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Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 live: Tag drei im Ticker

| Vera König

Prominente Köpfe aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien: Die Top-Entscheider treffen sich von 28. bis 30. April 2026 beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. Lesen Sie alle Höhepunkte der Konferenz im Live-Ticker.

Mehr als 100 Speaker an drei Tagen

Von Vera König und Anja Georgia Graw-Bärwalde

Gastgeber der dreitägigen Konferenz ist die Verlagsgruppe WEIMER MEDIA GROUP, Co-Veranstalter des ersten Tages ist die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Der Gipfel begeht in diesem Jahr seine 12. Auflage. Unter dem Motto „Zurück an die Weltspitze: Wie gelingt Deutschland der wirtschaftliche Aufschwung?“ sind mehr als 100 Speaker auf der Bühne zu hören, über 1000 Gäste werden erwartet. Die komplette Veranstaltung ist via Live-Stream auf www.ludwig-erhard-gipfel.de verfolgbar.

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Tegernseer Appell: ein Zehn-Punkte-Plan für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und neuen Wohlstand

17:38 Uhr: Mit dem Tegernseer Appell schließt das Bühnenprogramm des 12. Ludwig-Erhard-Gipfels. Damit endet nach drei intensiven Konferenztagen am Tegernsee auch der Live-Ticker. Vielen Dank fürs Mitlesen.

17:34 Uhr: Als letzter Punkt des Tages steht der Tegernseer Appell auf dem Programm. Dabei handelt es sich um einen Zehn-Punkte-Plan für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und neuen Wohlstand. Der Tegernseer Appell wurde auf dem Gipfel ausgelegt, viele Teilnehmer haben bereits unterschrieben. Das Ergebnis wird demnächst veröffentlicht, wie Ansgar Graw von der WEIMER MEDIA GROUP in seinem Resümee berichtet. „Das, was als To-do auf den Schreibtischen liegt, muss endlich umgesetzt werden.“ Dazu solle der Tegernseer Appell einen Beitrag leisten. Der Appell und der Ludwig-Erhard-Gipfel sollen „ein Gefühl des Aufbruchs“ erzeugen.

Ex-Fußballprofi Sammer: „Wir müssen die Leistung in den Mittelpunkt stellen“

17:27 Uhr: „Es braucht klare Hierarchien, keine flachen“, sagt Sammer. Um ein Leader zu werden, benötige es nämlich Impulse für mehr Leistung – sowohl im Sport als auch in der Wirtschaft. Insgesamt macht er drei Typen aus: Leader, Teamplayer und Individualisten. „Wenn man das in einer guten Gemeinsamkeit hat, hat man eine gute Gruppe.“ In puncto Leistung müsse man auch lernen, mit Niederlagen umzugehen, daraus Energie schöpfen und daran arbeiten. Sein Fazit: „Man kann verlieren, aber mit Würde und dem Selbstverständnis, alles gegeben zu haben.“

Laut dem ehemaligen Profi-Fußballer Matthias Sammer sollte Leistung künftig mehr im Mittelpunkt stehen (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Laut dem ehemaligen Profi-Fußballer Matthias Sammer sollte Leistung künftig mehr im Mittelpunkt stehen (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

17:15 Uhr: Sammer nimmt auch wahr, dass Leistung gesamtgesellschaftlich inzwischen negativ benannt wird. „Leistung ist gleich Burn-out“, berichtet Sammer über die heutige Entwicklung. Doch ohne Klarheit im Leben verwische und verschwimme alles und die Menschen würden die Orientierung verlieren. „Wir müssen vom Ich wieder zum Wir kommen“, fordert er.

17:10 Uhr: Wie läuft das Spiel hinter dem Spiel? Darum dreht sich der Talk zur Sportwissenschaft mit dem Fußballfunktionär, ehemaligen Nationalspieler und Trainer Matthias Sammer. Moderator Ulrich Reitz von ntv interessiert, was sich im Sport-Business im Vergleich zu früher verändert hat. „Es wird anders über etwas geredet“, sagt Sammer. „Die Klarheit, etwas ehrlich zu benennen, ist verlorengegangen. Deshalb sind wir etwas orientierungslos.“ Leistung stehe aktuell nicht mehr im Mittelpunkt und werde oft relativiert. Der Sport-Profi aber findet: „Die außergewöhnlichen Willenseigenschaften entscheiden darüber, ob man ein Sieger ist oder nicht.“ Der Wettbewerb beinhalte Sieger und Verlierer. „Wir müssen die Leistung in den Mittelpunkt stellen.“ Dann folge auch die Jugend diesen Dingen eher.

New Leadership Expertin Bornmann: „Junge Menschen wollen nicht weniger arbeiten, sondern anders“

16:53 Uhr: Oehl ermutigt die junge Generation zur Hartnäckigkeit, an etwas dran zu bleiben, wenn man gut werden möchte. Dies solle man bereits Kindern mitgeben. „Es ist schwerig, immer vom Overnight Success zu sprechen.“ Nickel empfiehlt daher, Kinder nicht für ihre Talente zu loben, sondern vielmehr für ihre Anstrengung, etwas zu erreichen.

