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Hipp: Bio für Babys



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Claus Hipp, der den gleichnamigen Hersteller von Babynahrung 1967 von seinem Vater übernahm, steht laut Werbung mit seinem Namen für die Qualität seiner Produkte ein. Die Unternehmensphilosophie lautet „Herstellung von Produkten in Spitzenqualität und im Einklang mit der Natur“. Man nimmt es dem bekennenden Katholiken ab, dass er sein Qualitätsversprechen ernst meint. Schließlich war schon sein Vater Georg, der das Unternehmen 1932 gegründet hatte, vom Ökokonzept überzeugt. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von Hipp mit Zwiebackmehl für die Herstellung von Babymilch. Fertige Babykost aus industrieller Produktion war damals in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Mütter pürierten meist selbst Obst oder Gemüse für ihren Nachwuchs. In den USA war man schon etwas weiter, dort gab es verschiedene Babybreis, zum Beispiel mit Gemüse wie Karotten oder Erbsen, Fleisch oder Früchten, in Konservendosen. Ab den 1950er-Jahren brachte Georg Hipp solche Beikost nach amerikanischem Vorbild auf den deutschen Markt, zuerst als Konserve, später im praktischeren Gläschen. Wichtig war ihm aber, dass das Obst und Gemüse von bester Qualität war und nicht mit Chemie in Kontakt kam. Und so setzte er ab 1956 konsequent auf Ökolandbau, auch auf dem eigenen Hof. Anfangs glaubte allerdings nicht jeder Landwirt, der das Unternehmen belieferte, an das Konzept und so setzte Sohn Claus alles daran, die Bauern von den Vorteilen der Bio-Erzeugung zu überzeugen.

Gesund und glücklich

Heute versorgen über 6.000 Biobauern die Firma Hipp mit Milch, Obst und Gemüse, Getreide sowie Fleisch. Alles muss organisch-biologischen Kriterien entsprechen. Das Gemüse darf zum Beispiel nicht mit chemisch-synthetischen Spritzmitteln behandelt werden. Auch bei Obst sind Chemie und künstliche Dünger absolut tabu. Natürlich stammt die Milch von glücklichen Kühen, die auf Biobauernhöfen artgerecht gehalten werden. Aus artgerechter Haltung stammt auch das Geflügel-, Rinder- und Schweinefleisch, das für Hipp-Produkte verwendet wird. Nur Biorohstoffe, die nach der EG-Ökoverordnung angebaut wurden, dürfen in die Baby-Gläschen –, dass Gentechnik hier nichts zu suchen hat, versteht sich von selbst. Die Qualität der Rohstoffe sowie die der fertigen Produkte wird darüber hinaus mit umfangreichen Kontrollen überprüft, damit Eltern wirklich sicher sein können, ihre Kinder nur mit schadstofffreier und gesunder Kost zu füttern. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur ist dem Unternehmen nicht nur im Hinblick auf möglichst hochwertige Babynahrung wichtig. Neben Milchnahrung, Breien aller Art, Keksen und Knabberartikeln, Tees und Säften gehören Pflegeprodukte für empfindliche Babyhaut und Nahrungsergänzungsmittel sowie Kosmetik für Schwangere und stillende Mütter zum Sortiment, das insgesamt über 250 Produkte umfasst. Der Anspruch, mit der Natur und ihren Ressourcen respektvoll und schonend umzugehen, macht auch vor anderen Bereichen von Hipp nicht halt. Und so nutzt das Unternehmen aus Pfaffenhofen schon seit Jahren Strom aus erneuerbaren Energien, bemüht sich um sparsamen Umgang mit Wasser und will die Firmenautos auf alternative Antriebe umrüsten. Für die Bemühungen um den Umweltschutz erhielt Hipp bereits zahlreiche Preise. So zeichnete 2010 die Unternehmensberatung Ernst & Young den promovierten Juristen und erfolgreichen Maler Claus Hipp als Entrepreneur des Jahres in der Kategorie Industrie aus.

25.01.2011 | 00:00

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