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Halbleiter: Die Krise und ihre Gewinner

(Foto: Gorodenkoff / Shutterstock)



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Halbleiter sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens und der Industrie geworden und sind nicht mehr wegzudenken aus der modernen Zivilisation. Trotzdem schaut die Welt aktuell auf eine noch nie dagewesene Halbleiterkrise. Viele Mikrochips sind aktuell starke Mangelware.

Nicht nur die Industrie wie der Auto- und Technologiesektor haben mit Lieferengpässen und Stillständen in der Produktion zu kämpfen, sondern auch die Konsumenten selbst sind davon betroffen. So sind PC-Komponenten wie die CPU und GPU zu echter Mangelware geworden.

Jedoch nicht nur PC-Komponenten sind häufig ausverkauft und teurer geworden, auch bei Smartphones und Laptops gibt es häufig Wartezeiten. So beträgt die Lieferfrist für ein neues iPhone 13 Pro, selbst zwei Monate nach dem Release, noch drei bis vier Wochen. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, wird stark in den Ausbau der Produktion bei TSMC und Samsung investiert.

Große Chance für ASML?


Der niederländische Konzern ASML Holding N.V. ist der größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie. Diese hochkomplexen Maschinen werden für die Belichtung von Siliziumwafern benötigt, um damit die einzelnen Schaltkreise zu produzieren. Dementsprechend hoch sind auch die Preise, welche sich auf bis zu 150 Millionen pro Stück belaufen können. Wie ASML im Annual Report für das Jahr 2020 berichtete, betrug ihr weltweiter Marktanteil dabei bereits rund 62 Prozent.

Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen des dritten Quartals wider. ASML konnte im Nettoergebnis um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 1,74 Milliarden wachsen. Beim Umsatz betrug das Wachstum 32 Prozent, was rund EUR 5,24 Milliarden entspricht. Auch für das laufende vierte Quartal wird mit Erlösen zwischen EUR 4,9 bis 5,2 Milliarden gerechnet. Durch diese starken Zahlen und die weiterhin positiven Aussichten hat das Unternehmen mittlerweile eine Marktkapitalisierung von rund EUR 280 Milliarden erreicht. Damit ist es das wertvollste Technologieunternehmen Europas, wie das Handelsblatt berichtet.

Zu den wichtigsten Kunden von ASML und deren Lithographiesystemen zählen die großen Halbleiterproduzenten wie TSMC (Taiwan Semiconductor), Samsung Electronics und Intel.

Neuorientierung bei Intel


Nach großen Problemen mit dem 10-nm-Produktionsverfahren für die Halbleiter ist Intel Corporation zunehmend ins Hintertreffen zu den Konkurrenten Advanced Micro Devices Inc. (AMD) und NVIDIA Corporation geraten. Dies zwang den Halbleiterproduzenten aus Kalifornien, neue Wege einzuschlagen und Maßnahmen zu ergreifen. So plane der Technologiekonzern ein milliardenschweres Investitionsprojekt für zwei neue Chipfabriken, wie das Handelsblatt berichtet. Ebenfalls wolle man neue Standorte in Europa eröffnen.

Diese neuen Produktionskapazitäten sind auch notwendig, da Intel sich entschieden hat, nicht mehr nur die eigenen Mikrochips zu produzieren, sondern zusätzlich auch Auftragsfertigungen für andere Unternehmen zu übernehmen. Dabei konnte man bereits erste Erfolge erzielen und einige Halbleiter für Amazon.com Inc. und Qualcomm Incorporated fertigen. Ebenfalls verkündete Pat Gelsinger, CEO von Intel, man sei weiterhin an einer erneuten Zusammenarbeit mit Apple interessiert. Diese könne in Form von erneuter Lieferung von Intel CPUs (Central Processing Unit) oder auch der Fertigung von Apples hauseigenen Chips geschehen.

Intel fokussiert sich neu zusätzlich auf den GPU-Markt (Graphics Processing Unit). So plane man, laut Intel, im ersten Quartal 2022 eine eigene Grafikkarte unter dem Namen Intel Arc zu veröffentlichen und in diesem Markt mit AMD und NVIDIA zu konkurrieren.

NVIDIA

NVIDIA feiert einen Rekord nach dem anderen – sei es bei der Leistung ihrer Grafikkarten oder bei den Quartalszahlen. Dabei kann NVIDIA bei der Produktion kaum mit der Nachfrage mithalten. Viele neue Grafikkarten des Herstellers sind nur schwer oder zu sehr hohen Preisen noch erhältlich. Diese Grafikkarten haben ein breites Einsatzgebiet. So werden sie bei der professionellen Video- und Bildbearbeitung benötigt, genauso wie bei 3D-Animationen und komplexen Berechnungen in der Astrophysik.

Im privaten Haushalt gewinnt die Grafikkarte auch zunehmend an Bedeutung. Durch den E-Sports- und Kryptomining-Boom ist auch hier die Nachfrage nochmals stark gestiegen.

Aktuell versucht NVIDIA, den britischen Chipentwickler ARM Ltd. zu übernehmen und damit seine Marktposition zusätzlich zu stärken. ARM Ltd. entwickelt die Grundarchitektur der ARM-basierten SoC (System-on-a-Chip) und lizensiert diese. Diese Lizenzen werden anschließend an die Chipentwickler für Smartphones, Tablets und Laptops verkauft. Die größten Kunden sind dabei Apple, Samsung und Qualcomm, deren Chips alle auf der ARM-Architektur aufbauen.

Eine Analyse von Vontobel

11.11.2021 | 13:40

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