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Project Meridian: Diese Defense-Tech-Themen stecken im iShares-ETF

| Redaktion Börse am Sonntag | Lesezeit: 5 Min.

Ein Mann in blauem Anzug streckt beim Sprechen einen Arm nach links aus, hinter ihm sind eine blaue Leinwand mit einer Karte der USA und dem Schriftzug Fortress America sowie eine US-Flagge zu sehen.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bei seiner Rede auf der Marine Corps Base Quantico am 30. September 2026. Dort stellte er mit Project Meridian eine von sechs neuen Initiativen vor, deren Ergebnisse spätestens am 28. Januar 2027 vorliegen sollen. (Foto: picture alliance / Alex Wong/Pool Getty Images North America via AP | Alex Wong)

Das Pentagon lässt die Kriegsführung der Zukunft untersuchen, Musk, Luckey und Gingrich sollen das Projekt leiten. Welche Defense-Tech-Werte der iShares-ETF schon hält und was Project Meridian offenlässt.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat Project Meridian am 30. September 2026 vorgestellt. Das Pentagon will untersuchen lassen, welche Waffen und Technologien für die Kriegsführung der kommenden Jahrzehnte benötigt werden und wo heute noch Fähigkeitslücken bestehen. Genannt werden unter anderem künstliche Intelligenz, autonome Systeme, gerichtete Energie, Robotik und Biotechnologie. An der Börse rücken damit Unternehmen in den Blick, die in diesen Technologiefeldern bereits heute aktiv sind.

Musk, Luckey und Gingrich sollen Project Meridian leiten

Hegseth stellte Project Meridian in seiner Rede in Quantico als eine von sechs neuen Initiativen des Ministeriums vor. Der Technologiechef des Ministeriums, Emil Michael, soll die Einrichtung des Projekts koordinieren. Die Leitung sollen Elon Musk, Palmer Luckey und Newt Gingrich gemeinsam übernehmen. Unterstützt werden sie von Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie.

Die personelle Besetzung passt zum Anspruch des Projekts. Musk steht mit seinen Unternehmen für Raumfahrt, Satelliten, künstliche Intelligenz und autonome Technologien. Palmer Luckey ist Gründer des Verteidigungstechnologieunternehmens Anduril Industries. Der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses Newt Gingrich bringt dagegen vor allem politische und strategische Erfahrung ein.

Die Besetzung wirft allerdings auch Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf. Musk und Luckey sind selbst eng mit Unternehmen verbunden, deren Geschäftsfelder sich mit Technologien überschneiden, die Meridian untersuchen soll. Welche Vorkehrungen das Pentagon dafür vorsieht, geht aus den bislang vorliegenden Angaben nicht hervor.

Was soll die Studie bis Ende Januar liefern?

Meridian soll künftige Gefechtsfelder untersuchen, technologische Fähigkeitslücken identifizieren und Vorschläge für die Entwicklung, Erprobung und den Einsatz neuer Systeme erarbeiten. Ausdrücklich einbezogen werden sollen auch Perspektiven von außerhalb des Pentagon.

Viel Zeit gibt Hegseth dem Projekt nicht. Die abschließenden Ergebnisse und Empfehlungen sollen nach 120 Tagen, spätestens am 28. Januar 2027, vorliegen. Vorgesehen ist ein öffentlich zugänglicher Abschlussbericht, ergänzt um einen als Verschlusssache eingestuften Anhang. Meridian ist damit zunächst ein Studienprojekt, kein Beschaffungsprogramm. Aufträge oder Umsätze einzelner Unternehmen lassen sich daraus bislang nicht ableiten.

Wie breit ist Defense-Tech im iShares-ETF aufgestellt?

Einen Eindruck davon, welche Unternehmen an der Schnittstelle von Verteidigung und neuer Technologie bereits eine Rolle spielen, bietet der iShares Defense Industrials and Tech Active ETF. Der aktiv gemanagte US-Fonds investiert weltweit in Unternehmen, die vom Ausbau der Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben profitieren könnten. Zum Anlageuniversum gehören neben klassischen Rüstungskonzernen auch Technologieunternehmen mit Anwendungen für Verteidigung und nationale Sicherheit.

In der Portfolioaufstellung reicht das Thema inzwischen weit über die traditionelle Rüstung hinaus. Unternehmen, die typischerweise mit der Verteidigungsbranche in Verbindung gebracht werden, wie RTX, Lockheed Martin und Northrop Grumman, bilden zwar weiterhin einen wichtigen Teil des Portfolios. Doch auch Informationstechnologie ist prominent vertreten. In der Aufstellung vom 2. Oktober 2026 ist der Datenanalyse-Spezialist Palantir Technologies der zweitgrößte Wert im ETF. Ebenfalls enthalten sind der Cybersicherheitskonzern Palo Alto Networks und der Softwaregigant Microsoft.

Auch SpaceX selbst gehört zum Portfolio. In der Aufstellung vom 2. Oktober 2026 ist SpaceX mit einem Gewicht von 3,01 Prozent die fünftgrößte Position des ETF. Der weltweit ausgerichtete Fonds enthält zudem die fünf deutschen Branchenvertreter Rheinmetall, RENK Group, TKMS, Hensoldt und MTU Aero Engines.