16:41 Uhr: „Die jüngere Generation hält uns den Spiegel vor“, sagt Nickel. Es gebe auch viel Misstrauen zwischen den Generationen. „Wir kommen nicht aus der Krise, wenn wir weiterhin dieses Misstrauen schüren.“ Man müsse laut Nickel in eine respektvolle Debatte gehen. Gleichzeitig schränkt sie ein: „Die neue Haltung zur Arbeit ist vielleicht nicht schlecht, es gibt aber auch Grenzen.“

Die jüngere und ältere Generation müssen miteinander reden, finden (v. l.) Moderator Andreas Altmann, Magdalena Oehl, Susanne Nickel und Laura Bornmann (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Die jüngere und ältere Generation müssen miteinander reden, finden (v. l.) Moderator Andreas Altmann, Magdalena Oehl, Susanne Nickel und Laura Bornmann (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

16:37 Uhr: Um die junge Generation kreist das nächste Panel mit Susanne Nickel, Bestseller-Autorin und Executive Coach, Laura Bornmann, New Leadership Expertin, Magdalena Oehl, Co-Founder Talent Rocket und stellvertretende Vorsitzende des Start-up-Verbands, sowie Moderator Andreas Altmann, Geschäftsführer und Rektor des Management Centers Innsbruck. „Es gibt keine Studie, die besagt, dass junge Menschen faul sind“, sagt Bornmann. „Junge Menschen wollen nicht weniger arbeiten, sondern anders.“ Man müsse auch an den Rahmenbedingungen in den Unternehmen etwas ändern. New Leadership laute das Stichwort. Es gebe in jeder Generation Menschen, die weniger Lust auf ihren Job haben als andere – nicht nur bei der jungen Generation, ergänzt sie.

Schalte live in die Ukraine – inklusive Gänsehaut-Song

16:18 Uhr: Es folgt eine VoiceOn-Schalte live in die Ukraine zu Musiker Alex Mazitov, der seit vier Jahren in Charkiw festsitzt und über seinen Alltag während des Krieges berichtet. Im Anschluss daran singt er zu seiner Gitarrenbegleitung den Song „Shout“ von Tears for Fears, der für einen Gänsehaut-Moment, Klatschen und Standing Ovations im Saal sorgt – und damit eine echte, emotionale Verbindung vom Tegernsee in die Ukraine schafft.

Rüdiger Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller und Mitinitiator des Kultur.Konvois, bei der Live-Schalte zu Musiker Alex Mazitov in die Ukraine (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Rüdiger Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller und Mitinitiator des Kultur.Konvois, bei der Live-Schalte zu Musiker Alex Mazitov in die Ukraine (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

16:15 Uhr: Einen Blick auf einen anderen Krisenherd der Welt bietet das Format „Stimmen der Demokratie: Live aus der Ukraine“. Rüdiger Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller und Mitinitiator des Kultur.Konvois, berichtet auf der Gipfel-Bühne über seine Initiative für eine freie Ukraine. Der Kultur.Konvoi bringt Musik, Kunst und konkrete Hilfe zusammen, um Menschen in den Krisengebieten Unterstützung und kulturelle Nähe zu ermöglichen.

Mansour zum Antisemitismus: „Unsere Erinnerungskultur ist gescheitert“

15:57 Uhr: „Die Juden heute in Europa fühlen sich sehr unsicher“, bestätigt Goldschmidt. Der sicherste Platz für Juden wäre Israel – trotz des seit drei Jahren anhaltenden Krieges dort. Der Antisemitismus sei nicht nur ein Problem für die Juden, „sondern auch für die Demokratie in Deutschland und Europa“. Mansour sieht auch den muslimischen Antisemitismus als großes Problem.

15:41 Uhr: Das Panel „Im Namen des Glaubens: Wie viel Religion verträgt die Politik?“ beginnt. Es diskutieren Ahmad Mansur, Extremismus-Experte, Bernd Niebrügge, Korrespondent der ARD/BR Chefredaktion, Oberrabiner Pinchas Goldschmidt, Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, und Ansgar Graw, Herausgeber von „The European“. „Haben wir zu lange weggeschaut?“ fragt Graw bezüglich des Antisemitismus. „Was ist das für eine Aufarbeitung der Geschichte, wenn wir wieder zuschauen, dass Juden unsicher sind?“, sagt Mansour. Wir haben, wie er ergänzt, eine Situation, wo Juden in Europa angegriffen und getötet werden. „Das ist ein No-Go.“ Laut Mansour herrschen Antisemitismus- und Integrationsprobleme in dieser Gesellschaft. „Unsere Erinnerungskultur ist gescheitert“, bilanziert er. Sie sei erstens gescheitert, weil sie den Transfer von damals bis heute nicht geschafft hat. Und zweitens, weil wir in Deutschland als Tätergruppe definiert seien. Die Hälfte der Menschen des jüdischen Glaubens, die er kennt, wolle nicht mehr in Deutschland bleiben. „Das macht mich wütend.“ Und dass das Problem nicht angegangen wurde. Graw fragt, ob das nicht zu radikal geurteilt ist. Für Mansour nicht, da es laufend in Deutschland und anderen Ländern diese Angriffe gegen Juden gebe. „Was muss noch passieren?“, fragt Mansour.

Über Antisemitismus und die Erinnerungskultur sprechen (v .l.) Moderator Ansgar Graw, Ahmad Mansour, Oberrabiner Pinchas Goldschmidt (live zugeschaltet) und Bernd Niebrügge (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Über Antisemitismus und die Erinnerungskultur sprechen (v .l.) Moderator Ansgar Graw, Ahmad Mansour, Oberrabiner Pinchas Goldschmidt (live zugeschaltet) und Bernd Niebrügge (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Israelischer Botschafter: „Wir brauchen die Erlaubnis nicht, zu existieren"

15:29 Uhr: Der 7. Oktober 2023 sei ein Genozid gegen der Hamas gegenüber Israel gewesen, so der israelische Botschafter. Doch die tödliche Ideologie der Hamas werde immer noch verharmlost, auch in Deutschland. Der Iran-Krieg zeige, wie auch Europa betroffen ist, man kann sich nicht auf die Haltung „das ist nicht unser Krieg“ zurückziehen. Wenn Deutschland sagt, das Existenzrecht Israels ist deutsche Staatsräson, sage ich: „Wir brauchen die Erlaubnis nicht, zu existieren“. Es gibt Rechts-Antisemitismus in Deutschland und Links-Antisemitismus, aber linker Antisemitismus auf der kulturellen, akademischen Ebene ist der gefährlichste, so der israelische Botschafter. Aber im Vergleich mit anderen Ländern in Europa ist Deutschland unser bester Freund. Aber in der UN, der EU und internationalen Gremien brauchen wir mehr die Unterstützung von Deutschland, sagt Prosor.

