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Lignum - Inflationsschutz und Rendite aus Holz


Das funktioniert, indem Anleger direkt in den Sachwert Edelholz investieren, und zwar, indem sie eine bestimmte Menge an Edelholz zu festen Terminen kaufen. Es werden also keine Aktien an einem Unternehmen der Forstbranche gekauft, sondern der Rohstoff selbst.

Zur Wahl stehen mittlerweile vier Edelholzarten. Neben der Robinie, die Lignum seit 2004 im Angebot hat, besteht seit Juli die Möglichkeit, in Maulbeere, Kirsche und Schwarznuss zu investieren. Die Laufzeiten der Kapitalanlage variieren dabei je nach Sorte zwischen 12 und 22 Jahren. Je nach Holzsorte und der Menge können nach Angaben von Lignum Renditen zwischen 6,1% und 10,8% erzielt werden. Auch Kombinationen der verschiedenen Holzarten sind möglich. Nach der Ernte wird dem Anleger das Holz jedoch nicht geliefert, sondern verkauft, wobei der Investor den Erlös erhält. Das Risiko, dass es zu einer zu geringen Ernte kommt oder das Holz von schlechter Qualität ist, müssen Anleger nicht tragen. Große Anbauflächen, verteilt über verschiedene Standorte, sorgen dafür, dass Lignum geringere Erträge ausgleichen und so die vereinbarten Mengen zusichern kann.

Natürlicher Schutz gegen Inflation

Die Idee, auf Holz zu setzen, kommt bei den Investoren offenbar sehr gut an, wie der deutliche Anstieg des Zeichnungsvolumens im August zeigte: Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde ein Plus von 29,4% verzeichnet. Die Robinie war weiterhin der Bestseller: 45% der neu anlegten Gelder entfielen auf diese Laubbaumart, der Rest verteilte sich auf die neuen Sorten. Edelhölzer könnten insbesondere für Investoren, die von steigender Inflation in den kommenden Jahren ausgehen, eine interessante Alternative zu den Anti-Inflations-Klassikern Immobilien oder Gold sein. Wirtschaftskrisen lassen Bäume nämlich völlig unbeeindruckt, sie wachsen trotzdem. Zudem dürfte die Nachfrage nach Holz auf lange Sicht steigen, vor allem nach robusten und hochwertigen Edelhölzern, die rund 4% bis 5% des weltweiten Holzmarkts ausmachen. Weil aber das Angebot nach jahrelangem Raubbau an den Beständen knapp ist, vor allem bei den begehrtesten Edelhölzern, wie Mahagoni oder Teak, wird in den nächsten Jahrzehnten mit einem Rückgang des Aufkommens an Edelhölzern um 3% bis 5% jährlich gerechnet. Vor diesem Hintergrund erwarten Experten langfristig Preissteigerungen für Edelholz im Bereich von 6% bis 8% jährlich. Holzpreise lassen sich gut kalkulieren, da in einigen Jahren nur die Bäume gefällt werden können, die heute bereits gepflanzt wurden.

Tropische Wälder schützen

Wer fürchtet, mit einem Holz-Investment zur weiteren Abholzung des Regenwaldes beizutragen, kann bei Lignum beruhigt sein. Brasilianisches Teak-Holz wird nicht mehr angeboten. Stattdessen setzt Lignum auf den intensiven Anbau der vier Edelhölzer Robinie, Maulbeere, Kirsche und Schwarznuss, und zwar in Europa. Dafür betreibt das Unternehmen aus Berlin eigene Pflanzungen in Bulgarien. Ein eigener Forstbetrieb kümmert sich dort um die Verwaltung und Pflege des Baumbestands. Die kontrolliert und nachhaltig angebauten Hölzer aus Europa sollen Hölzer aus den Urwäldern vollständig ersetzen können, da sie genauso schön, robust und hochwertig sind wie tropische Edelhölzer. Das FSC-Umweltsiegel für das Holz aus Lignum-Produktion bescheinigt die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Anleger können also mit ihrem Investment zusätzlich noch einen Beitrag zum Schutz des Regenwaldes leisten – ein Aspekt, der vor dem Hintergrund eines verstärkten Interesses an nachhaltigen Investments künftig noch mehr in den Fokus rücken dürfte.

22.10.2009 | 00:00

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