US-Produkt: Für deutsche Anleger nicht ohne Weiteres handelbar

Für deutsche Privatanleger ist der ETF allerdings nur eingeschränkt relevant, da er als US-Produkt hierzulande nicht ohne Weiteres handelbar ist. Als Einblick in das Anlageuniversum eines professionell gemanagten Defense-Tech-Portfolios ist er dennoch interessant. Gerade die Mischung aus etablierten Rüstungskonzernen und spezialisierten Technologieanbietern zeigt, welche Bereiche inzwischen zur modernen Verteidigungsindustrie gezählt werden.

Von KI bis Laser: Pentagon-Themen finden sich auch im Portfolio

Die Verbindung zu Project Meridian zeigt sich besonders deutlich bei Palantir. Das Unternehmen entwickelt Software für Verteidigungsorganisationen und ermöglicht den Einsatz künstlicher Intelligenz und großer Sprachmodelle auch in geschützten und klassifizierten Netzwerken. KI gehört zugleich zu den Technologiefeldern, die im Meridian-Memorandum ausdrücklich hervorgehoben werden.

Bei Lockheed Martin führt die Spur zur gerichteten Energie. Der Konzern arbeitet an Hochenergielasern und weiteren Directed-Energy-Systemen für militärische Anwendungen an Land, auf See und in der Luft. Solche Systeme zählen ebenfalls zu den Technologien, deren Bedeutung für künftige Konflikte das Pentagon untersuchen will.

Northrop Grumman und Kratos stehen für einen weiteren Schwerpunkt: autonome Systeme. Northrop entwickelt unbemannte Plattformen und Technologien für Missionsautonomie. Kratos setzt mit der XQ-58 Valkyrie auf ein unbemanntes Kampfflugzeug, das gemeinsam mit bemannten Flugzeugen, im Verbund mit anderen Drohnen oder eigenständig eingesetzt werden kann.

Der Drohnenhersteller AeroVironment deckt gleich mehrere Bereiche ab. Das Unternehmen arbeitet unter anderem an autonomen Systemen, Loitering Munitions, Drohnenabwehr, weltraumgestützten Plattformen, gerichteter Energie sowie Cyber- und elektronischer Kriegführung. Rocket Lab steht für die Raumfahrtseite im Portfolio. Das Unternehmen entwickelt Raketen, Satelliten und Raumfahrtsysteme und ist auch für US-Sicherheitsbehörden und die Space Force tätig. Damit bewegt sich Rocket Lab in einem Feld, das auch von SpaceX geprägt wird. Elon Musks Unternehmen ist ein zentraler Partner der Space Force und übernimmt regelmäßig Starts für nationale Sicherheitsmissionen.

Meridian ist noch keine Gewinnerliste

Project Meridian liefert Anlegern zwar keine fertige Liste von Unternehmen, die von künftigen Verteidigungsausgaben profitieren werden. Dafür ist das Projekt noch zu weit von konkreten Beschaffungsentscheidungen entfernt. Es zeigt aber, welche Technologiefelder das Pentagon für die Kriegsführung der Zukunft als wichtig erachtet und daher genauer untersuchen will.

Auch an der Börse werden Rüstung und Verteidigung bereits deutlich breiter gefasst. Im iShares Defense Industrials and Tech Active ETF gehören viele der nun vom Pentagon genannten Themenfelder schon heute zum Defense-Investmentuniversum. Neben den großen Rüstungskonzernen stehen dort Softwareanbieter, Drohnenhersteller, Raumfahrtunternehmen und Spezialisten für autonome Systeme.

Die Überschneidungen zwischen Meridian und dem ETF zeigen vorerst nur, dass in vielen der vom Pentagon untersuchten Technologiefelder bereits börsennotierte Unternehmen aktiv sind. Ob daraus später zusätzliche Aufträge für einzelne Anbieter oder höhere Ausgaben in den entsprechenden Programmen entstehen, lässt sich noch nicht sagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Projektstart: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat Project Meridian am 30. September 2026 vorgestellt, das Pentagon will damit klären, welche Waffen und Technologien künftig benötigt werden, genannt werden unter anderem künstliche Intelligenz, autonome Systeme, gerichtete Energie, Robotik und Biotechnologie.
  • Leitung: Elon Musk, Palmer Luckey und Newt Gingrich sollen Project Meridian gemeinsam leiten, der Technologiechef des Ministeriums, Emil Michael, koordiniert die Einrichtung.
  • Zeitplan: Project Meridian soll spätestens am 28. Januar 2027 Ergebnisse als öffentlichen Bericht mit eingestuftem Anhang vorlegen.
  • iShares-ETF: Im iShares Defense Industrials and Tech Active ETF stehen laut Aufstellung vom 2. Oktober 2026 unter anderem Palantir Technologies, Lockheed Martin, AeroVironment, Rocket Lab und SpaceX.
  • Einordnung: Project Meridian ist ein Studienprojekt und kein Beschaffungsprogramm, Aufträge oder Umsätze einzelner Unternehmen lassen sich daraus bislang nicht ableiten.

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