Symbol: HPE) hat sich in der vergangenen Woche vor Analysten präsentiert, und zwar auf der Citi's 2026 Global TMT Conference sowie auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference 2026. Er konnte damit offenbar verstärkte Kaufimpulse auslösen. Die HPE-Aktie gehörte ebenfalls zu den größten Gewinnern im S&P 500 und konnte sich damit dem schwachen Gesamtmarkt widersetzen.

Vor den Analysten unterstrich das Unternehmen die außergewöhnlich starke Nachfrage nach Networking-, Server- und KI-Infrastruktur. Zugleich sieht es durch die im Juli 2025 abgeschlossene Übernahme des Netzwerkspezialisten Juniper zusätzliche Chancen im KI- und Data-Center-Networking. Das Management betonte, dass aktuell eher die Komponentenverfügbarkeit als die Nachfrage das Wachstum begrenzt, verwies aber auf innerhalb eines Quartals von 6 auf 30 Milliarden US-Dollar gestiegene Einkaufsverpflichtungen als Beleg für eine verbesserte Lieferkettensicht. Vor diesem Hintergrund bestätigte das Unternehmen den auf 13 bis 17 Prozent Umsatzwachstum und 16 bis 20 Prozent Gewinnwachstum je Aktie angehobenen Ausblick für 2027.

Hewlett Packard Enterprise hat sich auf IT-Infrastruktur spezialisiert und legt den Fokus auf hybride Cloud, KI, Netzwerke, Server, Storage, High Performance Computing und IT-Services. Der Konzern adressiert damit Nutzer, die ihre IT-Lösungen angesichts der zunehmenden Bedeutung von KI und Digitalisierung modernisieren müssen.

+++ Flops der Börsenwoche 37/2026 +++

Bei Vonovia belastete die Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank die ohnehin zinssensitive Immobilienaktie, während sich bei Zalando eine bereits laufende charttechnische Korrektur fortsetzte. The Cooper Companies verzeichnete nach einer gesenkten Jahresprognose die stärkste Schwäche im S&P 500.

Vonovia: EZB-Zinsschritt belastet Immobilienaktie

Die Aktie des Immobilienkonzerns Vonovia (ISIN: DE000A1ML7J1, Symbol: VNA) befindet sich schon seit einiger Zeit auf Talfahrt. In der vergangenen Woche setzte sich die Abwärtsbewegung fort. Hintergrund dürfte das steigende Zinsniveau sein. Wie vom Markt erwartet, hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihre Leitzinsen angehoben. Für sehr zinssensitive Sektoren wie die in der Regel stark fremdfinanzierte Immobilienbranche führt das zu höheren Finanzierungskosten. Das führt an der Börse zu Bewertungsanpassungen bei hoch verschuldeten Branchenvertretern wie Vonovia, was sich in fallenden Kursen niederschlägt. Inzwischen ist ein Niveau erreicht, auf dem Vonovia bei Kennziffern wie Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) und Dividendenrendite mit Werten von 8,5 und fast 7 Prozent attraktiv bewertet wirkt. Die Aktie könnte daher aus Value-Sicht einer näheren Prüfung unterzogen werden, ob die Risiken, zu denen auch das gestiegene Zinsniveau gehört, nun ausreichend im Kurs abgebildet sind und sich der Immobilienwert damit als langfristiges Investment eignet.

Zalando: Korrektur setzt sich fort

Zu den größten Verlierern im DAX in der vergangenen Woche zählt die Aktie von Zalando (ISIN: DE000ZAL1111, Symbol: ZAL). Neuigkeiten vom Online-Modehändler gab es nicht. Aus charttechnischer Sicht setzte sich die Korrektur fort, die sich seit dem markanten Verlaufshoch Ende Juli bei 30,43 Euro gebildet hat. Sollte das nun erreichte Zwischentief bei 22,25 Euro von August unterschritten werden, würde das den kurzfristigen Abwärtstrend bestätigen, was wiederum weitere Abgaben nach sich ziehen könnte. Die aktuelle technische Konstellation ist daher wenig bullisch. Die Zalando-Aktie könnte dennoch einen näheren Blick wert sein. Der Beitrag Zalando setzt auf KI und überzeugt mit niedriger Bewertung blickt hinter die Kulissen und zeigt auf, dass das Unternehmen eine Reihe von KI-Tools einsetzt und damit bereits messbare Erfolge erzielt. Das sollte helfen, die strukturelle dünne Profitabilität aufzubessern. Aktuell liegt zudem eine niedrige Bewertung vor, weshalb die Aktie auch aus Value-Sicht für längerfristige Investoren interessant sein könnte.

The Cooper Companies: Gesenkte Prognose sorgt für stärkste S&P-500-Schwäche

Die auffälligste Schwäche im S&P 500 zeigt in der vergangenen Woche die Aktie des US-Medizintechnikkonzerns The Cooper Companies (ISIN: US2166485019, Symbol: COO). Schon vor den am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen schwächer, setzte sich der Verkaufsdruck anschließend noch dynamischer fort. Belastend wirkte eine weitere Senkung der Gesamtjahresprognosen für Umsatz und Gewinn. Das Unternehmen hatte zudem nach einer strategischen Prüfung entschieden, das Geschäftsfeld CooperSurgical nicht zu verkaufen. Auch das könnte enttäuscht haben. CooperSurgical bietet Lösungen für Frauengesundheit, Fertilitätsmedizin und gynäkologische Eingriffe, darunter IVF-Produkte, Diagnostik, medizinische Instrumente und Verhütungslösungen. Dieser Bereich unterscheidet sich damit stark von dem Geschäftsbereich CooperVision, der Kontaktlinsen sowie Produkte zur Myopie-Kontrolle anbietet.

Das Management war der Ansicht, dass die Börsenbewertung die Qualität der Marktpositionen, Wachstumsmöglichkeiten und Cashflows des Gesamtkonzerns nicht angemessen widerspiegelte. Die Überprüfung sollte deshalb ausdrücklich Möglichkeiten aufzeigen, die Konzernstruktur zu vereinfachen. Kapitalmarktseitig lag zudem der Gedanke nahe, dass ein fokussiertes CooperVision als „Pure Play“ möglicherweise höher bewertet werden könnte als der Mischkonzern. Eine Veräußerung von CooperSurgical hätte zudem erhebliches Kapital freisetzen können, das für Aktienrückkäufe, Schuldenabbau oder Investitionen in das Kernwachstum von CooperVision hätte verwendet werden können.

Laut Cooper gab es erhebliches Interesse und Gespräche mit zahlreichen potenziellen Käufern. Der Verwaltungsrat kam aber letztlich zu dem Schluss, dass die eingegangenen Angebote den tatsächlichen langfristigen Wert von CooperSurgical nicht widerspiegelten. Als Gründe für die vorübergehend niedrigere Bewertung nennt Cooper insbesondere einen neuen Wettbewerber im Markt für nicht-hormonelle Spiralen sowie die Auswirkungen des Rechtsstreits rund um den Rückruf von Fertilitätsmedien. Deshalb entschied man sich nun erst einmal gegen einen Verkauf. CooperSurgical bleibt damit vorerst im Konzern, allerdings betonte man ausdrücklich, bei attraktiveren Bedingungen später wieder über eine Transaktion nachzudenken.

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