15:25 Uhr: Der israelische Botschafter Ron Prosor, Israelischer Botschafter in Deutschland, bringt mit Moderator Oliver Rolofs das Thema Geopolitik und Antisemitismus auf die Agenda: Staatsräson im Feuer, so der Titel des Panels.

Der israelische Botschafter Ron Prosor hält Links-Antisemitismus für besonders gefährlich (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Der israelische Botschafter Ron Prosor hält Links-Antisemitismus für besonders gefährlich (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Staatsrechtlerin Brosius-Gersdorf: „Das Ziel war, mich für Teile der Unionsfraktion unwählbar zu machen“

15:13 Uhr: Die Frauenquote kann da teilweise helfen. „Frauenquoten sind notwendig und gut, weil sie wirkt“, sagt die Staatsrechtlerin. Anders als in der Wirtschaft haben wir laut Brosius-Gersdorf diese noch nicht. „Nur wenn noch mehr Frauen in der Öffentlichkeit präsent sind, wird sich etwas am Frauenbild in Teilen der Gesellschaft ändern.“ Hierzu könne sie nur alle Frauen animieren.

Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf sieht Frauen als strukturell benachteiligt an (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf sieht Frauen als strukturell benachteiligt an (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

15:07 Uhr: Was sie draus gelernt hat? Es sei nicht nur ein Thema der Politik. „Das Thema von Frauen in Führungspositionen betrifft das ganze Land“, ergänzt sie. „Wir haben nicht nur ein Problem mit Frauen in Spitzenpositionen, sondern auch schon von Frauen in voller Erwerbstätigkeit.“ Es bestehe eine strukturelle Benachteiligung. „Warum gelingt es nicht, das aufzuheben?“, fragt Whigham. Brosius-Gersdorf nennt unter anderem rechtliche Rahmenbedingungen und Betreuungsinfrastruktur, aber „mehr Frauen müssen sich ihren Platz teilweise noch mehr erkämpfen“ und dafür bereit sein. Rechtlich seien die Frauen zwar gleichgestellt, aber tatsächlich noch nicht. „Es hat sich etwas getan, aber noch nicht genug“, beklagt sie. Das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung können laut Brosius-Gersdorf nicht die Firmen ändern, sondern nur der Gesetzgeber.

15:03 Uhr: „Warum gibt es immer noch zu wenige Frauen in den Machtzentren der Republik?“ fragt der Talk mit Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf und Moderator David Whigham, Chefredakteur von ntv. „Sie hat erlebt, wie aus einer juristischen Personalie innerhalb kürzester Zeit ein politischer Sturm werden kann“, sagt Whigham. „Es sollte ihr beruflicher Höhepunkt sein, doch er wurde zum Rückzug.“ Die Rechtswissenschaftlerin Brosius-Gersdorf zog im Sommer 2025 ihre Kandidatur als Bundesverfassungsrichterin nach einer massiven Kampagne zurück. Wenn sie heute darauf zurückblickt, so Whigham, wäre man mit ihr genauso bei der Richterwahl umgesprungen, wenn sie ein Mann gewesen wäre? „Eine gute Frage“, sagt Brosius-Gersdorf, „aber das Hauptproblem war die Politisierung der Richterwahl“. Rückblickend sei aber auch ein Stück Frauenfeindlichkeit dabei gewesen. Was am meisten gestört habe: Dass sie überhaupt öffentlich als Wissenschaftlerin aufgetreten und dabei selbstbewusst gewesen sei. „Man hat mir Aktivismus vorgeworfen. Das hätte man einem männlichen Kollegen nicht vorgeworfen.“ Dieser hätte als selbstbewusst und führungsstark gegolten. Es gab drei Kandidaten für das Amt und sie wurde schnell als „ultralinke Aktivistin geframt“. Hierbei wurde sie „schnell geframt“, es ging um ein Bild, sodass sie unwählbar wurde. „Das Ziel war, mich für Teile der Unionsfraktion unwählbar zu machen.“

„Meinungsäußerung ist kein Journalismus“

14:14 Uhr: Auch bei diesem Panel spielt die Frage nach der Rolle von KI eine zentrale Rolle: Sie ist nicht mehr wegzudenken und erleichtert Prozesse, es stellt sich aber die große Frage nach der Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit, so Susanne Pfab. Auch Valerie Weber plädiert dafür, die Technologie anzunehmen, David Whigham äußert Begeisterung gepaart mit Skepsis. Denn handgemachter Journalismus sei immer noch ein Qualitätsmerkmal – wobei die Runde auf die Frage kommt, was Qualitätsjournalismus überhaupt ausmacht. Vertrauen und Verlässlichkeit wird KI nie so liefern können, wie Menschen – und mit KI entstehe kein Bonding, ergänzt Weber. Einhellige Meinung ist, dass redaktionelle Arbeit besser sichtbar werden muss: transparent, um die Unterschiede zwischen KI und echtem Journalismus deutlich zu machen, bei dem faktenbasierte Recherche, Zuhören, vor-Ort-Sein Qualitätskriterien sind. „Meinungsäußerung ist kein Journalismus“, sagt Susanne Pfab mit Blick auf eine polarisierte Medienlandschaft, insbesondere in den USA. Partizipation und die Erklärung von Journalismus sei das Mittel, die Bindung von Menschen an echten Journalismus zu erhalten - auch wenn gerade die junge Generation stark auf KI fokussiert ist. Die Forderung nach schneller Regulierung von KI wird daher unterstützt.

13:50 Uhr: Eine kritische Frage zur Rolle der Medien diskutieren Susanne Pfab, Generalsekretärin der ARD, Valerie Weber, Vorsitzende der Geschäftsführung der Antenne Bayern Group und David Whigham, Chefredakteur ntv mit Moderator Oliver Stock: Zwischen Fake und Fakten - Wie gelingt es Medien, ihre Glaubwürdigkeit, Demokratierelevanz und Mediennutzer zu behalten?

