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Krypto > Erholung am Krypotmarkt?

Bitcoin kurz vor dem Ausbruch?

| Louis Blümlein

(Foto: Bitcoin-Münzen und Chartbild)
Noch gelingt dem Bitcoin kein Befreiungsschlag. Doch die Schwächephase könnte trotzdem eine Kaufphase sein. (Foto: Yalcin Sonat / Shutterstock)

Nach der jüngsten Schwächephase mehren sich positive Signale. Welche Hinweise aktuelle Markt- und On-Chain-Daten liefern.

Die Stimmung an den Finanzmärkten hat sich in den vergangenen Tagen spürbar aufgehellt. Auch der Krypto-Markt und insbesondere Bitcoin profitierten davon, woraufhin sie einen Teil ihrer vorherigen Verluste wettmachten. Hintergrund sind neue Hoffnungen auf eine Beilegung des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Berichten zufolge steht ein entsprechendes Abkommen kurz vor der Unterzeichnung.

Der Ölpreis gab direkt nach. Sinkende Energiepreise nehmen Druck von der Inflation und nähren die Hoffnung auf eine weniger restriktive Geldpolitik in den kommenden Monaten. Schrittweise dürfte so die Risikobereitschaft der Anleger zurückkehren.

Darum bleibt die aktuelle Erholung fragil

Zunächst ist positiv zu bewerten, dass Bitcoin die wichtige Unterstützungszone bei 60.000 US-Dollar verteidigen konnte. Die anschließende Gegenbewegung zeigt, dass weiterhin Kaufinteresse vorhanden ist und viele Investoren die Rücksetzer zum Aufbau von Positionen genutzt haben.

Trotz des deutlichen Kursanstiegs gibt es jedoch weiterhin Faktoren, die in diesem Zusammenhang beobachtet werden sollten. Ein Blick auf die aktuellen Orderflow-Daten zeigt, dass die Aufwärtsbewegung bislang überwiegend vom Derivatemarkt getragen wurde. Das Volumen im Futures-Markt weist einen deutlich stärkeren Anstieg auf als die Nachfrage am Spotmarkt. Dieser Punkt ist wichtig, denn für einen längerfristigen und nachhaltigen Aufwärtstrend sollte die Nachfrage am Spotmarkt zumindest in einem ähnlichen Verhältnis wie die Aktivität im Futures-Markt zunehmen.

Die Spot-Nachfrage zeigt meist Investoren, die ihre Positionen längerfristig halten möchten. Diese Nachfrage gilt als deutlich stabiler als kurzfristige Spekulationen über den Derivatemarkt. Aktuell ist jedoch ein deutlicher Abstand zwischen beiden Bereichen sichtbar. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Erholung scheitern muss. Es zeigt jedoch, dass ein großer Teil der jüngsten Bewegung bislang von kurzfristig orientierten Marktteilnehmern getragen wird. Für einen weiteren nachhaltigen Anstieg wäre es daher notwendig, dass in den kommenden Tagen zusätzliche Spot-Nachfrage in den Markt kommt.

Auch bei den Bitcoin-Spot-ETFs spiegelt sich diese Situation wider. Obwohl sich aufgrund der positiven Nachrichtenlage eine Erholung vom jüngsten Tief abzeichnet, dominieren weiterhin die Netto-Abflüsse. Das zeigt, dass viele institutionelle Investoren bislang noch zurückhaltend agieren. Sollte es tatsächlich zu einem stabilen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran kommen, könnte Bitcoin die Marke von 70.000 US-Dollar wieder ins Visier nehmen. Bleibt die Nachfrage dagegen überwiegend auf den Derivatemarkt beschränkt, würde das Risiko einer erneuten Korrektur zunehmen.

On-Chain-Daten sprechen für eine mögliche Bodenbildung

Spannend wird die aktuelle Situation bei einem Blick auf gewisse On-Chain-Daten, wie den sogenannten STH-MVRV-Indikator. Dieser Indikator misst, vereinfacht gesagt, ob kurzfristige Bitcoin-Anleger aktuell im Gewinn oder im Verlust liegen. Ein Wert von 1,0 bedeutet, dass Anleger im Durchschnitt ungefähr beim Einstiegspreis stehen. Fällt der Wert darunter, sitzen viele Käufer auf Verlusten.

Aktuell ist der STH-MVRV in den Bereich zwischen 0,75 und 0,80 gefallen. Viele kurzfristige Anleger stehen mit ihren Positionen also in der Verlustzone. Historisch betrachtet, waren solche Zonen jedoch häufig mit Bodenbildungsphasen verbunden. Der Grund dafür liegt darin, dass viele schwächere Marktteilnehmer bereits aus dem Markt gedrängt wurden. In früheren Zyklen entstanden in solchen Phasen oft lokale Tiefpunkte, da ein großer Teil der Verkaufsbereitschaft bereits abgearbeitet war.

Der CryptoQuant-Analyst Julio Moreno ordnet die aktuelle Lage ähnlich ein. Gleichzeitig warnt er davor, die jüngste Erholung bereits als bestätigte Trendwende zu betrachten. Dafür müsste die generelle Nachfrage wieder zunehmen und sich die Stimmung an den Finanzmärkten weiter aufhellen.

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