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Unternehmen > Digitalisierungsspezialist

Bechtle gewinnt Großaufträge vom Staat – Aktie zieht kräftig an

| Redaktion Börse am Sonntag

Bechtle-Standort.
Kann die Bechtle-Aktie eine Rally starten? (Foto: Picture Alliance / dpa / Bernd Weißbrod)

Der IT-Dienstleister könnte 2025 doch noch zurück in die Erfolgsspur kommen. Der öffentlichen Hand sei Dank.

Der deutsche IT-Dienstleister Bechtle hat einen wichtigen Schritt gemacht: Das Unternehmen schloss zwei große Rahmenverträge mit der zentralen Vergabestelle für kommunale IT-Dienste, ProVitako, sowie deren Trägern — ein Deal mit einem Volumen von bis zu 501 Mio. Euro. Die Verträge laufen über ein Jahr mit der Möglichkeit auf dreifache Verlängerung, womit sie potenziell zur Basis für mehrere Jahre Einnahmen werden könnten.

Als Reaktion auf diese Nachricht schnellte die Aktie von Bechtle am Donnerstag um rund 6 Prozent nach oben — und zählte damit zu den stärksten Werten im MDax. Im laufenden Jahr liegt das Plus der Aktie inzwischen bei etwa 35 Prozent.

Warum der Staat dem Geschäft neuen Schwung gibt

Bechtle ist ein klassischer IT-Dienstleister und Systemhausanbieter: Das Unternehmen bietet Hardware, Software, Managed Services sowie IT-Infrastruktur für Unternehmen und Organisationen — häufig mit Fokus auf mittelständische Firmen und öffentliche Institutionen. In den letzten Jahren litt Bechtle jedoch unter der zurückhaltenden Investitionsbereitschaft vieler Kunden — vor dem Hintergrund konjunktureller Unsicherheit und globaler wirtschaftlicher Herausforderungen.

Mit dem Einstieg in öffentliche Aufträge kehrt nun ein stabilerer Kunde zurück: Öffentliche Hand bedeutet laufende, oft langfristig angelegte IT-Bedarfe — von Behörden über Schulen bis hin zu kommunalen Verwaltungen. Für Bechtle könnte das eine sichere Basis darstellen, nachdem private Auftraggeber in vielen Bereichen zögerlich waren.

Bechtle-Aktie

Strategie, Struktur und Ausblick

Das Management um Vorstandsvorsitzenden Thomas Olemotz sieht in der aktuellen Entwicklung Anlass für Optimismus: Der Trend aus dem Oktober — erste Zeichen einer Erholung — habe sich auch im November bestätigt, insbesondere dank Aufträgen aus dem öffentlichen Bereich.

Bechtle selbst hatte seine Prognose für 2025 bereits im Sommer bestätigt. Das Unternehmen erwartet, dass das Geschäftsvolumen leicht wächst, auch wenn der Umsatz nur moderat steigt; das Ergebnis vor Steuern (EBT) soll sich im Rahmen von minus bis plus fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr bewegen.

Damit positioniert sich Bechtle — zumindest strategisch — als Dienstleister, der sowohl vom öffentlichen Auftraggeber-Geschäft als auch von langfristigen Digitalisierungstrends profitieren kann. Mit rund 15.000 Mitarbeitenden und einer europaweiten Präsenz zählt Bechtle zu den größten IT-Dienstleistern Deutschlands und adressiert ein breites Spektrum von Kunden: von Mittelstand über Großunternehmen bis hin zu öffentlichen Verwaltungen.

Was das für Anleger bedeuten könnte

Für Investoren bietet die neue Entwicklung eine interessante Perspektive: Die abgesicherten Aufträge aus dem öffentlichen Bereich führen zu mehr Planbarkeit und berechenbarem Geschäft — ein Plus in Zeiten, in denen viele Firmen bei IT-Projekten vorsichtig sind. Die Kursreaktion zeigt, dass der Markt diese Perspektive bereits einpreist.

Allerdings bleibt das Jahr anspruchsvoll: Bechtle selbst rechnet mit moderatem Umsatzwachstum und schwankendem Ergebnis. Die kommenden Monate könnten zeigen, wie stabil das neue Geschäftsfeld wirklich ist — und ob Bechtle damit auch über 2025 hinaus erfolgreich bleibt.

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