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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 41/2026: Infineon scheitert nach Rally am Widerstand

| Thomas Behnke | Lesezeit: 8 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 41/2026: NVIDIA, Constellation Energy und PTC gehören zu den Gewinnern, Infineon, Intel und SK hynix verlieren nach starken Anstiegen.

NVIDIA übertrifft die Höchstmarke von Mai, Infineon fällt nach einer Rally von mehr als 20 Prozent zurück: Tops und Flops KW 41/2026 mit Constellation Energy, PTC, Intel und SK hynix.

Chipwerte driften auseinander: NVIDIA markiert ein Rekordhoch, während Infineon, Intel und SK hynix nachgeben

Die Tops und Flops der KW 41/2026 zeigen bei den Gewinnern zwei KI-Profiteure und ein Übernahmeziel, bei den Verlierern dagegen drei Halbleiterwerte, die nach starken Anstiegen Rückschläge hinnehmen. NVIDIA erreicht ein neues Allzeithoch, Constellation Energy legt nach einem Stromliefervertrag mit Google zu, und PTC springt nach dem Übernahmeangebot von Schneider Electric nach oben. Infineon fällt nach dem Scheitern an einer Widerstandszone zurück, Intel verliert möglicherweise wegen der Unsicherheit über das Terafab-Projekt. Bei SK hynix ist der Aufwärtstrend seit Ende Juli gebrochen.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 41/2026 im Überblick

  • NVIDIA (NVDA): Aktie erreicht in der Spitze 243,37 US-Dollar und übertrifft damit den bisherigen Höchstwert von Mai bei 236,54 US-Dollar, als einziges Top-10-Schwergewicht neben S&P 500 und NASDAQ-100 mit neuem Rekord.
  • Constellation Energy (CEG): Aktie gehört im US-Leitindex zu den größten Gewinnern, als möglicher Treiber gilt ein 20-jähriger Stromliefervertrag mit Google, der Investitionen von mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar in bestehende Atomkraftwerke ermöglicht.
  • PTC (PTC): Aktie legt um mehr als 33 Prozent zu, Schneider Electric bietet 205 US-Dollar je Aktie in bar, der Schlusskurs vom Donnerstag lag mit 193,73 US-Dollar rund 5,5 Prozent darunter.
  • Infineon (IFX): Aktie gehört zu den größten DAX-Verlierern, nach dem Scheitern an der Widerstandszone von 64,03 bis 65,45 Euro fällt der Kurs unter das Zwischenhoch von 60,79 Euro.
  • Intel (INTC): Aktie fällt seit dem Verlaufshoch vom 24. September bei 127,44 US-Dollar bis in den Bereich der Unterstützung bei 107,57 US-Dollar, als möglicher Belastungsfaktor gilt die Unsicherheit über die Rolle beim Terafab-Projekt.
  • SK hynix (SKHY): Aktie verliert seit dem Erholungshoch von 199,87 US-Dollar Anfang September in der Spitze mehr als 16 Prozent, damit ist der kurzfristige Aufwärtstrend seit Ende Juli gebrochen.

+++ Tops der Börsenwoche 41/2026 +++

Zwei der drei Tops haben einen KI-Bezug. NVIDIA sagt der US-Forschung eine Milliarde US-Dollar zu, und Constellation Energy hebt sich als Versorger von der Schwäche der Branche ab. PTC verteuert sich um mehr als 33 Prozent, bleibt aber unter dem gebotenen Preis.

NVIDIA-Aktie: Neues Allzeithoch und Ausbau der KI-Investitionen

S&P 500 und NASDAQ-100 hatten in der vergangenen Woche neue Allzeithochs erreicht. Dazu beigetragen hat NVIDIA (ISIN: US67066G1040, Symbol: NVDA). Es war die einzige Aktie aus der Gruppe der Top-10-Schwergewichte, die ebenfalls neue Rekorde markierte. Mit in der Spitze 243,37 US-Dollar übertraf der Kurs den bisherigen Höchstwert von Mai dieses Jahres bei 236,54 US-Dollar. Zwischenzeitlich lag die Marktkapitalisierung damit bei rund 5.877 Milliarden US-Dollar. Das waren fast 1.000 Milliarden US-Dollar mehr als beim zweitgrößten Wert Apple (ISIN: US0378331005, Symbol: AAPL).

Nach dem neuen Höchststand am Mittwoch gab die NVIDIA-Aktie wieder etwas nach. Ein möglicher Belastungsfaktor war ein Bericht über einen geringer als erwartet ausgefallenen Umsatz von OpenAI. Das könnte neue Zweifel an den KI-Wachstumserwartungen geschürt haben. Dazu passt die Meldung, dass der von NVIDIA unterstützte Rechenzentrumsbetreiber Firmus seinen geplanten Börsengang aufgrund schwieriger Marktbedingungen abgesagt hat.

