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Unternehmen > Hohe Dividenrendite und Kurspotenzial

DHL-Aktie kommt in Fahrt

| Oliver Götz

DHL-Container
Zu Weihnachten noch mehr unterwegs als sonst: DHL-Container. (Foto: picture alliance / Jens Niering | Jens Niering)

Kurz vor dem jährlich wiederkehrenden Weihnachts-Boom, sorgt der Logistikriese mit starken Zahlen für festliche Stimmung. Eine attraktive Bescherung könnte folgen.

Bei 4,7 Prozent liegt die Dividendenrendite der DHL-Aktie. Besonders vor dem Hintergrund fallender Zinsen auf Anleihen und Festgeld ist das ein verlockend hoher Wert. Doch obwohl der schon länger in solchen Sphären umherschwirrt, griffen nur wenige Anleger bei den Papieren des Logistikriesen zu. Eine hohe Dividendenrendite schließlich signalisiert gemessen an sinkenden Gewinnen und damit fallenden Kursen unter Umständen auch ein zu hohes Ausschüttungsniveau, das auf Dauer nicht haltbar ist. Und tatsächlich dümpelte der Kurs des Mutterkonzerns der Deutschen Post in den vergangenen drei Jahren in einer ausgeprägten Seitwärtsbewegung vor sich hin. Nach der Sonderkonjunktur in den beiden Pandemie-Jahren, kämpfte DHL schnell wieder mit hohen Kosten und Ineffizienzen im Konzernkonstrukt. Gemeinsam mit einer schwächelnden Weltwirtschaft und zuletzt Donald Trumps rigider Zollpolitik, ließ das die Gewinne schmelzen. Anleger blieben in der Folge vermehrt an der Seitenlinie. Dividendenrendite in ähnlicher Höhe zahlten auch andere Unternehmen bei besseren Gewinnaussichten, die Allianz beispielsweise.

Sollten Anleger in die Offensive gehen?

Nach den überraschend starken Zahlen zum dritten Quartal, könnte es sich nun aber lohnen, die abwartende Haltung aufzugeben und in die Offensive zu gehen. Zwar sank der Umsatz von Juli bis September bedingt durch Währungseffekte und Volumenrückgänge im Vergleich zum Vorjahr von 20,6 auf 20,1 Milliarden Euro, gleichzeitig aber stieg das operative Ergebnis um 7,6 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Wie viel dieses Plus wert ist, zeigt allein, dass Analysten im Schnitt mit einem Rückgang des Ebits gerechnet hatten. Das operative Ergebnis habe den Konsens übertroffen, schrieb JPMorgan-Expertin Alexis Dogani und beließ die Aktie mit einem Kursziel von 47,50 Euro auf „Overweight“.

 „Angesichts des weiterhin herausfordernden Marktumfelds sind wir sehr zufrieden", erklärte CEO Tobias Meyer zufrieden. Nun paart sich eine fast fünf Prozent umfassende Dividendenrendite also plötzlich wieder mit Gewinnwachstum, was die Aktie besonders für Value-Investoren zum spannenden Comeback-Investment macht. Am Donnerstag lag die DHL-Aktie mit einem Plus von acht Prozent direkt auf Platz zwei im Dax, knapp hinter den Titeln von Zalando und deutlich vor dem Rest.

Gut angekommen sein dürfte dabei auch, dass DHL seine Gewinnprognose für das laufende Jahr nicht, wie von einigen Marktteilnehmern erwartet, kassiert hat. Weiterhin wollen die Bonner 2025 ein Ebit von mindestens sechs Milliarden Euro erreichen und müssen dazu ein entsprechend starkes Schlussquartal abliefern. Nach neun Monaten stehen bislang 4,3 Milliarden Euro operativer Gewinn in den Büchern. Dass sich der Konzern dahingehend ein starkes Weihnachtsgeschäft zutraut, wird honoriert. Der Logistik-Krösus hat bereits 10.000 Arbeitskräfte zusätzlich für das Geschäft im Advent eingestellt, hinzu kommen 11.000 Fahrzeuge mehr als sonst. Im Express-Bereich sollen zehn zusätzliche Frachtflugzeuge fliegen.

DHL-Aktie

Kostensenkungen greifen und bilden Fundament für Kurserholung

Nun darf DHL die so geschürten Erwartungen bloß nicht enttäuschen. Aus allmählich festlicherer Stimmung rundum die Aktie, könnte dann eine noch attraktivere Bescherung werden. Die Aktie käme dann rechtzeitig zur Dividendensaison im Frühjahr kommenden Jahres mit einem ordentlichen Facelift daher, getragen von einem schneller als erwartet greifenden Kostensenkungsprogramm. Dieses hätte eigentlich erst 2027 voll durchschlagen sollen, trägt nun aber bereits maßgeblich zum wieder steigenden Gewinn bei. Insgesamt will CEO Meyer bis zu eine Milliarde Euro jährlich einsparen. Dazu fallen in der deutschen Brief- und Paketsparte, die unter besonders hohem Kostendruck steht, 8.000 Jobs weg. Konzernweit arbeiteten für DHL im September bereits zwei Prozent weniger Menschen als noch vor einem Jahr. Effizienz-Fortschritte machte DHL in der Express-Sparte, wo die Kosten im Vorjahresvergleich um 8,5 Prozent sanken. Gemeinsam mit einigen kleineren Preiserhöhungen kann Finanz-Vorständin Melanie Kries ein positives Zwischenfazit ziehen: „Wir haben unsere Ebit-Marge weiter verbessert und einen starken Free Cashflow erzielt.“ Letztere sei ein Beleg dafür, dass die Maßnahmen zur Kostensenkung im Konzern entschlossen durchgesetzt würden, lobt JPMorgan-Analystin Dogani.

Mit dem Kostensenkungsprogramm hat DHL auch ein Fundament geschaffen, das, sollte sich das wirtschaftliche Gesamtumfeld aufhellen, noch deutlich höhere Gewinne ermöglicht. Dann könnte auch der Aktienkurs nachhaltig nach oben ausbrechen. Dazu gibt’s die stattliche Dividendenrendite.

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