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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 25/2026: Siemens Energy, Western Digital und BMW im Fokus

| Thomas Behnke | Lesezeit: 6 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.

Tops & Flops KW 25/2026: Siemens Energy, Western Digital und Redcare profitieren, während BMW, Salzgitter und Accenture deutlich unter Druck geraten.

KI-Fantasie, Prognoseanhebungen und schwache Ausblicke prägen die Einzelwerte der Woche

Tops und Flops der Börsenwoche 25/2026: Kursfantasie entstand dort, wo KI-Infrastruktur, höhere Jahresziele oder mögliche Strukturmaßnahmen neues Interesse auslösten. Unter Druck standen Aktien mit gekappten Vorgaben, fortgesetzten Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf oder Geschäftszahlen unter den Erwartungen.

+++ Tops der Börsenwoche 25/2026 +++

Siemens Energy profitiert von KI-Fantasie und Abspaltungsspekulationen

Nach dem Allzeithoch im April hatte die Aktie des Energiekonzerns Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0) eine Korrektur ausgebildet. Das Tief wurde in der Vorwoche bei 138,68 Euro markiert, wodurch der Kurs beinahe bis zu seiner 200-Tage-Linie zurückgefallen war. Seither hat sich eine Gegenbewegung gebildet, die sich in der vergangenen Woche dynamisch fortsetzte und den Wert zu einem der größten DAX-Gewinner machte.

Rückenwind kam von der starken Entwicklung von Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Das stützte auch die Profiteure des KI-Booms. Durch Investitionen in KI-Infrastruktur wie Rechenzentren profitiert Siemens Energy mit seinen Lösungen vom weltweit steigenden Energiebedarf, der zudem durch zunehmende Elektrifizierung und fortschreitende Digitalisierung angetrieben wird.

Daneben halfen Spekulationen über eine Abspaltung den Aktienkurs. Das „Manager Magazin“ hatte darüber berichtet, dass das Geschäft mit Kompressoren und Dampfturbinen ausgegliedert werden könnte, um neben höheren Konzernmargen insbesondere auch den Aktienwert zu erhöhen. Siemens Energy äußerte sich dazu nicht, sondern verbreitete eine allgemeine Stellungnahme. Es werde ständig geprüft, wie man die bestmögliche Unternehmensaufstellung erreichen könne.

Western-Digital-Aktie mit Rekorden nach starkem Kursplus

Technologiewerte gehörten in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern am US-Aktienmarkt. Insbesondere KI- und Halbleiterwerte profitierten von einem positiven Umfeld. Ein besonders kräftiges Kursplus verzeichnete dabei der Speicherspezialist Western Digital (ISIN: US9581021055, Symbol: WDC) mit über 30 Prozent. Er war damit der größte Gewinner im NASDAQ-100 und S&P 500 und erreichte neue Rekorde. Seit Jahresbeginn hat die WDC-Aktie um rund 333 Prozent zugelegt. Sie liegt damit auf Platz 2 hinter dem SanDisk-Papier (ISIN: US80004C2008), das mit 820 Prozent weiterhin unangefochtener Spitzenreiter ist, in der vergangenen Woche aber nur um 10 Prozent zulegte.

Redcare-Pharmacy-Aktie hebt nach Prognoseanhebung ab

Eine der markantesten Kursbewegungen in der vergangenen Woche zeigte der MDAX-Wert Redcare Pharmacy (ISIN: NL0012044747) mit einem Gewinn von über 30 Prozent. Der Online-Apotheken-Betreiber hatte zu Wochenbeginn mit seiner Anhebung der Jahresprognose für starke Kaufimpulse gesorgt. Nach einem bislang guten Lauf im zweiten Quartal sollen im Gesamtjahr statt bisher 13 bis 15 Prozent Umsatzwachstum nun 15 bis 17 Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahreswert erzielt werden. Gleichzeitig wurden konkretere Angaben zur Profitabilität gemacht. Demnach soll die Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen jetzt zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen. Bisher hatte Redcare mindestens 2,5 Prozent angepeilt.

