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Commerzbank mit starkem Jahresauftakt – Bestes Konzernergebnis im Quartal seit mehr als 10 Jahren

(Foto: Shutterstock)

Die Commerzbank hat im ersten Quartal 2024 ihr bestes Konzernergebnis seit mehr als zehn Jahren erzielt.

Sie steigerte ihr Operatives Ergebnis zum Jahresauftakt um rund 24 % auf 1,1 Milliarden Euro und verbesserte ihr Konzernergebnis um rund 29 % auf 747 Millionen Euro. Treiber waren insbesondere das starke Kundengeschäft und das immer noch günstige Zinsumfeld. Der Zinsüberschuss lag mit gut 2,1 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorquartals und damit nahe am Rekordwert des dritten Quartals 2023. Der Provisionsüberschuss legte sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch im Vergleich zum Vorjahresquartal zu. Die Kosten sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiter gesunken. Das Risikoergebnis blieb im anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld weiterhin auf einem moderaten Niveau.
 
Die Kapitalrückgabe für das Geschäftsjahr 2023 hat die Commerzbank erfolgreich abgeschlossen. Auf der Hauptversammlung am 30. April 2024 stimmten die Aktionärinnen und Aktionäre für den Dividendenvorschlag in Höhe von 0,35 Euro pro Aktie. Damit hat die Bank wie angekündigt insgesamt rund 1 Milliarde Euro an ihre Anteilseigner zurückgegeben – bestehend aus der Dividendenausschüttung in Höhe von rund 415 Millionen Euro sowie dem im März abgeschlossenen zweiten Aktienrückkaufprogramm im Volumen von rund 600 Millionen Euro.
 
„Wir liefern, was wir versprechen. Wir sind mit viel Schwung ins neue Jahr gestartet. Das starke Kundengeschäft und das sehr gute Ergebnis im ersten Quartal bestärken uns in unserem Ziel, den Gewinn 2024 zu steigern“, sagte der Vorsitzende des Vorstands Manfred Knof. „Bei der Umsetzung unserer Strategie bis 2027 machen wir weiter gute Fortschritte. Vor allem auf der Ertragsseite zeigt sich immer klarer, dass unser kundenzentriertes Geschäftsmodell auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld trägt. Dabei werden sich die jüngsten Akquisitionen im Asset-Management und im Zahlungsverkehrsgeschäft im weiteren Jahresverlauf bei den Provisionserträgen bemerkbar machen.“
 
Die Commerz Globalpay GmbH, das Joint Venture der Commerzbank zusammen mit Global Payments, hat Ende April die kartellrechtliche Freigabe erhalten. Die Beteiligung der Commerzbank wurde Anfang Mai vollzogen. Der Vertrieb des gemeinsamen Angebots digitaler Bezahlprodukte soll zeitnah starten. Die Commerz Globalpay GmbH wird Unternehmerkunden unter anderem die Möglichkeit bieten, mit der Smartphone-basierten App „GP tom“ mobil Zahlungen ohne zusätzliches Kartenlesegerät zu akzeptieren.
 
Auf dem Weg zu ihren strategischen Zielen hat die Commerzbank im Firmenkundengeschäft im ersten Quartal einen wichtigen Meilenstein bei der IT-Konsolidierung erreicht. Mit Abschluss der Migration ihrer Buchungsplattform für Währungen und Rohstoffe hat die Bank ihre IT-Infrastruktur deutlich vereinfacht. Seit 2020 hat die Commerzbank die Anzahl der IT-Applikationen für den Kapitalmarkthandel insgesamt um 40 % reduziert. Dadurch konnte Komplexität abgebaut und die Anwenderfreundlichkeit verbessert werden. Die eingesparten Kosten werden reinvestiert, um Kunden zukünftig ein noch besseres Preis- und Produktangebot bieten zu können.
 
Als die Bank für Deutschland hat die Commerzbank den Anspruch, jeder Kundin und jedem Kunden das passende Angebot für die individuellen finanziellen Bedürfnisse anzubieten. Das unterstreicht die Bank mit ihrer heute gestarteten neuen Markenkampagne.
 
Geschäftsentwicklung im ersten Quartal: Starkes Kundengeschäft treibt Erträge
 
Die Commerzbank steigerte ihre Erträge in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 3 % auf 2.747 Millionen Euro (Q1 2023: 2.668 Millionen Euro). Dabei profitierte sie von einem starken Kundengeschäft und dem anhaltend günstigen Zinsumfeld. Die erneute Vorsorge für Rechtsrisiken aus Fremdwährungskrediten bei der mBank in Höhe von 318 Millionen Euro konnte so mehr als kompensiert werden (Q1 2023: 173 Millionen Euro). Der Zinsüberschuss lag im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9 % höher bei 2.126 Millionen Euro (Q1 2023: 1.947 Millionen Euro) und damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorquartal (Q4 2023: 2.126 Millionen Euro). Den Provisionsüberschuss hat die Commerzbank, getragen vom saisonal starken Wertpapiergeschäft, mit 920 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal und auch im Vergleich zum Vorquartal (Q1 2023: 915 Millionen Euro, Q4 2023: 798 Millionen Euro) gesteigert.
 
