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Tops & Flops KW 40/2026: Bayer rutscht nach Fehlausbruch ab

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 40/2026: Micron Technology, Synopsys und Redcare Pharmacy legen nach Unternehmensnachrichten zu, Bayer und thyssenkrupp geben nach.

Bayer rutscht nach einem Fehlausbruch ab, Micron Technology nähert sich nach Rekordzahlen dem Widerstand: Tops und Flops KW 40/2026 mit Synopsys, Redcare Pharmacy, thyssenkrupp und FICO.

Micron liefert Rekordzahlen, thyssenkrupp verliert mehr als 10 Prozent

Die Tops und Flops der Börsenwoche KW 40/2026 zeigen bei den Gewinnern positive Unternehmensnachrichten, bei den Verlierern dagegen charttechnische Rückschläge und wachsenden Wettbewerbsdruck. Neben Micron Technology punkten Synopsys mit dem Investorentag und Redcare Pharmacy mit einem angehobenen Umsatzziel. Bayer rutscht ab und thyssenkrupp gibt deutlich nach. FICO büßt angesichts günstiger Konkurrenzangebote bei Hypotheken-Scores kräftig ein.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 40/2026 im Überblick

  • Micron Technology (MU): Aktie nähert sich nach Rekordzahlen der Widerstandszone von 1.097 bis 1.109 US-Dollar, ein Ausbruch würde den Aufwärtstrend seit dem Korrekturtief Ende Juli bestätigen.
  • Synopsys (SNPS): Aktie gehört im S&P 500 und NASDAQ-100 zu den größten Gewinnern, Rückenwind kommt vom Investorentag mit einem Vertrag über mehr als 1 Milliarde US-Dollar mit Amazon und der Partnerschaft mit OpenAI.
  • Redcare Pharmacy (RDC): Aktie setzt die Erholung nach der Rückeroberung der 200-Tage-Linie fort, das Umsatzziel für 2026 wurde zum zweiten Mal auf ein Plus von 16 bis 18 Prozent angehoben.
  • Bayer (BAYN): Aktie scheitert mit dem Ausbruchsversuch aus der Zone von 49,90 bis 50,50 Euro und fällt unter 49,90 Euro, als möglicher Grund gilt ein neuer Roundup-Prozess in Missouri.
  • thyssenkrupp (TKA): Aktie verliert nach dem Capital Market Day mehr als 10 Prozent und dreht kurz vor dem Mehrjahreshoch von 15,87 Euro ab.
  • Fair Isaac (FICO): Aktie verliert mehr als 23 Prozent und liegt seit Jahresbeginn über 60 Prozent im Minus, der Wettbewerbsdruck im Hypotheken-Scoring nimmt zu.

+++ Tops der Börsenwoche 40/2026 +++

Micron Technology nähert sich einer wichtigen Widerstandszone, Synopsys schließt Vereinbarungen mit Amazon und OpenAI. Redcare Pharmacy setzt die Erholung fort, während das E-Rezept-Geschäft wächst.

Micron Technology nach Rekordzahlen vor wichtigem Widerstand

Zu den spannendsten Terminen in der vergangenen Woche gehörte die am Mittwoch nach Börsenschluss anstehende Ergebnisveröffentlichung des Speicherspezialisten Micron Technology (ISIN: US5951121038, Symbol: MU). Er hat mit seinen Rekordzahlen wieder einmal geliefert. Die erste Kursreaktion am Donnerstag fiel zwar eher verhalten aus, dennoch scheint die Börse Ergebnisse und Ausblick gut aufgenommen zu haben. Lob gab es an mehreren Stellen auch für die Entwicklung bei den strategischen Kundenvereinbarungen (SCAs), deren Anzahl weiter gesteigert werden konnte. Was es damit auf sich hat, wie das Unternehmen insgesamt abgeschnitten hat und wie die aktuelle Bewertung einzuordnen ist, lesen Sie im Beitrag Micron-Aktie nach Rekordzahlen: Ist der Speicherboom jetzt planbar?

Charttechnisch betrachtet hat sich die MU-Aktie der kurzfristigen Widerstandszone im Bereich von etwa 1.097 bis 1.109 US-Dollar genähert. Ein Ausbruch darüber würde den kurzfristigen Aufwärtstrend bestätigen, der sich seit dem Korrekturtief Ende Juli gebildet hat. Ein nächstes potenzielles Ziel wäre dann das Allzeithoch von Juni dieses Jahres bei 1.255 US-Dollar.