Unterdessen will NVIDIA selbst für anhaltenden Rückenwind im KI-Bereich sorgen. Das Unternehmen plant, in den nächsten 5 Jahren eine Milliarde US-Dollar in die US-Forschung zu investieren. Die Zusage ist Teil der staatlichen „Genesis Mission“, die mithilfe von KI Fortschritte in Medizin, Energieversorgung und Quantencomputing beschleunigen soll. Die Mittel sollen nicht ausschließlich als Geld fließen, sondern auch in Form von Rechenkapazitäten, KI-Infrastruktur und Technologie bereitgestellt werden. Davon sollen Universitäten, Forschungslabore und Cloudanbieter profitieren. Die genaue Aufteilung ließ NVIDIA offen.

Constellation Energy: KI-Strombedarf sorgt für Rückenwind bei Versorgeraktien

Schon seit Monaten zeigen die US-Versorgeraktien eine relative Schwäche gegenüber dem S&P 500. Ein Grund dafür ist sicherlich das gestiegene Zinsniveau in den USA, das zum einen die Finanzierungskonditionen für die teilweise recht hoch verschuldeten Unternehmen verschlechtert. Zum anderen verlieren die Aktien an Attraktivität als Dividendenwerte, weil die damit möglichen Erträge durch die gestiegenen Renditen vergleichsweise risikoärmerer festverzinslicher Wertpapiere zunehmend Konkurrenz erhalten. Das führt zu entsprechenden Bewertungsanpassungen.

In der vergangenen Woche zeigte sich der Sektor jedoch relativ robust, und einige Vertreter gehörten zu den größten Gewinnern im US-Leitindex. Ein Beispiel dafür ist Constellation Energy (ISIN: US21037T1097, Symbol: CEG), gemessen an der Marktkapitalisierung das zweitgrößte Unternehmen des Sektors. Zwei Meldungen könnten der Branche Rückenwind verliehen haben. Google hatte mit Constellation Energy einen 20-jährigen Stromliefervertrag geschlossen, der Investitionen von mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar in die Modernisierung bestehender Atomkraftwerke ermöglicht. Dadurch sollen zusätzlich 890 Megawatt Leistung entstehen. Gleichzeitig stellte die US-Regierung dem Versorger Vistra (ISIN: US92840M1027, Symbol: VST) staatliche Kredite von bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar für den Ausbau seiner Atomkraftwerke in Aussicht. Beide Meldungen dürften das Geschäftspotenzial durch den steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren verdeutlicht haben. Allerdings gaben die Versorgeraktien im Wochenverlauf einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Das Zinsthema könnte weiterhin ein Belastungsfaktor für den gesamten Sektor bleiben.

PTC: Aktie legt nach Übernahmeangebot um mehr als 33 Prozent zu

Im S&P 500 besonders auffällig war in der vergangenen Woche das Kursplus von über 33 Prozent beim US-amerikanischen Softwarehersteller PTC (ISIN: US69370C1009, Symbol: PTC). Der Anbieter von Lösungen für industrielle Produktentwicklung und Lebenszyklusmanagement, der vor allem Kunden aus Maschinenbau, Automobilindustrie, Luftfahrt und Medizintechnik bedient, soll übernommen werden. Schneider Electric (ISIN: FR0000121972, Symbol: SND) hat eine Vereinbarung zur Übernahme des in Boston ansässigen Unternehmens im Rahmen einer reinen Bartransaktion bekannt gegeben. Der französische Konzern bietet 205 US-Dollar pro PTC-Aktie. Mit der Übernahme will Schneider seine Position in den Bereichen Produktdesign, -konstruktion und Datenmanagement stärken.

Die PTC-Aktie ist nach Bekanntgabe der Übernahme zwar kräftig gestiegen, den gebotenen Preis von 205 US-Dollar hat sie bislang jedoch nicht erreicht. Am Donnerstag lag der Schlusskurs bei 193,73 US-Dollar und damit rund 5,5 Prozent unter dem Angebotspreis. Ein wesentlicher Grund dürften die regulatorischen Risiken sein, da die Übernahme unter anderem kartellrechtliche Freigaben sowie eine Prüfung durch das US-Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) erfordert. Zudem wird der Abschluss bis zum dritten Quartal 2027 erwartet. Anleger, die auf einen erfolgreichen Vollzug der Übernahme setzen, müssen ihr Kapital möglicherweise fast ein Jahr binden und verlangen dafür eine entsprechende Rendite.

+++ Flops der Börsenwoche 41/2026 +++

Alle drei Flops sind Chipwerte, die zuvor kräftig zugelegt hatten: Infineon zählt zu den größten Verlierern im DAX, und Intel setzt die Korrektur seit dem Septemberhoch fort. SK hynix gibt seit dem Erholungshoch in der Spitze mehr als 16 Prozent ab.

Infineon: Aktie nach Kursrally unter Druck

Seit Ende August zeigte die Aktie von Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004, Symbol: IFX) relative Stärke gegenüber dem DAX. In der vergangenen Woche gehörte sie allerdings zu den größten Verlierern im Leitindex. Damit verringerte sich auch das Plus seit Jahresbeginn. Mit mehr als 56 Prozent bleibt die Aktie aber Spitzenreiter im bisherigen Performance-Ranking 2026.