Selbstkritisch sein, und Vertrauen jeden Tag neu erarbeiten, ist die Voraussetzung für die Akzeptanz der klassischen Medien. Es diskutieren Susanne Pfab, Generalsekretärin der ARD, Valerie Weber, Vorsitzende der Geschäftsführung der Antenne Bayern Group, und David Whigham, Chefredakteur ntv, mit Moderator Oliver Stock (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Selbstkritisch sein, und Vertrauen jeden Tag neu erarbeiten, ist die Voraussetzung für die Akzeptanz der klassischen Medien. Es diskutieren Susanne Pfab, Generalsekretärin der ARD, Valerie Weber, Vorsitzende der Geschäftsführung der Antenne Bayern Group, und David Whigham, Chefredakteur ntv, mit Moderator Oliver Stock (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Neue Schulden werden nicht die Rettung für Deutschland sein

13:46 Uhr: Er bringt es auf den Punkt: Wir haben „so viel Steuereinnahmen wie nie zuvor, und soviel Schulden wie nie zuvor“. Aber die Belastungsquote für die Bürger ist zu hoch, wenn sie 53 Cent von einem Euro an öffentliche Kassen abführen müssen. Es sei nicht verwunderlich, dass Deutsche immer weniger arbeiten, denn Mehrarbeit lohnt sich nicht. Die Rahmenbedingungen sind falsch, eine Reform ist notwendig. Im Zuge des bevorstehenden Generationswechsels gerade auch bei KMU sei auch die Debatte um die Erhöhung der Erbschafts- und Schenkungssteuer falsch. Mit Blick auf die Ausgabenseite fordert Holznagel parallel eine Sozialstaatsreform, und auch die Subventionspolitik gehöre reformiert. Wir brauchen einen Prioritätenkatalog, der im Übrigen auch für den Einsatz des Sondervermögens gilt.

13:40 Uhr: Krieg, Krisen, Katastrophen: Welche Wachstumsimpulse braucht Deutschland jetzt? Nach der Mittagspause geht es mit der Keynote von Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler e. V., weiter.

Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, bemängelt einen falschen Fokus auf Verbrauchssteuern in der Steuerpolitik der Bundesrepublik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, bemängelt einen falschen Fokus auf Verbrauchssteuern in der Steuerpolitik der Bundesrepublik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Würdigung zweier Freiheitskämpfer

12:33 Uhr: Ekrem İmamoğlu meldet sich im Anschluss daran per Schreiben aus dem Gefängnis zu Wort und bedankt sich für die „bedeutungsvolle Auszeichnung“. Man versuche ihn nicht nur einzusperren, sondern auch seine Stimme zum Schweigen zu bringen. Doch man könne ihn nicht zum Schweigen bringen. „Selbst wenn ich zum Schweigen gebracht werde, wird die Wahrheit weiter sprechen, selbst wenn ich unsichtbar gemacht werde, werden die Menschen weiter sehen“, hallt İmamoğlu per KI-Stimme von der Bühne auf Gut Kaltenbrunn.

12:29 Uhr: Es folgt eine Video-Botschaft der Frau des Inhaftierten. Dilek İmamoğlu sagt, sie nehme die Auszeichnung im Namen all derer entgegen, die zum Schweigen gebracht werden sollen. „Ich nehme sie im Namen derjenigen entgegen, die für das Schreiben vor Gericht gestellt werden, die für das Sprechen zur Zielscheibe werden, die den Preis dafür zahlen, die Wahrheit zu verteidigen.“ Ekrem habe einmal gesagt: ‚Ein Mensch, der eine Stadt liebt, verlässt diese Stadt nicht.‘ „Ich sage: Ein Mensch, der die Demokratie liebt, wird niemals schweigen, um sie zu verteidigen.

12:26 Uhr: Die Verlegerin über die Bedeutung der Würdigung: „Doch heute ehren wir nicht nur Ekrem İmamoğlu selbst. Wir ehren auch den Mut und die Haltung seiner Familie. Dilek İmamoğlu, seine Frau, steht in diesen schweren Zeiten in bemerkenswerter Stärke und Würde an seiner Seite. Sie wirkt weit über die Rolle einer politischen Begleiterin hinaus: Mit ihrem gesellschaftlichen Engagement, ihrem Einsatz für Frauen, Kultur und soziale Teilhabe trägt sie entscheidend dazu bei, dass demokratische Werte in der türkischen Zivilgesellschaft lebendig bleiben.“ Mit der Würdigung dieser beiden Freiheitskämpfer sendet der Ludwig-Erhard-Gipfel ein Zeichen der Solidarität und der Verbundenheit über Grenzen hinweg, so die Verlegerin. „Und wir möchten klar sagen: die Demokratien Europas schauen auf diesen Fall. Imamoglu wird im Gefängnis nicht vergessen!“

12:22 Uhr: Der Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 hat ein neues Format, die „Würdigung zweier Freiheitskämpfer“. „Der Ludwig-Erhard-Gipfel möchte nicht wegschauen“, sagt Christiane Goetz-Weimer, Verlegerin der WEIMER MEDIA GROUP. Die Konferenz verstehe sich neben dem offenen Austausch auch als unterstützendes Forum für alle, die nicht in einer rechtsstaatlichen Welt leben. Und „die in ihrem Freiheitskampf an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen“. Der Ludwig-Erhard-Gipfel würdigt in diesem Jahr zwei ganz besondere Freiheitskämpfer: Dilek und Ekrem İmamoğlu. Der Istanbuler Bürgermeister und türkische Oppositionspolitiker war im März vergangenen Jahres, kurz vor seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat der CHP, festgenommen worden und sitzt seither in Haft. Aktuell läuft der Prozess gegen ihn. Er sitzt wegen seines Eintretens für das freie Wort und freie Wahlen im Gefängnis, und auch seine Frau kann nicht am Gipfel teilnehmen, weil sie Sorge haben muss, danach nicht mehr in ihr Heimatland einreisen zu können. „Ekrem İmamoğlus Wirken macht eines klar: Die Kraft der Demokratie wächst von unten“, sagt Goetz-Weimer. „Die rechtlichen Maßnahmen gegen İmamoğlu verdeutlichen in welchem Maß demokratische Grundrechte in der Türkei Erdogans unter Druck geraten.“

