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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 36/2026: Bitcoin-Sprung hievt Strategy über 200-Tage-Linie

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 36/2026: Bitcoin-Sprung hievt Strategy über die 200-Tage-Linie, Robinhood profitiert von der Krypto-Rally, Rheinmetall und Edison International geraten unter Druck.

Strategy erobert im Bitcoin-Sprung die 200-Tage-Linie zurück, Robinhood legt in der Krypto-Rally kräftig zu: Gewinner und Verlierer der Börsenwoche 36/2026 mit Dell, Rheinmetall, Redcare und Edison.

KI und Krypto beflügeln die Gewinner, Politik belastet die Verlierer

Die Tops und Flops der Börsenwoche 36/2026 zeigen wieder einmal die Bandbreite an unterschiedlichen Kursauslösern. Bei den Gewinnern sorgen die großen Zukunftsthemen Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen für Rückenwind. Robinhood Markets profitierte von der Krypto-Rally und einem Rekordumsatz der eigenen Blockchain. Dell Technologies markierte dank starker Nachfrage nach KI-Servern ein neues Allzeithoch und Strategy zog im Sog des steigenden Bitcoin-Kurses kräftig an. Auf der Verliererseite geriet Rheinmetall trotz neuer Aufträge unter Druck. Redcare Pharmacy kämpfte nach einem angekündigten Führungswechsel mit Verkaufsdruck. Der US-Versorger Edison International brach ein, nachdem ein kalifornischer Gesetzentwurf ohne die erhofften Haftungserleichterungen für Versorger verabschiedet wurde.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 36/2026 im Überblick

  • Robinhood Markets (HOOD): Aktie steigt um rund 20 Prozent, größter Gewinner in S&P 500 und NASDAQ-100 dank Krypto-Rally und Rekordumsatz der Robinhood Chain.
  • Dell Technologies (DELL): Markiert neues Allzeithoch nach Rekordquartal und angehobener Jahresprognose, getrieben von starker Nachfrage nach KI-Servern.
  • Strategy (MSTR): Profitiert vom steigenden Bitcoin-Kurs, überwindet Zwischenhoch und erobert die 200-Tage-Linie zurück.
  • Rheinmetall (RHM): Gehört trotz neuer Aufträge und LUNA-NG-Zulassung zu den schwächsten DAX-Werten, minus 31 Prozent seit Jahresbeginn.
  • Redcare Pharmacy (RDC): Kurs fällt nach angekündigtem Führungswechsel an der Konzernspitze zurück auf die 200-Tage-Linie.
  • Edison International (EIX): Aktie bricht nach gescheiterten Haftungsschutzmaßnahmen in Kalifornien ein, schwächster Wert im S&P 500.

+++ Tops der Börsenwoche 36/2026 +++

Bei Robinhood Markets sorgten die Krypto-Rally und ein Rekordumsatz der eigenen Blockchain für den größten Wochengewinn im S&P 500, bei Dell Technologies die starke Nachfrage nach KI-Servern für ein neues Allzeithoch. Strategy profitierte vom anziehenden Bitcoin-Kurs und eroberte dabei die 200-Tage-Linie zurück.

Robinhood Markets profitiert von der Krypto-Rally

Mit einem Plus von rund 20 Prozent war die Aktie von Robinhood Markets (ISIN: US7707001027, Symbol: HOOD) der größte Gewinner im S&P 500 und NASDAQ-100. Rückenwind gab es von der positiven Entwicklung an den Kryptomärkten, weil dadurch das Handelsvolumen tendenziell steigt und damit die eingenommenen Gebühren zunehmen. Daneben meldete die Robinhood Chain am 1. September einen besonders hohen Netzwerkumsatz und lag damit weltweit an der Spitze. Diese hohe Transaktionsaktivität zeigt, dass die eigene Krypto-Infrastruktur tatsächlich genutzt wird und potenziell zusätzliche Gebühren- und Plattformerlöse erzeugen kann.

Die Robinhood Chain ist die eigene, öffentlich zugängliche Layer-2-Blockchain auf Ethereum und ging im Juli 2026 an den Start. Sie dient zur Tokenisierung klassischer Finanzanlagen. Auf der Chain können beispielsweise digitale Abbilder von Aktien, ETFs und anderen realen Vermögenswerten ausgegeben, übertragen und in dezentralen Finanzanwendungen (DeFi) genutzt werden.