Bei den Kosten hält die Bank trotz des anhaltenden Inflationsdruckes Kurs. Die Gesamtkosten gingen im ersten Quartal des Jahres um rund 8 % auf 1.588 Millionen Euro (Q1 2023: 1.724 Millionen Euro) zurück. Positiv wirkten sich dabei vor allem die auf 91 Millionen Euro gesunkenen Pflichtbeiträge aus (Q1 2023: 260 Millionen Euro). Hintergrund ist insbesondere die deutlich niedrigere Europäische Bankenabgabe, da das Zielvolumen des Europäischen Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund) im vergangenen Jahr erreicht wurde. Zwar stiegen die Verwaltungsaufwendungen demgegenüber geringfügig auf 1.496 Millionen Euro (Q1 2023: 1.464 Millionen Euro), dies geht jedoch maßgeblich auf höhere Kosten bei der mBank bedingt durch Investitionen für künftiges Geschäftswachstum sowie auf Fremdwährungseffekte zurück. Die Verwaltungsaufwendungen ohne die mBank lagen auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahresquartal. Allgemeine Gehaltssteigerungen konnten durch aktives Kostenmanagement ausgeglichen werden. Die Cost-Income-Ratio sank deutlich auf 58 % (Q1 2023: 65 %). Sie befand sich damit im ersten Quartal unter der Zielmarke von rund 60 % für das Gesamtjahr 2024.
 
Das Risikoergebnis der Bank lag mit minus 76 Millionen Euro im ersten Quartal trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes erneut auf moderatem Niveau (Q1 2023: minus 68 Millionen Euro). Es war geprägt von wenigen Einzelfällen und Auflösungen, was die hohe Qualität des Kreditbuches unterstreicht. Dies zeigt sich auch in einer unverändert niedrigen Non-Performing-Exposure-Quote (NPE-Quote) von nur 0,8 %. Das Russland-Exposure der Bank wurde weiter reduziert. Die pauschale Risikovorsorge (Top-Level-Adjustment, TLA) reduzierte sich im Vergleich zum Vorquartal in beiden Kundensegmenten infolge von Neuberechnungen leicht. Noch immer stehen 423 Millionen Euro (Q4 2023: 453 Millionen Euro) für erwartete Sekundäreffekte aus Lieferkettenunterbrechungen und Unsicherheiten aufgrund der Inflation sowie der Auswirkungen der derzeitigen restriktiveren Geldpolitik zur Verfügung.
 
Insgesamt verbesserte die Commerzbank ihr Operatives Ergebnis in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um rund 24 % auf 1.084 Millionen Euro (Q1 2023: 875 Millionen Euro). Das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheiten erhöhte sich ebenfalls deutlich auf 747 Millionen Euro (Q1 2023: 580 Millionen Euro). Damit war es das beste Quartal für die Bank seit mehr als zehn Jahren. Höher war das Konzernergebnis zuletzt im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011.
 
Die harte Kernkapitalquote der Bank (CET-1-Quote) stieg zum Stichtag am 31. März 2024 auf 14,9 % (31. Dezember 2023: 14,7 %, 31. März 2023: 14,2 %). Damit verfügt die Commerzbank über einen sehr komfortablen Abstand von 455 Basispunkten zur regulatorischen Mindestanforderung (MDA-Schwelle), die derzeit bei rund 10,3 % liegt. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) verbesserte sich infolge des saisonal starken Quartals auf 10,5 % (Q1 2023: 8,3 %). Damit ist die Bank auf einem guten Weg, ihr Ziel von mindestens 8 % für das Gesamtjahr zu erreichen.
 
„Die signifikant verbesserte Ertragskraft und die hohe Kernkapitalquote untermauern unseren Plan, die Ausschüttungsquote weiter zu erhöhen“, sagte Finanzvorständin Bettina Orlopp. „Dabei setzen wir weiter auf eine Kombination aus Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen. Sofern sich das zweite Quartal entwickelt wie erwartet, planen wir, den nächsten Aktienrückkauf auf Basis der Ergebnisse des ersten Halbjahres bei der EZB und der Deutschen Finanzagentur zu beantragen.“
 
Entwicklung der Segmente: Starke Performance in beiden Kundenbereichen fortgesetzt
 
Das Firmenkundensegment zeigte im ersten Quartal erneut eine sehr starke Performance über alle Kundengruppen hinweg. Es steigerte seine Erträge um rund 13 % auf den Rekordwert von 1.224 Millionen Euro (Q1 2023: 1.079 Millionen Euro). Das Provisionsergebnis legte dabei um rund 8 % auf 361 Millionen Euro (Q1 2023: 334 Millionen Euro) zu. Das Zinsergebnis war im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 713 Millionen Euro rund 14 % höher (Q1 2023: 627 Millionen Euro), aufgrund der anhaltenden Verschiebungen von Sichteinlagen zu Termin- und Tagesgeldern lag es bei stabilem Einlagenvolumen allerdings unter dem Wert des Vorquartals (Q4 2023: 741 Millionen Euro). Das Operative Ergebnis des Segments stieg gleichwohl auf einen Rekordwert von 661 Millionen Euro (Q1 2023: 541 Millionen Euro, Q4 2023: 508 Millionen Euro). Dabei profitierte es auch von einem erneut niedrigen Risikoergebnis und gesunkenen Kosten.
 