Dilek und Ekrem İmamoğlu aus der Türkei werden beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 für ihren Freiheitskampf gewürdigt (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Dilek und Ekrem İmamoğlu aus der Türkei werden beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 für ihren Freiheitskampf gewürdigt (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Greg Hands: „Wir brauchen mehr Quellen für unsere Energie“

12:15 Uhr: Das nächste Problem inmitten der bestehenden Energielücke: „Datencenter verbrauchen enorm viel Energie“, sagt Pflüger. Unternehmen wie Microsoft planen daher oft eigene Kraftwerke, die sie nehmen ihre Rechenzentren stellen. „Wir brauchen mehr Energie insgesamt“, fordert der Brite Hands. Erst dann komme die Diskussion, welche Art von Energie man dafür verwende.

12:02 Uhr: „Wir stellen uns als Konzern hinter die Energiewende, diese kann aber so nicht durchgeführt werden“, sagt Schröder. „Wir brauchen das energiepolitische Dreieck.“ Dieses besteht aus Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Umwelt- und Klimaverträglichkeit. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und zugleich ehemalige CEO von Westenergie macht daher laut Schröder das Richtige, um die Energiewende bezahlbar zu halten. Was aus Schröders Sicht allerdings noch erfolgen müsse: Man solle „Erneuerbare Energien in den Markt einbauen und nicht subventionieren“. „Und wir brauchen vernünftige Eigenkapitalzinsen von 7 bis 8 Prozent, damit sich alles refinanziert“, fordert er. Auch wenn der Preis damit für die Verbraucher in die falsche Richtung gehe, gehöre das für Schröder zur Wahrheit. Moderator Pflüger fragt, ob die Deutschen den Fehler gemacht haben, Energiewende und Erneuerbare Energien gleichzusetzen. Es folgt zustimmendes Nicken der Redner.

11:50 Uhr: Als Lösung im Energiemix könnte die Fusion dienen. „Fusion ist das Gegenteil der Kernspaltung, wir fusionieren Atomkerne“, erklärt Freund. Der Vorteil: kein Kettenreaktionsrisiko, CO₂-frei, kein Atommüll. „Fusion wäre die ideale Ergänzung im Energiemix der Zukunft“, findet sie. „Über 80 Prozent der Firmen erwarten, dass wir in den 2030er-Jahren Fusionskraftwerke am Netz sehen“, berichtet Freund aus einer Umfrage.

11:46 Uhr: Das nächste Panel widmet sich der „Energiepolitik in Zeiten von Kriegen und Krisen“ und wie sich Europa hier behaupten kann. Es diskutieren Heike Freund, Chief Operation Officer bei Marvel Fusion, Achim Schröder, Mitglied des Vorstands von Westenergie, Jörg Selbach-Röntgen, CEO von biogeen, Greg Hands, ehemaliger britischer Handelsminister und Strategic Advisor to EP Group & Chair of the GRID UK Advisory Board, mit Moderator Friedbert Pflüger, Gründer Energiegespräch am Reichstag. „Die aktuelle Lage ist sehr gefährlich für uns alle“, sagt Hands in Bezug auf die Energiepolitik. Nicht nur wegen der Steigerung des Ölpreises. „Unsere Industriepreise sind viel zu hoch.“ Deutschland müsse wieder zurück in die Kernkraft, vielleicht mittels Fusion. Es werde mehr Vielfältigkeit bei der Energie gebraucht. „Wir brauchen mehr Quellen für unsere Energie“, also Gas, Kernkraft und neue Technologien.

Über die Energiepolitik in unruhigen Zeiten debattieren (v. l.) Moderator Friedbert Pflüger, Achim Schröder, Heike Freund, Greg Hands und Jörg Selbach-Röntgen beim Panel zur Energiepolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Über die Energiepolitik in unruhigen Zeiten debattieren (v. l.) Moderator Friedbert Pflüger, Achim Schröder, Heike Freund, Greg Hands und Jörg Selbach-Röntgen beim Panel zur Energiepolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

„Energiepolitik darf nicht Hemmschuh, sondern muss Treiber von Wachstum und Wohlstand sein"

11:41 Uhr: Zentrale Elemente der Umsetzung sind für Achim Schröder fünf Punkte: Netzturbo durch schnellere Genehmigungsverfahren, den intelligenten Ausbau von Wind und PV, den Ausbau von wir Gaskraftwerken, da der Ausstieg aus Atomkraft irreversibel sie. Er fordert das Thema Wärme neu denken, Technologieoffenheit, Realismus und Ehrlichkeit bei den Systemkosten. Sonst werde der Strompreis immer weiter nach oben gehen, der momentan noch durch Strom aus Frankreich und Tschechien wird stabilisiert.

Achim Schröder, Vorstandsmitglied von Westenergie, wirbt für Realismus statt Ideologie in der Energiepolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Achim Schröder, Vorstandsmitglied von Westenergie, wirbt für Realismus statt Ideologie in der Energiepolitik (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

11:30 Uhr: „Der neue Realismus in der Energiepolitik“ steht im Zentrum der Keynote von Achim Schröder, Mitglied des Vorstands von Westenergie. Er unterstützt vollumfänglich die Positionen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für bezahlbare Energiepolitik, denn die Energiepreise in Deutschland seien zu hoch. Und: Nur mit Erneuerbaren wird es schwierig aufgrund der noch fehlenden Netzinfrastruktur. Wirtschaftlich mache es keinen Sinn, dass Erneuerbare, die 20 Prozent des Gesamtenergiebedarfs decken, bei gutem Wetter negative Preise durch Überangebot erzeugen. Schröder kritisiert die extrem hohen Energiepreise und fordert eine Priorisierung: Nur auf Klimaschutz zu setzen funktioniere nicht, es braucht einen Mix mit Fokussierung auf Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit.