Für Robinhood ist die Chain damit strategisch wichtig, weil das Unternehmen damit vom reinen Broker stärker zu einer eigenen Finanzinfrastruktur werden möchte. Drittentwickler können darauf Handels-, Kredit- oder andere Finanzanwendungen bauen. Je stärker dieses Ökosystem genutzt wird, desto größer werden potenziell Robinhoods Netzwerkeffekte und neue Erlösquellen.

Aus charttechnischer Sicht ist interessant, dass die Aktie mit dem jüngsten Kurssprung über das markante Zwischenhoch von Anfang Juli dieses Jahres bei 120,05 US-Dollar geklettert ist und damit den Aufwärtstrend bestätigt, der sich seit dem Zwischentief im März dieses Jahres gebildet hat.

Dell Technologies erreicht neues Allzeithoch

Dell Technologies (ISIN: US24703L2025, Symbol: DELL) ist vor allem als Computerhersteller bekannt. Das Geschäft gliedert sich im Kern in Client Solutions mit Notebooks, Desktops, Workstations, Monitoren und Peripheriegeräten sowie Infrastructure Solutions mit Servern, Netzwerk- und Speicherlösungen. Derzeit besonders relevant ist die strategische Positionierung als Anbieter von KI-optimierten Servern und integrierten Rechenzentrumsplattformen für Training und Inferenz von KI-Modellen.

Das spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen wider, die in der vergangenen Woche vorgelegt wurden. Das Unternehmen hatte Rekordergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (bis Ende Januar) gemeldet und seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich angehoben. Zentraler Treiber für die positive Entwicklung war die Nachfrage nach KI-Servern.

Die Reaktion an der Börse war ausgesprochen positiv. Das DELL-Papier gehörte zu den größten Gewinnern aus dem S&P 500 und zählte zudem zu den Werten, die neue Allzeithochs markierten.

Strategy erobert die 200-Tage-Linie zurück

In der ersten Wochenhälfte nur wenig bewegt, zeigte der Bitcoin (BTC) am Donnerstag einen kräftigeren Aufwärtsimpuls. In der Spitze kletterte die Kryptowährung auf über 82.000 US-Dollar. Sie machte damit Anstalten, die Konsolidierungsphase der vorangegangenen beiden Wochen nach oben aufzulösen und damit den kurzfristigen Aufwärtstrend seit Mitte August zu bestätigen.

Von der positiven Entwicklung in der vergangenen Woche profitierten auch die Bitcoin-Aktien wie Strategy (ISIN: US5949724083, Symbol: MSTR). Als gehebelter Bitcoin-Proxy legte das MSTR-Papier dabei überproportional zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern aus dem NASDAQ-100.

Bemerkenswert aus charttechnischer Sicht ist, dass Strategy, begleitet von einem relativ hohen Handelsvolumen, am Donnerstag über das Zwischenhoch von Ende August bei 139,78 US-Dollar kletterte. Damit liegt nun ein kurzfristiger Aufwärtstrend vor. Gleichzeitig wurde die 200-Tage-Linie zurückerobert. Zuletzt notierte der Kurs im Oktober 2025 über diesem Indikator für den langfristigen Aufwärtstrend. Damals stellte sich die Rückeroberung jedoch als Fehlsignal heraus. Sollte es der MSTR-Aktie diesmal gelingen, sich nachhaltig über ihrem langfristigen Durchschnitt festzusetzen, könnte das für eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung sprechen. Maßgeblich beeinflusst wird die weitere Entwicklung dabei vom Bitcoin. Kann dieser weiter zulegen, dürfte davon auch Strategy profitieren.

+++ Flops der Börsenwoche 36/2026 +++

Bei Rheinmetall belastete die branchenweite Rüstungsschwäche trotz neuer Aufträge den Kurs, während Redcare Pharmacy nach der Ankündigung eines Führungswechsels an der Konzernspitze deutliche Kursverluste verzeichnete. Bei Edison International sorgte ein kalifornischer Gesetzentwurf ohne die erhofften Haftungserleichterungen für Versorgungsunternehmen für einen kräftigen Ausverkauf.

Rheinmetall-Aktie unter Druck

Die Aktie des Rüstungskonzerns Rheinmetall (ISIN: DE0007030009, Symbol: RHM) gehört zu den schwächsten Werten aus dem deutschen Leitindex und steht gleichzeitig für eine grundsätzliche Schwäche des Sektors in der vergangenen Woche. Es gab zwar mehrere Nachrichten vom Unternehmen zur Produktpipeline und zu neuen Aufträgen. Gemeldet wurde die vorläufige Verkehrszulassung für das unbenannte Aufklärungssystem LUNA NG, womit die Militärdrohne auch im regulären Luftraum eingesetzt werden könnte und nicht nur über rein militärischen Gebieten. Zwei neue Aufträge gab es aus den USA, allerdings waren die Auftragsvolumen mit umgerechnet rund 607.000 Euro sowie im einstelligen Millioneneurobereich vergleichsweise niedrig. An der Börse reichte das nicht, um positive Impulse zu setzen.

