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Krypto > Hohe Kursziele

XRP-Prognose bis 2030 – Analysten sehen enormes Potenzial

| Louis Blümlein

Donald Trump mit XRP-Coin in der Hand.
XRP auf dem Kurs nach weit oben? (Foto: May James / Picture Alliance)

Wie viel Potenzial steckt langfristig noch in XRP? Während die Kryptowährung derzeit bei rund 1,31 US-Dollar gehandelt wird, rechnen einige Analysten bis 2030 mit einer Vervielfachung des Kurses.

Wer sich mit den langfristigen Kursprognosen für XRP beschäftigt, stößt schnell auf ziemlich unterschiedliche Erwartungen. Während einige Analysten davon ausgehen, dass sich die Kryptowährung in den kommenden Jahren nur langsam erholt, rechnen andere mit einer regelrechten Kursexplosion. Dahinter steckt vor allem die Hoffnung, dass XRP künftig eine größere Rolle im internationalen Zahlungsverkehr spielen und auch für institutionelle Investoren an Bedeutung gewinnen könnte.

Wie weit die Einschätzungen auseinandergehen, zeigt eine Analyse des Vermögensverwalters Bitwise. Das Unternehmen hat verschiedene Szenarien für die Entwicklung von XRP bis 2030 untersucht und kommt dabei zu ziemlich unterschiedlichen Ergebnissen. Im positiven Szenario könnte der Kurs auf 12,68 US-Dollar steigen. Sollte sich XRP darüber hinaus stärker im Zahlungsverkehr und bei der Tokenisierung von Vermögenswerten durchsetzen, wären im optimistischsten Modell sogar 29,32 US-Dollar möglich. Allerdings geht Bitwise auch auf ein negatives Szenario ein, in dem XRP bis 2030 auf nur noch 0,13 US-Dollar zurückfallen könnte.

Auch die britische Großbank Standard Chartered traut XRP langfristig einen kräftigen Kursanstieg zu. Analyst Geoffrey Kendrick hatte seine Prognosen im Februar 2026 zwar teilweise zurückgeschraubt und erwartet für Ende des laufenden Jahres nur noch 2,80 US-Dollar. Für 2028 sieht er allerdings bereits 12,60 US-Dollar und bis 2030 sogar 28 US-Dollar als möglich an. Ausgehend von einem Kurs von rund 1,31 US-Dollar würde das einer Wertsteigerung von mehr als 2.000 % entsprechen.

Ganz aus der Luft gegriffen sind die Erwartungen an eine stärkere Nachfrage nicht. Schließlich beschäftigen sich immer mehr Finanzunternehmen mit Blockchain-Technologie und der Tokenisierung klassischer Vermögenswerte. Sollte XRP dabei häufiger für grenzüberschreitende Zahlungen eingesetzt werden und zusätzliches Kapital über börsengehandelte Anlageprodukte in den Markt fließen, könnte das den Kurs langfristig unterstützen.

XRP bei 100 oder 1.000 US-Dollar – was steckt dahinter?

Während Kursziele zwischen 10 und 30 US-Dollar bereits enorme Gewinne versprechen, gehen manche Prognosen noch wesentlich weiter. In der Krypto-Community werden immer wieder Preise von 50, 100 oder sogar 1.000 US-Dollar diskutiert. Das klingt für Anleger natürlich verlockend, schließlich würde schon ein vergleichsweise kleiner Einsatz bei solchen Kursen enorme Gewinne ermöglichen. Schaut man sich allerdings an, welche Marktbewertung dafür notwendig wäre, sieht die Sache schon etwas anders aus.

Denn bei Kryptowährungen kommt es nicht nur darauf an, wie teuer ein einzelner Coin ist, sondern auch darauf, wie viele Token überhaupt im Umlauf sind. Bei XRP sind das in der hier verwendeten Modellrechnung rund 61 Milliarden. Würde der Kurs auf 10 US-Dollar steigen, entspräche das bereits einer Marktkapitalisierung von ungefähr 610 Milliarden US-Dollar. Bei 20 US-Dollar wären es rund 1,22 Billionen US-Dollar und bei 100 US-Dollar sogar 6,1 Billionen US-Dollar. Das sind gewaltige Summen, für die XRP in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen müsste.