Achleitner: Aufsichtsratssitzungen sind heute keine „rituellen Regentänze“ mehr

11:15 Uhr: Wie nähern sich Aufsichtsräte dem Thema KI?“, möchte Holzmeier wissen. „Das Einzige, das Künstliche Intelligenz schlagen kann, ist menschliche Dummheit“, wettert Achleitner. Das werde sich in Zukunft auch nicht ändern. Auch wenn Erfahrung prinzipiell hilft: Es könne auch sein, dass die Erfahrungen mancher Aufsichtsräte zum Hindernis werden, man müsse selbstreflexiv bleiben, so Achleitner. Auch im Hinblick auf KI. Der Anspruch, dass man immer und überall in jedem Aufsichtsrat einen KI-Experten brauche, kann für ihn übrigens nicht funktionieren. Grube findet: Man dürfe KI nicht einem Experten überlassen, darum müssen sich alle im Aufsichtsrat und Vorstand kümmern. Es sei eine Grundvoraussetzung. „Wer sich nicht öffnet und keinen eigenen Beitrag leistet, den nehme ich aus dem Aufsichtsrat heraus“, sagt er. Bei aller Technikorientierung, bleibt ein Nachteil, den Achleitner benennt: Die Maschine werde „kein menschliches Judgement“ mitbringen, dieses sei aber entscheidend.

Für die Arbeit im Aufsichtsrat braucht es vor allem praktische Erfahrungen in Unternehmen, wie der Talk zwischen Frauke Holzmeier, Paul Achleitner (Mitte) und Rüdiger Grube verdeutlicht (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Für die Arbeit im Aufsichtsrat braucht es vor allem praktische Erfahrungen in Unternehmen, wie der Talk zwischen Frauke Holzmeier, Paul Achleitner (Mitte) und Rüdiger Grube verdeutlicht (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

11:11 Uhr: Die Veränderungen in der Aufsichtsratsarbeit waren in den letzten Jahrzehnten enorm. „Es waren mehr rituelle Regentänze“, berichtet Achleitner von früher. Die Ergebnisse waren oftmals schon ausgemacht, es ging nur noch um den Prozess. „Davon sind wir heute meilenweit positiv weg“. Mittlerweile werde kontrovers diskutiert.

11:05 Uhr: Der nächste Talk widmet sich dem Thema „Die nächste Wachstumsagenda: Der strategische Auftrag der Aufsichtsräte“. Auf dem Podium sitzen Paul Achleitner, Autor und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, Rüdiger Grube, Aufsichtsratsvorsitzender von Vodafone Deutschland, und Moderatorin Frauke Holzmeier, Leiterin Wirtschaft bei ntv. „Es werden zunehmend Aufsichtsräte gesucht, die aus dem Maschinenraum kommen – und keine Akademiker“, beschreibt Grube die aktuellen Anforderungen. „Ein Aufsichtsrat ist für mich nur noch ein Aufsichtsrat, wenn es ein High-Performance-Board ist.“

Audi will als Marke auch weiterhin ganz vorne mitfahren

11:00 Uhr: Die Herausforderungen des Standorts Deutschland sieht Michael Müller vielschichtig: Auch die Unternehmen müssen ihre Hausaufgaben machen in Fragen der Komplexitätsreduktion und der Kostenstrukturen. Aber Audi will als Marke auch weiterhin ganz vorne mitfahren und sieht die Herausforderungen auch als Chance und Katalysator für Innovation.

10:52 Uhr: Audis Einstieg bei der Formel Eins mit zwei Punkten beim Großen Preis von Melbourne ist auf Anhieb gelungen. Die Perspektiven in der Formel Eins sind für Audi langfristig und liegen neben technologischem Transfer auch in der hohen emotionalen Strahlkraft der Formel Eins, so Müller. 1,6 Milliarden Zuschauer jährlich, 42 Prozent weibliche Fans und ein junges Publikum versprechen einen hohen Abstrahleffekt auf die Marke in puncto medialer Reichweite.

10:48 Uhr: Der Wettbewerb mit China ist auch das Einstiegsthema im Talk von Audi-Chefstratege Michael Müller mit Moderator Ansgar Graw. Hier erwartet Müller auf Nachfrage von Graw eine Marktkonsolidierung, denn durch die staatliche Förderung ist die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Hersteller nicht immer gegeben. Um die in der Vergangenheit starke Position von Audi zu behaupten, ist man bei E-Mobilität Joint Ventures mit lokalen Partnern eingegangen, muss aber auch die eigenen Hausaufgaben hinsichtlich unterschiedlicher Kundenwünsche auf dem chinesischen Markt gut erledigen.

Moderator Ansgar Graw (l.) freut sich mit Michael Müller, Leiter Unternehmensstrategie bei Audi, unter anderem über den gelungenen Start von Audi bei der Formel Eins (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Moderator Ansgar Graw (l.) freut sich mit Michael Müller, Leiter Unternehmensstrategie bei Audi, unter anderem über den gelungenen Start von Audi bei der Formel Eins (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

De-Coupling würde ganze Wirtschaftszweige lahmlegen

10:46 Uhr: Sein Fazit: Wir müssen beschleunigen und priorisieren in Deutschland: Regulatorik mit Augenmaß, Agilität und Innovationen pushen.

