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Snowflake: Warren Buffett vor 600-Millionen-Dollar-Investment



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Nach anfänglicher Zurückhaltung geht der Börsenguru erneut auf Shoppingtour. Erst Aktien japanischer Unternehmen, jetzt ein heißes Tech-Einhorn namens Snowflake. Was hinter dem Mega-Deal steckt.

Während sich Anleger fragen, ob Technologieaktien nicht längst überbewertet sind, kündigt Berkshire Hathaway an, in einen der vielleicht begehrtesten Technologie-Börsengänge des Jahres einzusteigen. Snowflake ist ein schnell wachsendes Cloud-Software- und Data-Warehouse-Unternehmen. Am Dienstag hat Snowflake einen geänderten Emissionsprospekt eingereicht, aus dem hervorgeht, dass Berkshire Hathaway etwa 250 Millionen Dollar an Snowflake-Aktien zum IPO-Preis und weitere vier Millionen Aktien von einem anderen Aktionär kaufen will. Die beiden Transaktionen summieren sich auf eine Gesamtbeteiligung in Höhe von rund 600 Millionen Dollar – vorausgesetzt, es beläuft sich auf den erwarteten Preis von 80 Dollar pro Anteilsschein. Durch den Verkauf von insgesamt 28 Millionen Aktien plant das Unternehmen, zwei Milliarden Dollar einzunehmen.  

Snowflake ist auf dem besten Weg, einer der heißesten Deals zu werden, den die Branche seit langem gesehen hat. Im vergangenen Quartal sind die Einnahmen des Unternehmens um 121 Prozent gestiegen, was im Vergleich zu vielen Mitbewerbern ein starkes Wachstum bedeutet. Zudem verspricht das Best-of-Breed-Angebot des Unternehmens weiteres Wachstum in den Folgequartalen. Best-of-Breed bedeutet: IT-Systeme finden für jeden Anwendungsbereich von Unternehmenssoftware die bestmögliche Lösung und integrieren diese.

Viele halten es für Buffetts größten Karrierefehler, dass er den Aufstieg von Technologiegiganten wie Apple, Amazon und Microsoft weitgehend verpasst hat. Wie Bloomberg kürzlich analysierte, waren allein diese drei Aktien für 25 Prozent der Gewinne verantwortlich, die in den letzten fünf Jahren bei Indizes, die den globalen Markt abbilden, erzielt wurden. Erst 2016 hat Berkshire mit dem Aufbau seiner jetzt 119 Milliarden Dollar schweren Apple-Position begonnen und erst 2019 Jahr ist er bei Amazon eingestiegen. Keine dieser Investments wurde vom Börsenguru selbst iniziert, sondern von seinen Stellvertretern Todd Combs und Ted Weschler. Vermutlich hat Buffett nun Angst, den nächsten Tech-Aufsteiger zu verpassen. Mit Snowflake scheint er bereit, Risiko einzugehen.

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09.09.2020 | 12:36

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