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Tops und Flops der Woche u. a. mit Qualcomm, Alibaba Group Holding und Splunk

KW 46



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Der Halbleiterhersteller Qualcomm weiß weiterhin zu überzeugen. Auf seinem Investorentag lieferte er offenbar weitere Argumente, um den Kurs in noch nie da gewesene Höhen zu treiben. Anders das Bild beim Internetkonzern Alibaba. Hier setzte sich der Abwärtstrend nach Zahlen fort. Beim Daten-Spezialisten Splunk verunsicherte dagegen der Abgang von bisherigen Firmenchef.

+++ Tops +++

Qualcomm: neue Rekorde

Die Aktie von Qualcomm (WKN: 883121) zeigt seit dem Zwischentief im Oktober einen dynamischen Aufwärtstrend. Dieser setzte sich jüngst fort. Das Papier markierte neue Rekorde. Nachdem Anfang November die Quartalszahlen offenbar zu Kaufdruck führten, scheint nun der Investorentag ein Katalysator für weitere Anstiege gewesen zu sein. Der US-Konzern, der stark bei Lösungen (Chips und Software) für die Mobilfunkkommunikation ist, hatte Themen wie sein künftiges Geschäft mit Apple diskutiert. Zudem ging es um eine in Zukunft breitere Aufstellung seines Geschäftsmodells. Dazu gehört beispielsweise der Schritt, weitere Lösungen für die Automobilindustrie anzubieten. Hier kündigte der Konzern eine weitere Zusammenarbeit mit dem deutschen Autohersteller BMW an, der Chips von Qualcomm (Baureihe Snapdragon Ride) künftig auch für Fahrerassistenzsysteme und das automatisierte Fahren einsetzen wird.

Dollar Tree: aktiver Investor steigt ein

Die Aktie des US-Einzelhändlers (WKN: A0NFQC) gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im NASDAQ-100 und im S&P 500. Sie setzte damit ihre dynamische Aufwärtsbewegung fort, die sich seit dem Zwischentief im September gebildet hat. Dabei wurden nun auch neue Kursrekorde markiert. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es jedoch nicht. Allerdings wurde Ende der Vorwoche spekuliert, dass mit Mantle Ridge ein aktiver Investor bei Dollar Tree eingestiegen ist, der Druck auf die Unternehmensleitung ausüben könnte, um Ergebnisse und damit den Aktienkurs zu steigern. Am 23. November wird das Unternehmen seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (bis Ende Januar) vorlegen.

thyssenkrupp sieht Trendwende

Der MDAX-Wert thyssenkrupp (WKN: 750000) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern innerhalb der DAX-Indizes-Familie. Offenbar hat der Industrie- und Stahlkonzern die Talsohle durchschritten. Entsprechend zuversichtlich zeigte sich das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2020/21 (bis Ende September). Thyssenkrupp konnte demnach seine Finanzkennzahlen deutlich verbessern und sieht deutliche Fortschritte beim Konzernumbau. Trotz der Fortschritte gibt es laut Firmenangaben aber nach wie vor große Herausforderungen. Dazu gehören der derzeitige Halbleitermangel und die Unsicherheiten wegen der Corona-Krise.

+++ Flops +++

Alibaba Group Holding: intakter Abwärtstrend

Der von der US-Börse ICE berechnete NYSE FANG+ Index bildet die Entwicklung von mindestens zehn Aktien aus dem Technologiesektor ab, die zu den weltweit liquidesten gehören. Dazu gehört das Papier des Internetkonzerns Alibaba Group Holding (WKN: A117ME). Es stand in der vergangenen Woche erneut kräftiger unter Druck. Durch die Verluste hat es beinahe wieder das bisherige Korrekturtief von Anfang Oktober erreicht. Der Kursschwäche vorangegangen war die Vorlage der Ergebnisse zum dritten Quartal 2021. Das Unternehmen hatte zwar steigende Geschäftszahlen verzeichnet. Sie konnten den Markt aber offenbar ebenso wenig überzeugen wie der Ausblick. Aus charttechnischer Sicht liegt nach wie vor ein intakter Abwärtstrend vor.

Splunk: Abgang vom Firmenchef

Der US-Softwarehersteller (WKN: A1JV4H) ist auf dem Gebiet der sogenannten Operational Intelligence aktiv. Darunter versteht man Lösungen, die die riesigen Mengen von Daten (Big-Data) sammeln und analysieren, die von IT-Systemen, Websites, Anwendungen, Servern, Netzwerken, Sensoren, Mobilgeräten usw. erzeugt werden. Die Aktie gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten im NASDAQ-100. Der kräftige Rückgang folgte auf die Meldung, dass der bisherige Firmenchef Doug Merritt mit sofortiger Wirkung zurücktritt. Er hatte seit sechs Jahren an der Spitze des Unternehmens gestanden. Der Rücktritt scheint für Verunsicherung gesorgt zu haben. Auch die vorgelegten vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal konnten den Kursverfall nicht bremsen.

Deutsche Lufthansa: Lockdown-Sorgen

Die Aktie der größten deutschen Fluggesellschaft (WKN: 823212) hatte im Oktober einen dynamischen Aufwärtsimpuls gestartet. Seit der Vorwoche steht das Papier aber wieder unter Druck und gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten MDAX-Werten. Nach Rückzahlung der deutschen Staatshilfen rechnet die Deutsche Lufthansa zwar nicht damit, noch einmal eine derartige Unterstützung zu benötigen. Der Vorstand rechnet zudem trotz steigender Corona-Zahlen mit keinen neuen Reisebeschränkungen. Am Markt scheint man dies jedoch etwas anders zu sehen. Die Verunsicherung über einen erneuten Lockdown in Deutschland hat spürbar zugenommen und drückte damit wohl auf den Aktienkurs.

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19.11.2021 | 16:46

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