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DORMA: Türen zu neuen Welten


Intelligente Türsysteme, die komfortabel für Zutritt sorgen, sind gefragt, von Behörden über Schulen, Konzertsälen oder Seniorenheimen bis hin zu Fußballstadien. Und damit kennt sich DORMA aus: Zur Produktpalette des Unternehmens gehören Türtechnik, Beschlagtechnik, automatische Schiebetüren sowie automatische Schiebewandsysteme, Beschläge für Glastüren und Raumteiler, Sicherungstechnik wie Einbruchschutz, Zutrittssysteme, Zeiterfassungssysteme und Trennwände. In vielen dieser Bereiche hat es DORMA in die Weltspitze geschafft. Unterdessen steht bei DORMA Barrierefreiheit im Fokus: Denn auch Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder ältere Menschen sollen ohne Probleme Verwaltungsgebäude, Geschäfte oder Büros betreten können. Auch auf Nachhaltigkeit wird Wert gelegt. So achtet DORMA bei der Herstellung auf einen schonenden Umgang mit Energie und Ressourcen. Darüber hinaus sollen die Produkte möglichst langlebig sein und zur Energieeffizienz von Gebäuden beitragen. Sowohl Design als auch die Technologie, aber auch Sicherheit und Komfort sind bei den Produkten von Bedeutung. Das Unternehmen produziert heute unter anderem in Europa, Singapur, Malaysia, China sowie Nord- und Südamerika und verfügt über 71 eigene Gesellschaften in 47 Ländern. Weltweit zählte DORMA mit einem Gesamtumsatz von 856,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2009/10 rund 6.500 Mitarbeiter.

Erfolgreich seit über 100 Jahren

103 Jahre nach der Firmengründung befindet sich DORMA indes immer noch im Familienbesitz. Rudolf Mankel und dessen Schwager Wilhelm Dörken gründeten den Betrieb und stellten zunächst Pendeltürbänder und gefräste Schrauben her. Die Nachnamen der beiden Chefs spiegelten sich im Firmennamen wider, der auch beibehalten wurde, als Wilhelm Dörken 1936 aus dem Unternehmen ausschied. Wie bei so vielen Firmen sorgte der Zweite Weltkrieg auch bei DORMA für eine Zäsur. Nach Kriegsende ging es weiter mit Türschließern. In den 1960er-Jahren begann DORMA mit der Produktion von Antrieben für automatische Türsysteme. 1970 stieg Karl-Rudolf Mankel, der Enkel des Firmengründers, bei DORMA ein und machte aus dem damals noch relativ kleinen Türtechnikspezialisten ein weltweit bekanntes Unternehmen. Er trieb die Entwicklung neuer Geschäftsbereiche voran, wie zum Beispiel Beschläge für Glastüren, und sorgte außerdem dafür, dass sich DORMA auf dem internationalen Markt in Position brachte: 1977 wurde eine Vertriebsgesellschaft in Frankreich gegründet, 1978 entstand die erste ausländische Produktionsstätte in Singapur. Ab der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre setzte Mankel bei der Leitung der Firma auch auf die Unterstützung externer Manager. 1996 übernahm der promovierte Physiker Michael Schädlich den Posten des Geschäftsführers. Unter anderem schaffte er eine neue Unternehmensstruktur mit einer Holding, fünf Geschäftsbereichen und weltweit 13 Vertriebsregionen. Zudem tätigte DORMA unter Schädlichs Ägide diverse Übernahmen. 2008, zum 100-jährigen Firmenjubiläum, wurde die nach dem Gründer benannte Rudolf-Mankel-Stiftung ins Leben gerufen, die von Karl-Rudolf Mankel und seinen beiden Töchtern Christine und Stephanie verwaltet wird. Anfang 2009 übergab Karl-Rudolf Mankel den überwiegenden Teil seiner Firmenanteile an seine beiden Töchter und leitete damit den Wechsel zur vierten Generation ein. Damit verbunden war auch ein Wechsel in der Geschäftsführung, wobei die Leitung von DORMA allerdings weiterhin bei externen Führungskräften liegt: Anfang 2010 wurde Thomas P. Wagner als Nachfolger von Michael Schädlich zum Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Im gleichen Jahr feierte DORMA die Produktion von insgesamt 100 Mio. Türschließern. Zum Jahresstart 2011 wurde die Unternehmensführung neu strukturiert: Ein 14-köpfiges internationales Führungsteam soll in fünf Vertriebsregionen in den kommenden Jahren für Wachstum sorgen.

15.09.2011 | 00:00

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