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Tops und Flops > Hochs, Tiefs, Trends

Tops & Flops der KW 37: Oracle haussiert, Airbus zeigt Stärke, Telekom schwächelt

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Übersicht der stärksten und schwächsten Aktien der Börsenwoche 37
Tops & Flops der Börsenwoche 37 im Fokus: unter anderem Oracle, Airbus, AppLovin, Deutsche Telekom, Nemetschek und Synopsys.

Oracle auf Rekordkurs, Airbus mit neuer Stärke, AppLovin steigt in den S&P 500. Dagegen verlieren Telekom, Nemetschek und Synopsys deutlich. Die Tops & Flops der KW 37 im Überblick.

Börsenwoche 37 im Rückblick: Rekordhochs, Index-Aufstiege und Kursstürze im Fokus

In der 37. Kalenderwoche bestimmten Quartalszahlen, Indexänderungen und neue Rekordmarken das Geschehen an den Börsen. Während starke Ergebnisse und Aufstiege in Leitindizes bei einigen Titeln zu deutlichen Kursgewinnen führten, sorgten schwache Zahlen, Korrekturen und Bewertungsfragen andernorts für kräftige Rückschläge. So zeigten sich sowohl auf der Gewinner- als auch auf der Verliererseite markante Bewegungen. Unser Rückblick stellt drei Tops und drei Flops der Woche vor und beleuchtet die entscheidenden Hintergründe.

+++ Tops der Börsenwoche 37/2025 +++

Oracle-Aktie schießt nach Zahlenvorlage auf Rekordhoch

Der S&P-500- und NASDAQ-100-Wert Oracle (ISIN: US68389X1054) hat in der vergangenen Woche mit einem markanten Kurssprung am Mittwoch für Schlagzeilen gesorgt. Zwischenzeitlich stieg der Preis intraday um mehr als 40 Prozent auf über 345 US-Dollar – ein neues Allzeithoch. Damit überschritt der Spezialist für cloudbasierte Unternehmenssoftware, Datenbanken und Cloud-Infrastrukturen erstmals die Marke von 1.000 Milliarden US-Dollar bei der Marktkapitalisierung. Auslöser des Kursfeuerwerks waren die am Dienstag nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025/26. Besonders ins Auge fiel der enorme Anstieg beim Auftragsbestand um 359 Prozent auf 455 Milliarden US-Dollar.

Charttechnisch hat die Oracle-Aktie durch den Kurssprung am Mittwoch ein großes Gap hinterlassen. Die zwischenzeitlich erreichte neue Bestmarke von 345,72 US-Dollar konnte jedoch erst einmal nicht gehalten werden und am Folgetag setzten Gewinnmitnahmen ein, sodass vom neuen Hoch bislang ein Rückgang von rund 12 Prozent zu verzeichnen ist. Nun stellt sich die Frage, ob weitere Rückgänge folgen und möglicherweise das Gap geschlossen wird oder ob die Aktie ihren Aufwärtstrend direkt fortsetzen kann. Ein Bremsfaktor könnte die weiter angestiegene Bewertung sein. Mit einem KGV von rund 50 und einem KCV von über 40 liegen die Kennzahlen deutlich über den historischen Durchschnittswerten von 16,2 beziehungsweise 15. Zwar werden für die kommenden Jahre Wachstumsraten bei Gewinn und Cashflow von teilweise über 20 und 30 Prozent erwartet, dennoch bleibt die Aktie ambitioniert bewertet.

Oracle

Airbus bricht aus und erreicht neues Allzeithoch

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus (ISIN: NL0000235190) gehörte in der vergangenen Woche zwar nicht zu den größten Gewinnern, zählte jedoch klar zu den Top-Performern im DAX. Als einziger Wert im Leitindex markierte die Aktie ein neues Allzeithoch. Unternehmensnachrichten lagen zwar keine vor, dennoch gilt Airbus aktuell als deutlich besser aufgestellt als der angeschlagene Konkurrent Boeing (ISIN: US0970231058). Während Boeing mit Produktionsproblemen zu kämpfen hat, gelingt es Airbus, die eigene Fertigung zu steigern. Auch der Produktmix wird von Analysten als vorteilhaft eingestuft.

Charttechnisch zeigt sich ein spannendes Bild: Mit dem jüngsten Kursanstieg konnte die Aktie ihre Konsolidierung seit Mitte Juli trendkonform nach oben auflösen. Damit wurde der übergeordnete Aufwärtstrend bestätigt, was weiteres Kurspotenzial eröffnet. Eine wichtige Unterstützung bildet nun die ehemalige Widerstandszone im Bereich von rund 187 Euro.