Bei einem Kursziel von 1.000 US-Dollar wird allerdings schnell klar, wie weit manche Erwartungen von einer wirtschaftlich nachvollziehbaren Bewertung entfernt sind. XRP käme dann auf eine Marktkapitalisierung von rund 61 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Selbst der KI-Gigant Nvidia, eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, wird an der Börse mit rund 5,5 Billionen US-Dollar bewertet. XRP wäre damit etwa elfmal so viel wert wie Nvidia und würde sogar den gesamten heutigen Goldmarkt übertreffen. Doch warum sollte eine einzelne Kryptowährung, deren tatsächliche Nutzung im internationalen Zahlungsverkehr bislang vergleichsweise begrenzt ist, eine derart enorme Bewertung erreichen? Selbst wenn sich XRP in den kommenden Jahren deutlich stärker durchsetzen sollte, erscheint ein solches Szenario aus heutiger Sicht kaum realistisch.

Hinzu kommt ein Punkt, der bei vielen extremen Kursprognosen gerne übersehen wird. Nur weil über ein Netzwerk größere Geldbeträge abgewickelt werden, muss der Preis des zugehörigen Tokens nicht automatisch im gleichen Verhältnis steigen. Schließlich können dieselben XRP innerhalb kurzer Zeit mehrfach für Zahlungen verwendet werden. Auch ist nicht jede Anwendung von Ripples Technologie zwingend auf XRP angewiesen. Banken und Zahlungsdienstleister könnten weiterhin klassische Währungen, Stablecoins oder andere Lösungen nutzen, ohne dass dadurch zusätzliche Nachfrage nach dem Coin entsteht. Allein die Hoffnung auf eine stärkere Verbreitung im Finanzsektor reicht deshalb kaum aus, um solche extremen Kursziele zu rechtfertigen.

Welche XRP-Kursziele sind bis 2030 realistisch?

Um die verschiedenen Prognosen besser einzuordnen, lohnt sich ein Vergleich mit dem aktuellen Kurs von rund 1,31 US-Dollar. Bereits ein Anstieg auf 10 US-Dollar würde einem Gewinn von etwa 663 % entsprechen. Bei 20 US-Dollar wären es rund 1.427 %, während Anleger bei einem Kurs von 50 US-Dollar rechnerisch auf mehr als 3.700 % Gewinn kämen. Schon die niedrigeren dieser Kursziele würden XRP also zu einer der erfolgreicheren Kryptowährungen der kommenden Jahre machen.

Damit solche Entwicklungen tatsächlich möglich werden, müsste allerdings einiges zusammenkommen. Zunächst wäre ein deutlich größerer Kryptomarkt hilfreich, in den auch langfristig mehr institutionelles Kapital fließt. Davon könnte XRP profitieren, wenn sich die Kryptowährung weiterhin unter den führenden digitalen Vermögenswerten behauptet. Auch die zunehmende Verbreitung von Krypto-Anlageprodukten könnte dazu beitragen, dass neue Anleger Zugang zum Markt erhalten.

Für Kurse von 20 oder 30 US-Dollar wären die Voraussetzungen schon deutlich anspruchsvoller. XRP müsste über die kommenden Jahre hinweg zusätzliche Nachfrage aufbauen und sich stärker im internationalen Zahlungsverkehr etablieren. Dabei spielt auch die regulatorische Entwicklung eine Rolle, denn Banken und andere Finanzunternehmen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, bevor sie neue Technologien in größerem Umfang einsetzen.

Einfach wird das allerdings nicht. Schließlich arbeitet nicht nur Ripple an schnelleren und günstigeren Zahlungslösungen. Auch Stablecoins, andere Blockchain-Netzwerke und traditionelle Finanzunternehmen entwickeln ihre Angebote weiter. XRP müsste sich deshalb in einem Markt behaupten, in dem die Konkurrenz zunehmend größer wird und längst nicht feststeht, welche Technologien sich langfristig durchsetzen.

Kursziele im niedrigen zweistelligen Bereich erscheinen unter günstigen Voraussetzungen zumindest vorstellbar, bleiben aber ambitioniert. Ob XRP bis 2030 tatsächlich in diese Regionen vorstoßen kann, hängt vor allem davon ab, ob aus der zunehmenden Verbreitung der Technologie auch eine dauerhaft höhere Nachfrage nach dem Token entsteht. Die Prognosen von Bitwise und Standard Chartered zeigen, welches Potenzial einige Analysten sehen. Ob sich ihre Erwartungen erfüllen, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.

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