Synopsys-Aktie profitiert von Investorentag

Besonders auffällig am US-Aktienmarkt war in der vergangenen Woche die Stärke von Synopsys (ISIN: US8716071076, Symbol: SNPS). Der Anbieter von Lösungen für die Automatisierung des Elektronikdesigns und für den Ingenieurbereich gehörte im S&P 500 und NASDAQ-100 zu den größten Gewinnern. Rückenwind lieferte der Investorentag. Das Unternehmen, das Chip- und Systementwickler bei Entwurf, Verifikation, Fertigung und Optimierung komplexer Halbleiter unterstützt, hatte mehrere Neuigkeiten verkündet. So gab es einen mehrjährigen, über 1 Milliarde US-Dollar schweren Vertrag mit Amazon und eine strategische Partnerschaft mit OpenAI zur Entwicklung von GPT-Synopsys.

Konkret vereinbarte Synopsys mit Amazon eine mehrjährige Zusammenarbeit, bei der der Konzern Synopsys-IP und KI-gestützte Engineering-Software für eigene Chips und AWS-Infrastruktur nutzt. Parallel entwickeln Synopsys und OpenAI mit GPT-Synopsys ein spezialisiertes KI-Modell, das Chipdesign-Prozesse automatisieren und Synopsys-Tools einsetzen soll. OpenAI lizenziert dafür zunächst Synopsys-Software und zahlt Gebühren. Später wollen beide Unternehmen GPT-Synopsys gemeinsam an Halbleiterkunden vermarkten und die Erlöse teilen. Damit könnte KI für Synopsys nicht nur die Nutzung der eigenen EDA-Software (Programme, mit denen Chips am Computer entworfen und getestet werden) intensivieren, sondern zugleich eine zusätzliche Erlösquelle eröffnen. Beide Deals könnten die Rolle von Synopsys als Plattform für KI- und kundenspezifisches Chipdesign stärken.

Redcare Pharmacy hebt Umsatzziel erneut an

Vor rund zwei Wochen war es der Aktie der Online-Apotheke Redcare Pharmacy (ISIN: NL0012044747, Symbol: RDC) gelungen, ihre kurz zuvor verletzte 200-Tage-Linie zurückzuerobern. Die damit eingeleitete Erholung setzte sich in der vergangenen Woche fort. Der SDAX-Wert gehörte damit zu den größten Gewinnern auf dem deutschen Kurszettel. Gleich zu Wochenbeginn war der Kurs kräftig gestiegen, nachdem das Unternehmen aufgrund des E-Rezept-Booms in Deutschland sein Umsatzziel für das Gesamtjahr 2026 zum zweiten Mal nach oben korrigiert hatte. Bereits im Juni hatte es eine entsprechende Anpassung gegeben. Der Konzern rechnet nun mit einem Plus von 16 bis 18 Prozent nach bisher 15 bis 17 Prozent. Treiber sind die Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, die in Deutschland in diesem Jahr nun 730 bis 760 Millionen Euro erreichen sollen. Die bereinigte operative Ergebnismarge (EBITDA) erwartet Redcare Pharmacy weiterhin in einer Spanne von 2,5 bis 3 Prozent.

+++ Flops der Börsenwoche 40/2026 +++

Bayer verpasst den Ausbruch, thyssenkrupp scheitert kurz vor dem Mehrjahreshoch. FICO setzt die übergeordnete Talfahrt fort.

Bayer-Aktie fällt nach Fehlausbruch zurück

Zum Wochenauftakt hatte die Bayer-Aktie (ISIN: DE000BAY0017, Symbol: BAYN) den Versuch gestartet, aus ihrer seitwärts gerichteten Bewegung bei etwa 49,90 bis 50,50 Euro nach oben auszubrechen. Mit einem Schlusskurs von 50,80 Euro am Montag sah es zunächst nach einem gelungenen Ausbruch aus. Der am Dienstag einsetzende Verkaufsdruck, der sich an den folgenden Handelstagen fortsetzte, führte letztlich zu einem Fehlsignal. Zudem gehörte der DAX-Wert zu den größten Wochenverlierern aus dem Leitindex. Mit dem deutlichen Rutsch unter die Marke von 49,90 Euro hat sich das charttechnische Bild merklich verschlechtert.

Ein möglicher Grund für die Schwäche im Wochenverlauf könnte ein neu begonnener Prozess in den USA im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Pestizid Roundup sein. Die Anwälte von drei Krebspatienten hatten am Dienstag vor einer Jury in Missouri erklärt, dass die Bayer-Tochter Monsanto ihr Unkrautvernichtungsmittel vor dem Verkauf nicht ausreichend getestet habe. Damit beginnt ein Prozess, der dazu beitragen könnte, die Erfolgsaussichten einiger Roundup-Klagen nach einem in diesem Jahr ergangenen Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zugunsten von Bayer zu klären.