Airbus

AppLovin steigt in den S&P 500 auf und markiert neues Rekordhoch

Die Aktie von AppLovin (ISIN: US03831W1080) ist seit November 2024 im NASDAQ-100 (NDX) vertreten und erhält nun weiteren Rückenwind: Ab dem 22. September wird sie auch im renommierten S&P 500 gelistet sein. Der angekündigte Aufstieg sorgte in der vergangenen Woche für kräftige Kursgewinne, sodass AppLovin zu den größten Gewinnern im NDX zählte. Zudem gelang es der Aktie, das bisherige Allzeithoch vom Februar bei 525,15 US-Dollar zu überwinden. Damit bestehen aus charttechnischer Sicht aktuell keine weiteren Widerstände, was die Fortsetzung der übergeordneten Aufwärtsbewegung begünstigen könnte.

Trotz der positiven Dynamik gibt es auch Risiken. Die Aktie steht seit einiger Zeit im Fokus von Short-Sellern und die auch Bewertung wirkt sehr ambitioniert. Mit einer Marktkapitalisierung von fast 200 Milliarden US-Dollar erscheint das Verhältnis zu den nackten Ergebniszahlen überzogen. Im Jahr 2024 erzielte AppLovin bei einem Umsatz von 4,71 Milliarden US-Dollar erstmals einen deutlichen Nachsteuergewinn von 1,58 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen betreibt eine KI-gestützte Softwareplattform, die App-Entwicklern und Unternehmen bei der Automatisierung und Optimierung von Marketing- und Monetarisierungsstrategien unterstützt. Dazu zählen unter anderem Werbeplatzierungen in mobilen Apps, auf Websites und auf vernetzten TV-Geräten.

AppLovin

+++ Flops der Börsenwoche 37/2025 +++

Deutsche Telekom fällt zurück

Die Deutsche Telekom (ISIN: DE0005557508) präsentierte sich in der vergangenen Woche auf der Digitalmesse „Digital X“ in Köln. Wirklich neue Impulse, die auch an der Börse für Bewegung hätten sorgen können, blieben jedoch aus. Stattdessen zählte die T-Aktie zu den größten Wochenverlierern im DAX und fiel damit wieder in Richtung ihres letzten Verlaufstiefs von Anfang August bei 29,38 Euro.

Seit dem Mehrjahreshoch von Anfang März bei 35,91 Euro liegt aus charttechnischer Sicht ein Abwärtstrend vor, der eine Korrektur nach dem dynamischen Anstieg seit April 2024 darstellt. Belastend wirkt dabei auch die Kursentwicklung der Tochter T-Mobile US (ISIN: US8725901040). Diese hatte seit März zwischenzeitlich deutlicher korrigiert, sich seit Juni aber etwas besser entwickelt. Die Deutsche Telekom ist mit rund 58,7 Prozent an dem US-Mobilfunker beteiligt, sodass dessen Performance maßgeblich auf die T-Aktie durchschlägt.

Deutsche Telekom

Nemetschek setzt Korrektur fort

Der MDAX-Wert Nemetschek (ISIN: DE0006452907) galt zwischenzeitlich als Kandidat für einen Aufstieg in den DAX, diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Auch diese Erwartung dürfte dazu beigetragen haben, dass im August mit 138,50 Euro ein neues Allzeithoch erreicht werden konnte. Seitdem befindet sich die Aktie jedoch in einer Korrektur, die sich in der vergangenen Woche fortsetzte und mit einem neuen Verlaufstief bestätigt wurde. Aus charttechnischer Sicht könnten weitere Abgaben folgen. Denn inzwischen wurde das Zwischentief von Juni dieses Jahres bei 113,10 Euro unterschritten, das in der Vorwoche zunächst noch gehalten werden konnte. Sollte sich die Korrektur fortsetzen, rückt das markante Zwischentief von April als mögliche Anlaufstelle in den Fokus.

Unternehmensnachrichten gab es in der vergangenen Woche keine. Nemetschek ist ein führender Anbieter von Softwarelösungen für die digitale Transformation der Bau-, Infrastruktur- und Medienbranche. Die Anwendungen unterstützen den gesamten Lebenszyklus von Projekten – von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb – und ermöglichen zudem die kreative Entwicklung digitaler Inhalte wie Visualisierungen, Filme und Computerspiele. Weltweit nutzen mehr als sieben Millionen Anwender die Lösungen, um Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Nemetschek

Synopsys-Aktie bricht nach Quartalszahlen massiv ein

Die Aktie von Synopsys (ISIN: US8716071076) ist sowohl im NASDAQ-100 als auch im S&P 500 vertreten und gehörte in der vergangenen Woche in beiden Indizes zu den größten Verlierern. Besonders am Mittwoch kam es zu einem drastischen Einbruch von zeitweise rund 37 Prozent. Der Kurs reagierte damit deutlich negativ auf die schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisse. Auch der Ausblick des Softwareherstellers für die kommenden Monate konnte die Börse nicht überzeugen. Synopsys erzielt seine Umsätze vor allem mit Softwarelösungen und Lizenzmodellen im Bereich Electronic Design Automation (EDA) sowie mit dem Vertrieb von Halbleiter-IP. Zum Portfolio gehören Technologien für Chipdesign, Verifikation, IP-Integration sowie Lösungen für Softwaresicherheit und Qualitätstests.

Synopsys

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