Nachrichten vom Unternehmen, die zum aktuellen Rückgang beigetragen haben könnten, gab es nicht. Vielmehr sieht es nach Gewinnmitnahmen aus. So hatte der Infineon-Kurs seit Mitte September bis zum Verlaufshoch am Montag bei 64,99 Euro um mehr als 20 Prozent zugelegt. Er hatte damit die Widerstandszone im Bereich von 64,03 bis 65,45 Euro erreicht. Diese konnte der Kurs nicht überwinden. Stattdessen fiel er unter das Zwischenhoch von Anfang September bei 60,79 Euro zurück. Bei einer fortgesetzten Korrektur könnte die Unterstützung im Bereich von 54,26 bis 53,25 Euro in den Fokus rücken.

Intel-Aktie: Unsicherheit über Terafab-Projekt belastet den Kurs

Mit einem Anstieg seit Jahresbeginn von 190 Prozent gehört die Intel-Aktie (ISIN: US4581401001, Symbol: INTC) weiterhin zu den Top-5-Gewinnern im NASDAQ-100. Dagegen rangierte sie in der vergangenen Woche unter den größten Verlierern. Der Halbleiterhersteller setzte damit seine Korrektur fort, die nach dem Verlaufshoch am 24. September 2026 bei 127,44 US-Dollar eingesetzt hatte. Seither beträgt das Minus fast 16 Prozent. Aus charttechnischer Sicht ist der Kurs in den Bereich der potenziellen kurzfristigen Unterstützung bei 107,57 US-Dollar zurückgefallen, die sich aus dem Zwischenhoch vom August dieses Jahres ergibt. Sollte diese Marke unterschritten werden, ist mit weiteren Abgaben zu rechnen. Ein nächstes Ziel könnte dann das Zwischentief von Mitte September bei 94,52 US-Dollar sein.

Für jüngsten Verkaufsdruck könnte die Unsicherheit über Intels Rolle beim milliardenschweren Terafab-Projekt von Elon Musk gesorgt haben. Dessen Unternehmen Tesla und SpaceX wollen in Texas eine riesige Chipfabrik für KI-Anwendungen, autonomes Fahren und Robotik errichten. Intel ist als Technologiepartner beteiligt und soll seine fortschrittliche Fertigungstechnologie einbringen. Das Vorhaben gilt als wichtiger Schritt, um die Position des Konzerns im Auftragsfertigungsgeschäft zu stärken. Nachdem Musk jedoch Gespräche mit dem taiwanischen Konkurrenten TSMC bestätigt hatte, kamen wohl Zweifel am Umfang von Intels Beteiligung auf. Zwar versicherten Musk und Intel-Chef Lip-Bu Tan, dass Intel weiterhin Teil des Projekts sei. Die Unsicherheit über die künftige Aufgabenverteilung konnten sie damit aber offenbar nicht ausräumen.

SK hynix: Aktie verliert nach Kurserholung den Aufwärtstrend

Zu den heißesten großen Aktien im Jahresverlauf 2026 gehört die des südkoreanischen Speicherspezialisten SK hynix, die seit Juli auch als American Depositary Receipt (ADR) (ISIN: US78392B2060, Symbol: SKHY) an der US-Börse Nasdaq gelistet ist. An der Heimatbörse in Seoul hatte der Kurs seit Jahresbeginn bis zum Allzeithoch im Juni um mehr als 350 Prozent zugelegt. Anschließend folgte eine nicht minder dynamische Korrektur, die den Kurs bis Ende Juli um fast 60 Prozent einbrechen ließ. Diese Entwicklungen zeigen die hohe Volatilität der Aktie. Deutlich wird das auch an der Erholung seit dem Korrekturtief. Das ADR hatte bis zum Erholungshoch Anfang September um mehr als 60 Prozent auf 199,87 US-Dollar zugelegt. Seither konnte sich keine neue Aufwärtsdynamik entwickeln. In der vergangenen Woche folgte sogar ein größerer Rücksetzer. Seit dem Septemberhoch ging es in der Spitze um mehr als 16 Prozent abwärts. Damit wurde nun der kurzfristige Aufwärtstrend seit Ende Juli gebrochen. Das charttechnische Bild hat sich eingetrübt.

Auch die Quartalszahlen des Konkurrenten Samsung Electronics konnten in der vergangenen Woche nicht für Rückenwind sorgen, obwohl dieser einen neuen Rekordgewinn verzeichnete und mit diesem sogar den Quartalsprofit von NVIDIA übertraf. SK hynix wird seine nächsten Zahlen am 27. Oktober 2026 vorlegen. Dann wird sich zeigen, wie das Unternehmen selbst zuletzt abgeschnitten hat.

Laut Presseberichten bereitet SK hynix einen Börsengang der auf SSD-Speicher spezialisierten Tochter Solidigm für 2027 vor. Goldman Sachs und Morgan Stanley sollen die Transaktion begleiten, die rund zehn Milliarden US-Dollar einbringen könnte. Der Konzern hat die Pläne bislang allerdings nicht bestätigt und lediglich erklärt, verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen.

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