Bayer sieht sich insgesamt mit rund 65.000 Klagen vor US-Bundes- und Landesgerichten konfrontiert, in denen Kläger geltend machen, sie hätten nach der Verwendung von Roundup zu Hause oder am Arbeitsplatz Krebs entwickelt. Das Unternehmen strebt an, nahezu alle bestehenden und künftigen Klagen durch einen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden US-Dollar im Rahmen einer Sammelklage beizulegen, der derzeit von einem Richter am Landesgericht von Missouri in St. Louis geprüft wird.

Thyssenkrupp-Aktie dreht nach Capital Market Day ab

Der MDAX-Wert hatte zu Beginn der Woche auf seinem Capital Market Day über den Stand der Neuaufstellung des Unternehmens informiert und seine Strategie sowie mittelfristige Finanzziele vorgestellt. Im Handelsverlauf hatte der Kurs zunächst fast das Mehrjahreshoch von Mitte September bei 15,87 Euro erreicht. Kurz vor dieser Marke setzte Abgabedruck ein, der sich an den folgenden Handelstagen fortsetzte. Mit einem Verlust von über 10 Prozent gehörte thyssenkrupp (ISIN: DE0007500001, Symbol: TKA) zu den größten Wochenverlierern.

Belastet haben könnte, dass thyssenkrupp trotz der Neuaufstellung zunächst an der Stahlsparte festhält. Eine mögliche Abspaltung ist erst für 2027 vorgesehen. Anleger, die auf eine schnellere Trennung vom kapitalintensiven Stahlgeschäft gehofft hatten, könnten daher Gewinne mitgenommen haben. Die für die Stahlsparte vorgestellten ambitionierten Mittelfristziele sorgten damit letztlich nicht für nachhaltige Kaufimpulse. Konkret peilt thyssenkrupp Steel mittelfristig ein bereinigtes EBITDA von mindestens 1,2 Milliarden Euro und eine Marge von mindestens 11 Prozent an. Mehr als 800 Millionen Euro Ergebnisverbesserung sollen aus eigener Kraft kommen. Dafür will das Unternehmen die Kapazitäten deutlich reduzieren und rund 11.000 Stellen abbauen oder auslagern.

FICO-Aktie unter Druck durch wachsenden Wettbewerb

Die Aktie des S&P-500-Wertes Fair Isaac (ISIN: US3032501047, Symbol: FICO) hatte in der vergangenen Woche ihre übergeordnete Talfahrt dynamisch fortgesetzt. Das FICO-Papier verlor mehr als 23 Prozent und gehörte damit zu den größten Verlierern aus dem US-Leitindex. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 60 Prozent.

Fair Isaac bietet Analytik- und Decision-Management-Software für Banken, Versicherer und weitere Unternehmen. Zum Kerngeschäft gehören insbesondere Kredit-Scores, Betrugsprävention und Entscheidungsplattformen. Bekannt ist der Konzern vor allem für den FICO-Score, der in den USA seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle bei der Bonitätsbewertung spielt.

Allerdings nimmt der Wettbewerbsdruck im wichtigen Hypotheken-Scoring deutlich zu. Der Wettbewerber TransUnion meldete nun, sein günstiges Preismodell für den eigenen VantageScore 4.0 bis Ende 2028 zu verlängern. Der alternative Score kostet bei einer eigenständigen Bestellung für Hypotheken weiterhin nur 0,99 US-Dollar und wird TransUnion-Kunden beim gleichzeitigen Bezug eines FICO-Scores ohne Zusatzkosten angeboten.

Zusätzlichen Druck erzeugt die steigende Akzeptanz von VantageScore. Die US-Hypothekenaufsicht FHFA hat dessen Nutzung für zugelassene Kreditgeber von Fannie Mae und Freddie Mac ausgeweitet. Damit wächst für FICO das Risiko von Marktanteilsverlusten und stärkerem Preisdruck im besonders profitablen Scoring-Geschäft.

Dieses Risiko gilt es auch mit Blick auf die nun deutlich attraktivere Bewertung zu berücksichtigen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von aktuell 15,4 ist ein so niedriger Wert erreicht wie seit Jahren nicht mehr. Das KGV liegt inzwischen deutlich unter dem historischen Durchschnittswert von 29.

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