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Meindl: Gut zu Fuß



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Nachhaltigkeit, Bio bei Lebensmitteln und Kosmetik und ein bewusster Lebensstil möglichst im Einklang mit der Natur liegen voll im Trend. Für viele äußert sich das auch darin, dass sie versuchen, aufs Auto zu verzichten und ihre Freizeit in der freien Natur verbringen – Outdoor heißt das Zauberwort. Dahinter verbergen sich Aktivitäten wie Wandern, Nordic Walking, Trekking oder Bergsteigen. Kein Wunder, dass dieser Bereich den Sportartikelhändlern und -herstellern seit einigen Jahren steigende Umsätze beschert: Immerhin wandern nach einer Studie des Deutschen Wandererverbands fast 40 Mio. Deutsche gern und geben rund 7,5 Mrd. Euro jährlich für dieses Hobby aus. Gute und zuverlässige Ausrüstung ist dabei gefragt. Vor allem auf die Schuhe kommt es beim Wandern an, und die haben bei Meindl seit über 300 Jahren Tradition. Die Firma gehört zu den wenigen Schuhproduzenten, die noch überwiegend in Deutschland ihre Schuhe herstellen, statt sie im preiswerteren Asien fertigen zu lassen. Eine Kombination aus altbewährtem Schuhmacherhandwerk und modernen Maschinen sorgt für die Qualität der Produkte. Eigenen Angaben zufolge produzieren über 200 Mitarbeiter über eine Million Schuhe. Darunter finden sich zum Beispiel komfortable Trekkingschuhe, Wanderschuhe für alpines Gelände, leichtere Schuhe für Alltag und Freizeit, sportliche Schuhe für Nordic Walking oder Sandalen. Auch Spezialschuhe für die Jäger oder warme Stiefel für warme Füße bei Eis und Schnee finden sich im Katalog, ebenso wie Haferlschuhe, die ein Trachtenoutfit erst perfekt machen.

Tradition und Moderne

Wichtigster Werkstoff für die Schuhe ist das Naturprodukt Leder, doch darüber hinaus sorgen moderne Materialien wie Goretex für angenehm trockene Füße und ein gutes Klima im Schuh. Und auch eine ganze Menge Technik steckt in den Schuhen, wie zum Beispiel spezielle Polsterschäume für gute Passform, stabilisierende und dämpfende Fußbetten oder griffige Sohlen für Trittsicherheit auch in schwierigem Gelände. Bereits im Jahr 1683 wurde ein Schuhmacher namens Petrus Meindl in Kirchanschöring erstmals urkundlich erwähnt. Seither gab es in dem Örtchen immer einen Meindl, der sein Geld als Schuster verdiente. Der Grundstein für die heutige Firma wurde 1928 gelegt, als der Schuhmacher Lukas Meindl sich mit einem kleinen Geschäft selbstständig machte. Allerdings erschien ihm das Geschäft mit Lederhosen und anderer Kleidung aus Leder zunächst lukrativer und mit der Verarbeitung von Leder kannte er sich schließlich bestens aus. In die Schuhproduktion stieg die Firma erst ab 1949 ein und eroberte sich als Hersteller handgefertigter Skistiefel, Arbeits- und Bergschuhe einen Platz in der Nische. Seine beiden Söhne Alfons und Hannes arbeiteten ebenfalls im Unternehmen mit und übernahmen nach dem Tod ihres Vaters 1974 die Geschäftsleitung. Mit vereinten Kräften machten sie aus der kleinen Schusterwerkstatt, die 1948 zehn Mitarbeiter beschäftigte, im Laufe der Jahre einen international renommierten Spezialisten für Wanderstiefel und Schuhe für aktive Menschen. Hannes übernahm später das Geschäft mit Leder- und Trachtenkleidung, das heute eigenständig ist. Alfons konzentrierte sich auf die Schuhe. Selbst begeisterter Jäger und Bergwanderer wusste er genau, auf was es bei Schuhen fürs Klettern und Wandern ankommt. Nicht nur in seine Produkte steckte er viel Herzblut, auch für Umweltschutz sowie soziale Projekte setzte er sich ein. Seit 2006 führen die Söhne Lars und Lukas nicht nur die Firma im Sinne Alfons Meindls weiter, sondern riefen auch im Namen ihres Vaters eine Stiftung ins Leben, um in Not geratenen Menschen der Region zu helfen.

15.02.2011 | 00:00

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