Das Segment Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland steigerte seine Erträge im ersten Quartal auf 1.166 Millionen Euro (Q1 2023: 1.146 Millionen Euro). Dabei profitierte das Segment vor allem vom saisonal starken Wertpapiergeschäft, dem anhaltenden Einlagenwachstum und dem positiven Effekt aus der auf Konzernebene neutralen Anpassung der Einlagenmodelle im vierten Quartal 2023. Das Zinsergebnis stieg um rund 10 % auf 661 Millionen Euro (Q1 2023: 603 Millionen Euro). Das Provisionsergebnis lag mit 489 Millionen Euro um rund 12 % höher als im Vorquartal (Q4 2023: 438 Millionen Euro). Es blieb jedoch leicht unter dem Wert des Vorjahresquartals (Q1 2023: 511 Millionen Euro). Grund hierfür waren Einmaleffekte bei der Sachwertetochter Commerz Real im ersten Quartal 2023. Ohne diese Einmaleffekte blieben die Erträge der Commerz Real im ersten Quartal dieses Jahres mit 47 Millionen Euro nahezu stabil. Das Operative Ergebnis des Segments in Deutschland verbesserte sich insgesamt deutlich um 46 % auf 423 Millionen Euro (Q1 2023: 289 Millionen Euro).
 
Die Kundeneinlagen des Segments in Deutschland stiegen im Quartalsdurchschnitt auf 166 Milliarden Euro (Q1 2023: 150 Milliarden Euro), wobei sich der Zuwachs in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf rund 9 Milliarden Euro (Q4 2023: 157 Milliarden Euro) belief. Dabei hielt die Verschiebung von Geldern in zinstragende Produkte weiter an. Das Kreditvolumen war im ersten Quartal mit 125 Milliarden Euro im Jahresvergleich stabil. Das Baufinanzierungsvolumen lag nahezu unverändert bei 95 Milliarden Euro. Beim Neugeschäft zeigte sich hier im Vergleich zum Jahresende 2023 ein positiver Trend: Die Neuabschlüsse in den ersten drei Monaten zogen deutlich an. Der Wertpapierbestand stieg, begünstigt durch die starke Entwicklung an den Aktienmärkten, zum Ende des Quartals auf ein Volumen von 230 Milliarden Euro (Q1 2023: 202 Milliarden Euro).
 
Die polnische Tochter mBank zeigte im ersten Quartal erneut eine starke operative Performance. Trotz Vorsorgen für Rechtsrisiken bei Fremdwährungskrediten in Höhe von 318 Millionen Euro (Q1 2023: 173 Millionen Euro) erzielte sie Erträge von 341 Millionen Euro (Q1 2023: 356 Millionen Euro). Zum Operativen Ergebnis des Konzerns steuerte die mBank insgesamt 82 Millionen Euro (Q1 2023: 100 Millionen Euro) bei. Treiber war vor allem das starke Zinsergebnis, das um rund 19 % auf 583 Millionen Euro (Q1 2023: 488 Millionen Euro) zulegte. Ohne die Sonderbelastungen durch die Vorsorge für Rechtsrisiken bei Fremdwährungskrediten hätte die mBank ihr Operatives Ergebnis im ersten Quartal weiter auf 400 Millionen Euro gesteigert (Q1 2023: 273 Millionen Euro), den höchsten Wert in ihrer Geschichte.
 
Ausblick: Jahresziele für 2024 bestätigt
 
Die Commerzbank hält an ihrem Ausblick für das Geschäftsjahr 2024 fest. Sie strebt ein Konzernergebnis über dem Vorjahr an, wobei der Ausblick von der Entwicklung der Belastungen bei den Schweizer-Franken-Krediten der mBank abhängt. Beim Zinsüberschuss geht die Bank nun von rund 8,1 Milliarden Euro für das Gesamtjahr aus. Für den Provisionsüberschuss liegt das Ziel bei 4 % Wachstum. Die Commerzbank strebt für das laufende Jahr eine Cost-Income-Ratio von rund 60 % an. Das Risikoergebnis sieht sie bei niedriger als minus 800 Millionen Euro im Gesamtjahr unter der Verwendung von TLA. Die CET-1-Quote wird über der Marke von 14 % liegen.
 
Die Ausschüttungsquote will die Bank weiter erhöhen. Nachdem sie für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt 50 % des Konzernergebnisses für Dividende und Aktienrückkäufe verwendet hat, will die Commerzbank für das laufende Geschäftsjahr gemäß ihrer Kapitalrückgaberichtlinie mindestens 70 % des Gewinns an ihre Anteilseigner zurückgeben, jedoch nicht mehr als das Konzernergebnis nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen.
 

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