Nach der positiven Reaktion am Montag setzte sich das positive Momentum im Wochenverlauf fort. Damit konnte die Redcare-Pharmacy-Aktie ihre 200-Tage-Linie zurückerobern. Aus charttechnischer Sicht ist weiterhin interessant, dass nun die Zwischenhochs von Juni und April dieses Jahres bei 53,40 und 53,65 Euro überwunden wurden. Damit rückt nun der potenzielle Widerstand im Bereich von 71,10 bis 73,25 Euro in den Fokus. An dieser Marke könnte sich entscheiden, ob die Bullen nun wieder nachhaltig das Zepter in die Hand nehmen können.

+++ Flops der Börsenwoche 25/2026 +++

BMW-Aktie auf tiefstem Stand seit November 2020

Die Aktie des deutschen Autobauers (ISIN: DE0005190003) befindet sich bereits seit einiger Zeit in einem Abwärtstrend. In der vergangenen Woche setzte sich dieser fort. BMW war dabei nicht nur der schwächste Wert aus dem deutschen Leitindex in der vergangenen Woche, sondern ist nun auch der DAX-Wert mit der schlechtesten Performance im bisherigen Jahresverlauf 2026. Mit dem jüngsten Kursrückgang wurde zudem das Zwischentief von April 2025 unterschritten, sodass die BMW-Aktie auf den tiefsten Stand seit November 2020 zurückgefallen ist. Auslöser für den jüngsten Kursrückgang sind abermals schlechte Nachrichten. Der Premiumhersteller hatte seine Prognosen für das Gesamtjahr 2026 wegen der Krisen in China und dem Nahost-Krieg deutlich gekappt. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag „Überschätzen Anleger die deutschen Autobauer?“.

Salzgitter setzt Korrektur seit Mehrjahreshoch fort

Anfang Juni hatte der MDAX-Wert Salzgitter (ISIN: DE0006202005) mit 67,60 Euro ein so hohes Niveau wie seit 2010 nicht mehr erreicht. Seit dem Mehrjahreshoch ist eine Korrektur zu erkennen, die sich in der vergangenen Woche fortsetzte. Neuigkeiten aus dem Unternehmen gab es keine.

Ein Blick auf den Chart zeigt nun, dass seit dem Junihoch inzwischen ein Rückgang von 25 Prozent zu verzeichnen ist. Dabei hat sich mit dem nun unterschrittenen Zwischentief vom 10. Juni bei 53,10 Euro ein kurzfristiger Abwärtstrend gebildet. Bei einem fortgesetzten Rückgang könnten die nächsten Ziele die 100-Tage-Linie bei derzeit 50,28 Euro, das Zwischentief von April bei 44,42 Euro sowie die 200-Tage-Linie bei derzeit 41,84 Euro sein.

Accenture-Aktie fällt nach enttäuschenden Geschäftszahlen und Prognosen

Accenture ist ein weltweit führender Dienstleister in den Bereichen Unternehmens- und Strategieberatung sowie Technologie und Outsourcing. Die Aktie des in Irland ansässigen Konzerns (ISIN: IE00B4BNMY34) ist im S&P 500 gelistet und gehörte dort in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern. Sie setzte damit die übergeordnete Talfahrt fort. Allein in diesem Jahr ist bislang ein Kursverlust von über 50 Prozent zu verzeichnen, und die Aktie ist auf den tiefsten Stand seit 2017 zurückgefallen.

Zu der jüngst schwachen Kursentwicklung trugen auch die am Donnerstag vorgelegten Geschäftszahlen bei. Das Unternehmen hatte nicht nur bei Umsatz und Gewinn die durchschnittlichen Analystenerwartungen verfehlt. Accenture gab in diesem Zusammenhang unter anderem an, dass der Umsatz im Nahen Osten durch den Iran-Krieg um etwa 400 Mio. US-Dollar beeinträchtigt wurde. Gleichzeitig warnte der Konzern vor „weiteren Auswirkungen“ im laufenden Quartal und gab damit einen eher nüchternen Ausblick ab.

Auch die Ankündigung von Übernahmen konnte die Stimmung nicht verbessern. Demnach treibt das Unternehmen seine Expansion im Bereich Cybersicherheit mit Vereinbarungen zum Kauf der Mehrheitsbeteiligung an Dragos sowie der Unternehmen runZero und NetRise zu einem Gesamtwert von rund 4,18 Mrd. US-Dollar voran. Konkret soll damit das eigene Angebot im Bereich der Sicherheit operativer Technologien für kritische Infrastruktursektoren gestärkt werden. Die Transaktionen sollen voraussichtlich im August oder September 2026 abgeschlossen werden.

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