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Märkte > Renditen eine Frage des Maßstabs

Der Dollar täuscht – in Gold gemessen ist der S&P 500 ein Verlierer

| Oliver Götz

Börsenhändler mit nachdenklichem Blick vor Bildschirm.
Wie stark hat die Wall Street 2025 wirklich performt? (Foto: orhan akkurt / Shutterstock)

Die stattliche Rendite im vergangenen Jahr verdankt der US-Aktienmarkt dem Wertverlust von Fiatgeld, meint Hedgefonds-Koryphäe Ray Dalio.

18 Prozent hat der marktbreite S&P 500 2025 an Wert zugelegt. Auf den ersten Blick eine erneute Top-Performance, die sich zu Beginn des neuen Jahres sogleich fortzusetzen scheint. In den ersten Handelstagen 2026 kletterte der Index mehrmals auf einen neuen Höchststand. Grund zum Jubeln, möchte man meinen. Ganz im Gegenteil, mahnt Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, dem wertvollsten Hedgefonds der Welt.

Allein in Euro gerechnet werden aus 18 nur noch vier Prozent Rendite

Geht es nach dem am Markt hochgeschätzten Investment-Profi, sind die jüngsten Traum-Renditen nämlich schlicht eine Frage des zugrunde liegenden Maßstabs. In einem kürzlich veröffentlichten Schreiben wies Dalio Anleger darauf hin, dass Rendite-Berechnungen auf Basis einer abwertenden Währung in die Irre führten. Er nahm damit Bezug auf den deutlichen Wertverlust, der dem US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten widerfahren war. Gegenüber dem Euro beispielsweise hat der Greenback rund 13 Prozent an Wert eingebüßt. Noch viel stärker jedoch fällt die Dollar-Schwäche gegenüber dem gleichzeitig explodierten Goldpreis ins Gewicht. Schnell verblassen so die in Dollar gerechneten 18 Prozent Rendite, werden in Euro nur noch zu vier Prozent – und goldbasiert sogar zu einem saftigen Minus von 28 Prozent. „Wenn die eigene Währung an Wert verliert, lässt es die darin gemessenen Dinge so aussehen, als seien sie gestiegen“, erklärt Dalio. Auf den zweiten Blick also, bekommt die Börsen-Erfolgsstory 2025 Risse.

Vertrauen der Investoren in den Dollar schwindet

Freilich wäre die Diskrepanz weniger eindeutig, hätte der Goldpreis nicht das beste Jahr seit 1979 hinter sich. Doch Dalio sieht einen Zusammenhang. Er führt den Goldpreisanstieg neben Zentralbank-Käufen, steigender Nachfrage von Privatanlegern und geopolitischen Verwerfungen, vor allem auf den realen Wertverlust von Fiatgeld zurück. Fiatgeld ist Geld, wie wir es heute üblicherweise kennen. Es hat keinen eigenen inneren Wert, ist nicht durch einen Sachwert gedeckt und beruht ausschließlich auf staatlicher Autorität und Vertrauen. Angesichts der sich weltweit und insbesondere auch in den USA auftürmenden Schuldenberge, schwindet Dalios Ansicht nach jedoch zunehmend das Investoren-Vertrauen in nationale Währungen. Alternativen bieten der Bitcoin – und historisch bewährt – Gold.

Die Abwertung des US-Dollar ist von Donald Trump gewollt. Der US-Präsident erhofft sich dadurch mehr Exporte, da Waren für ausländische Importeure so günstiger werden. Gleichzeitig führt eine schwächere Währung aber auch dazu, dass Importe teurer werden. „Wenn die eigene Währung an Wert verliert, verringert das den eigenen Wohlstand und die Kaufkraft“, urteilt Dalio. Beides zusammen führt zu einem steigenden Goldkurs. Dessen Entwicklung mahne deshalb zur Vorsicht. Anleger sollten das makroökonomische Gesamtbild neu bewerten, empfiehlt Dalio. Dahingehend kommt der Absicherung von Währungsrisiken eine entscheidende Rolle zu. „Ob man gegen Währungsrisiken abgesichert ist oder nicht, ist extrem wichtig“, sagte Dalio. Das zeigt eindrucksvoll der Vergleich der S&P 500-Rendite in Dollar und Euro. Wer hierzulande 2025 in den Dax investierte, fuhr um Welten besser, als mit einem S&P 500-ETF.

Wie Anleger sich gegen Währungsrisiken absichern können

Gegen Währungsrisiken können sich Anleger auf unterschiedliche Weise absichern. Eine Möglichkeit besteht darin, gezielt in Vermögenswerte zu investieren, die nicht ausschließlich von einer einzelnen Fiatwährung abhängen, etwa Rohstoffe wie Gold oder global diversifizierte Sachwerte. Zudem lassen sich Währungsrisiken über sogenannte währungsgesicherte Anlageprodukte reduzieren, bei denen Wechselkursschwankungen gegenüber der Heimatwährung neutralisiert werden. Professionelle Investoren nutzen darüber hinaus Derivate wie Termingeschäfte oder Optionen, um Wechselkurse abzusichern. Entscheidend ist dabei, das Portfolio so auszurichten, dass es nicht einseitig von der Entwicklung einer einzelnen Währung abhängt und die reale Kaufkraft möglichst stabil bleibt.

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