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Fissler: Erfolgreiche Kochprofis



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Der fahrbare Feldkochherd, den Karl Rudolf Fissler im Jahr 1892 ersann, erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit: Egal ob Polterabend, Vereins- oder Richtfest oder Open-Air-Konzert, ein deftiger Erbseneintopf, eine Gemüsesuppe oder würziges Gulasch kommt gut an. Eigentlich war der Anhänger mit integrierter Feuerstelle und einem oder mehreren Kesseln dafür gedacht, Arbeiter auf dem Feld mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen. Denn oft war der Weg auf die Felder lang und die Arbeit sehr anstrengend, da war eine Stärkung höchst willkommen. Im Ersten Weltkrieg erfreute sich die fahrbare Miniküche großer Beliebtheit, da sich die Soldaten nicht mehr selbst um die Zubereitung ihrer Mahlzeiten kümmern mussten. Der Ausdruck Gulaschkanone entstand vermutlich zum einen dadurch, dass der Feldkochherd zwei Räder sowie ein Ofenrohr hatte und daher einer Kanone ähnlich sah. Zum anderen wurden häufig Gerichte mit kleinen Fleischwürfeln zubereitet, die in den großen, mit Holz oder Kohle befeuerten Kesseln scharf angebraten wurden – eben wie beim Gulasch. Heute noch dienen moderne Varianten der Gulaschkanone in vielen Armeen dazu, Truppen im Manöver oder im Gefecht satt zu bekommen. Die Firma Fissler, 1845 von Carl Philipp Fissler ursprünglich als Klempner- und Installationsbetrieb gegründet, konzentriert sich heute auf Töpfe, Pfannen, Woks, Schnellkochtöpfe und andere Küchengerätschaften für das Kochen zu Hause. Und da werden hohe Ansprüche gestellt. So müssen die Töpfe dem harten Kochalltag lange trotzen und auch mal einen Durchgang in der Spülmaschine unbeschadet überstehen. Moderne Materialien ermöglichen es, energiesparend, schonend und gesund zu kochen, und auch auf praktische Funktionen wie handliche Griffe, an denen man sich nicht die Finger verbrennt, wird geachtet. Details wie Messskalen auf der Topfinnenseite, variable Deckelpositionen, Ausgusshilfen oder abnehmbare Griffe machen je nach Serie das Kochen leichter. Auch die Auswahl an nützlichen Küchenhelfern wie Pfannenwendern, Salatbesteck oder Rührbesen ist groß. Bei der Entwicklung neuer Kochgeräte arbeitet Fissler mit Spitzenköchen wie Frank Buchholz zusammen und für Hobbyköche, die ihre Fähigkeiten ausbauen wollen, veranstaltet die Firma Kochvorführungen und Kurse mit erfahrenen Kochprofis.

Kochen in Asien

Nicht zuletzt dank der Fernsehköche ist das Zubereiten von Mahlzeiten für viele unterdessen nicht mehr eine lästige Hausfrauenpflicht, sondern Lifestyle. Das bedeutet: Auch die Optik muss stimmen. Und so verwundert es nicht, dass Töpfe, Pfannen und Messer stilbewusst daherkommen, damit der Genuss schon in der Küche anfängt. Immer noch ist das Unternehmen aus der Edelsteinstadt im Familienbesitz. Rund 90% der Küchen- und Kochgeräte werden in Deutschland hergestellt. Made in Germany – das zieht im Ausland. Dank zahlreicher Tochtergesellschaften und Vertriebspartner stehen die Töpfe und Pfannen von Fissler in über 70 Ländern auf dem Herd. Auf das Ausland entfällt inzwischen sogar der größte Anteil der Geschäfte. So lag der Auslandsanteil am Umsatz in Höhe von 167 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2009 bei 63%. Vor allem in Asien kocht man gern mit Fissler-Töpfen. Hier wurde ein Plus von 16% verzeichnet. Hier haben die Kochgeräte aus Idar-Oberstein den Status begehrter Prestige-Objekte erreicht, die in exklusiven Läden zu entsprechend hohen Preisen verkauft werden.

31.01.2011 | 00:00

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