10:41 Uhr: Müller relativiert die angebliche Überlegenheit Chinas mit Hinweis darauf, dass auch das Reich der Mitte mit demografischen Problemen und zunehmender Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen hat, und viele wirtschaftliche Probleme durch staatliche Subventionen verdeckt werden. Aber China punktet mit konsequenter Langfristplanung bei vielen Zukunftsthemen wie KI und Quantencomputing. Um weiterhin global mitzuspielen fordert Müller eine europäische Regulatorik mit Augenmaß.Müller relativiert die angebliche Überlegenheit Chinas mit Hinweis darauf, dass auch das Reich der Mitte mit demografischen Problemen und zunehmender Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen hat, und viele wirtschaftliche Probleme durch staatliche Subventionen verdeckt werden. Aber China punktet mit konsequenter Langfristplanung bei vielen Zukunftsthemen wie KI und Quantencomputing. Um weiterhin global mitzuspielen, fordert Müller eine europäische Regulatorik mit Augenmaß und eine Beibehaltung der Technologieoffenheit, um der Branche Raum für flexibles Handeln zu geben.

10:34 Uhr: Michael Müller, Strategiechef von AUDI, startet mit seiner Keynote mit einem „Blick unter die Motorhaube“ zur Entwicklung des Premiumsegments in Deutschland und wie Audi darauf reagiert.

Michael Müller, Leiter Unternehmensstrategie bei Audi, berichtet über Audi und die Branche in der Transformation (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Michael Müller, Leiter Unternehmensstrategie bei Audi, berichtet über Audi und die Branche in der Transformation (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Immobilienexperte: Branche hat die letzten Jahre den Kundenfokus verloren

10:26 Uhr: „Innovation ist auch etwas, das aus Druck heraus entstehen muss“, findet Wnendt. Die Branche habe viel zu teuer produziert, jetzt müsse man aber günstiger und kundenbezogener produzieren. Die Unternehmen müssen ihren USP suchen. Die Lösung für Wnendt: Das Erschließen neue Kundenfelder um das alte Kernfeld herum. Zum Beispiel, indem man Geschäftsfelder sucht, die in den Immobilien stattfinden.

10:22 Uhr: „Ein Thema, das die letzten Jahre verlorengegangen ist, ist der Kundenfokus“, gesteht Wnendt. Bei Vollvermietung, florierenden Verkäufen und reger Bautätigkeit sei das viele Jahre für die Branche nicht notwendig gewesen. „Die Branche bildet sehr viele Leute sehr nahe an der Immobilie aus. Wir beschäftigen uns, salopp gesagt, mit dem Stapeln von Steinen.“ Eine Immobilie sei aber nichts wert, wenn diese nicht mit Leben gefüllt wird. Es gehe darum, jetzt die Leute mitzunehmen, dass sich etwas ändern müsse. Es brauche zudem eine Kombination mit neuem Know-how – zum Beispiel durch Personen, die diese Disruption schon durchlebt haben.

10:19 Uhr: Beim Immobilien Talk zum „Überleben im neuen Zinsumfeld“ mit Marcel Wnendt, CEO/CFO Bayerische Hausbau Real Estate, möchte Moderator und Journalist Oliver Stock wissen, wo die Branche steht. „Zumindest in schwierigen Zeiten“, antwortet Wnendt. Die Immobilienbranche erlebte lange paradiesische Zeiten, auch bedingt durch das Niedrigzinsumfeld. Das erste einschlagende Element, das fundamental verändert hat, war laut Wnendt Corona, dann der Ukraine-Krieg. „Mit steigenden Zinsen sinkt die Attraktivität einer Immobilie. „Wir haben zu lange gewartet seit 2022/2023, und haben geglaubt, die Dinge kommen wieder zurück.“ Inzwischen habe die Branche erkannt, dass diese Zeiten nicht wiederkommen. „Am Ende gehe es um die Frage, wie hoch der Druck sei, um sich zu verändern“, sagt er.

Moderator Oliver Stock (l.) und Marcel Wnendt, CEO/CFO der Bayerischen Hausbau Real Estate, diskutieren beim Immobilien Talk darüber, wie die Branche auf das Aus der paradiesischen Zeiten reagieren soll (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Moderator Oliver Stock (l.) und Marcel Wnendt, CEO/CFO der Bayerischen Hausbau Real Estate, diskutieren beim Immobilien Talk darüber, wie die Branche auf das Aus der paradiesischen Zeiten reagieren soll (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

„Einfach mal machen“

09:56 Uhr: Patrick Trutwein sieht immerhin einen Silberstreif am Horizont, weiterhin starke Unternehmen im Automobilsektor oder bei Green Tech stimmten optimistisch, und auch der Effekt durch das Sondervermögen stimmt – bei aller berchtigten Kritik an mangelnder Geschwindigkeit – hoffnungsvoll.Patrick Trutwein sieht immerhin einen Silberstreif am Horizont, weiterhin starke Unternehmen im Automobilsektor oder bei Green Tech stimmten optimistisch, und auch der Effekt durch das Sondervermögen stimmt – bei aller berechtigten Kritik an mangelnder Geschwindigkeit – hoffnungsvoll.

09:52 Uhr: Die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung für Pharmaunternehmen am Standort Deutschland beurteilt auch Peter Naumann schwierig: „Die Bedingungen jetzt sind innovationstödlich“. Aber mit einer wirtschaftlichen Perspektive könne man Forschung fördern und das deutsche Gesundheitssystem auf Vordermann bringen. Die jetzige Gesundheitsreform sei allerdings nicht weitsichtig genug.