Aus charttechnischer Sicht setzte die Rheinmetall-Aktie ihre Korrektur seit dem Zwischenhoch Anfang August bei 1.238 Euro fort. Der dabei gebildete kurzfristige Abwärtstrend wurde damit durch neue Verlaufstiefs bestätigt. Mit einem Verlust von 31 Prozent seit Jahresbeginn ist der Wert derzeit nach BMW der zweitschlechteste Performer im deutschen Leitindex.

Redcare Pharmacy: Aktie testet erneut 200-Tage-Linie

Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy (ISIN: NL0012044747, Symbol: RDC) hatte am Freitag der Vorwoche (28. August 2026) einen Wechsel an der Konzernspitze angekündigt. Peter Schmid von Linstow soll mit Wirkung zum 1. Oktober zum Vorstandschef werden und damit den laut Meldung langfristig geplanten Führungswechsel abschließen. Schmid von Linstow folgt auf Olaf Heinrich, der sich nach drei Jahren an der Unternehmensspitze entschieden hatte, sein Amt niederzulegen. Die Bestellung soll am 14. Oktober den Aktionären auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zur Beratung vorgelegt werden.

Der Markt scheint von dieser Nachricht wenig inspiriert, wie die sinkende Tendenz der Redcare-Pharmacy-Aktie seit der Nachricht nahelegt. Der SDAX-Wert gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern in der deutschen Börsenlandschaft. Mit dem Rückgang fiel der Kurs bis zu seiner 200-Tage-Linie zurück, die nach der Rückeroberung Mitte Juni bereits im Juli einmal getestet wurde. Damals erfolgreich. Offen ist, ob sich die Durchschnittslinie auch diesmal als Unterstützung erweist. Ein nachhaltiger Bruch könnte weitere Abgaben nach sich ziehen.

Edison International: Haftungsrisiken vs. sehr günstige Bewertung

Im Januar 2025 hatten in Kalifornien verheerende Waldbrände gewütet. Dort ist auch der Stromversorger Southern California Edison (SCE) tätig, eine Tochter von Edison International (ISIN: US2810201077, Symbol: EIX). Die Aktie stand in den letzten Wochen unter sehr starkem Abgabedruck und war damit der schwächste Wert aus dem S&P 500. Der Ausverkauf erfolgte, nachdem kalifornische Gesetzgeber am vergangenen Wochenende den Senatsentwurf 492 ohne die von Gouverneur Gavin Newsom vorgeschlagenen Haftungsschutzmaßnahmen für Versorgungsunternehmen eingebracht hatten. Besonders die vorgeschlagene stärkere Verlagerung von Schäden auf Versicherer sowie eine umfassende Begrenzung der Versorgerhaftung wurden fallengelassen.

Edison und andere Unternehmen der Branche sind damit vorerst nicht wesentlich vor den finanziellen Folgen künftiger oder bereits entstandener Waldbrandschäden geschützt. Der Gouverneur wollte dieses Risiko deutlich begrenzen. Bei der kalifornischen Waldbrandgesetzgebung geht es im Kern darum, wer die enormen Schäden bezahlt, wenn Anlagen eines Stromversorgers einen Waldbrand auslösen. Für Edison International ist das besonders relevant, weil die Tochter SCE wegen des Feuers 2025 mit zahlreichen Klagen konfrontiert ist.

Damit hat die rechtliche Unsicherheit wieder zugenommen. Der Markt muss weiterhin mit potenziell sehr hohen und schwer kalkulierbaren Schadensersatzforderungen rechnen. Gleichzeitig könnten höhere Haftungsrisiken die Finanzierungskosten erhöhen und Investitionen in Stromnetze erschweren. Diese Punkte sollte man berücksichtigen, wenn man mit Blick auf die derzeit äußerst günstige Bewertung erwägt, die Aktie ins Depot zu nehmen. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis beträgt aktuell rund 3 und liegt damit sogar noch deutlich unter dem niedrigen historischen Durchschnittswert von 5,5. Gleichzeitig beträgt die aktuelle Dividendenrendite über 6 Prozent. Es besteht jedoch das Risiko, dass durch eventuelle Schadensersatzzahlungen Kürzungen bei der Ausschüttung erfolgen müssen.

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