09:48 Uhr: Kann die staatlich gelenkte Wirtschaft in China ein Vorbild für Deutschland sein?, fragt Körner. Daran werden von Hendrik Ahlers Zweifel geäußert, denn Innovation braucht Freiräume und der Kapitalismus hat als System gewonnen – als permanenter Prozess, bei dem man sich nicht zurücklehnen darf. Dazu passt, was Milei in Argentinien macht, nämlich alle staatlichen Prozesse und Ausgaben zu hinterfragen, was seiner Meinung nach volkswirtschaftlich Sinn macht. Und einfach mal machen muss die Maxime werden – ohne bereits vor jeder Entscheidung alle möglichen Probleme durchzudeklinieren. Das sieht auch Hildegard Müller so, die die überbordende Regulatorik der EU kritisiert. Insbesondere die fehlende Technologieoffenheit hält Müller für eine maßlose Selbstüberschätzung der EU.

Welche Strategien den Standort sichern diskutieren auf der Bühne (v. l.) Moderatorin Isabelle Körner, Henrik Ahlers, Hildegard Müller, Peter Naumann und Patrick Trutwein (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Welche Strategien den Standort sichern diskutieren auf der Bühne (v. l.) Moderatorin Isabelle Körner, Henrik Ahlers, Hildegard Müller, Peter Naumann und Patrick Trutwein (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

09:35 Uhr: Die Weltwirtschaft zwischen Deglobalisierung und neuen Allianzen: Der Frage nach den Strategien für Deutschland und Europas wirtschaftlichen Erfolg widmen sich Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung EY, Hildegard Müller, Präsidentin Verband der Automobilindustrie (VDA), Peter Naumann, CFO DACH Sanofi, Mitglied der Geschäftsführung Sanofi Deutschland, Patrick Trutwein, COO/CRO und Mitglied des Vorstands IKB und Moderatorin Isabelle Körner von ntv.

Henrik Ahlers von EY: Europa ist ein großer Markt, aber nicht effizient organisiert

09:27 Uhr: Ahlers blickt auf die Forschungs- und Entwicklungsstudie von EY. Seine gute Nachricht: Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigen. Aber: Die US-Unternehmen investieren mehr: 9,2 Prozent (USA) gegenüber 6,7 Prozent (Deutschland). Ein positiver Trend sei auch, dass die Zahl der Patente im KI-Bereich gestiegen ist, auch wenn China beispielsweise höher liege. Im zweiten Schritt gehe es dann um Skalierung. „Die Skalierung ist im Moment das größte Hemmnis“, findet Ahlers. Ein weiterer wichtiger Bereich ist für ihn das Feld der Talente. „Wir müssen ins Tun kommen“, fordert er. Dann werde Deutschland auch wieder an die Spitze kommen.

09:21 Uhr: Was können wir also tun? Europa verfügt laut Ahlers über 450 Millionen Verbraucher und sei ein gut organisierter Markt. „Und wir sind der einzige Markt, der aus der Historie heraus an den Freiheitsrechten festhält und Einsatz zeigt“, betont er. Zudem gebe es 23 Millionen Unternehmen in Europa, was 17 Prozent des globalen BPIs entspricht. „Ein großer Markt, der aber nicht effizient organisiert ist“, ergänzt er. Das Schöne sei, dass wir es selbst in der Hand hätten, diese Handelshemmnisse abzubauen. Zum Beispiel, indem man die Gewinnbesteuerung abbaue und anders organisiere.

Laut Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY, hat es Deutschland selbst in der Hand, die Handelshemmnisse abzubauen (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Laut Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY, hat es Deutschland selbst in der Hand, die Handelshemmnisse abzubauen (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

09:15 Uhr: Um „Deutschlands Rolle in der Wirtschaftswelt von morgen“ dreht sich die Keynote von Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. „Eigentlich sind wir die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, aber ehrlicherweise sind wir die sechstgrößte“, sagt Ahlers und spricht damit die Diskrepanz zwischen BPI und Kaufkraft in der Bundesrepublik an. „Wir fallen zurück.“

Wim Weimer: „Wer heute nicht innoviert, ist morgen Geschichte“

09:12 Uhr: Innovation bedeute auch, Risken einzugehen. In Deutschland werde Risiko oft mehr verwaltet als gewagt, findet Weimer. „Manchmal optimieren wir so lange, bis der Mut verloren geht.“ Daher seien die Gipfelteilnehmer eingeladen, verantwortungsvoll und mutig zu sein.

Ein Plädoyer für mehr Innovationen im Land hält Wim Weimer, Director Sales & Strategy der WEIMER MEDIA GROUP, bei seiner Eröffnungsrede am dritten Tag des Ludwig-Erhard-Gipfels am Tegernsee (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Ein Plädoyer für mehr Innovationen im Land hält Wim Weimer, Director Sales & Strategy der WEIMER MEDIA GROUP, bei seiner Eröffnungsrede am dritten Tag des Ludwig-Erhard-Gipfels am Tegernsee (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

09:06 Uhr: Das Welcome und Opening des dritten Tages übernimmt Wim Weimer, Director Sales & Strategy der WEIMER MEDIA GROUP. „Ist Wal Timmy nur ein Naturspektakel oder ein Spiegel unserer momentan Situation?“, fragt er. Der Problem-Wal entspreche Deutschland derzeit: Stagnation anstatt wieder in die Rolle zu kommen und nach vorne zu schwimmen. Und genau deshalb sprechen wir laut Weimer heute beim Gipfel über Innovationen – der Lebensader für die Wirtschaft. „Wer heute nicht innoviert, ist morgen Geschichte.“ Dabei erlebe man etwas Paradoxes: Je schneller sich etwas verändert, umso größer wird das Bedürfnis nach Vertrauen und Haltung. Und hier komme Gipfel-Namensgeber Ludwig Erhard ins Spiel. „Die Soziale Marktwirtschaft war im Kern eine Innovation.“ Wenn wir heute über Innovation sprechen, sollten wir uns gemäß Weimer folgende Frage stellen: Wofür innovieren wir eigentlich?

08:19 Uhr: Die Sonne scheint schon über dem Tegernsee, als die Gäste beim Ludwig-Erhard-Gipfel eintreffen. Der heutige dritte und letzte Tag der Konferenz steht unter dem Motto „Innovation & Science Day“.

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