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Märkte > Kryptowährung

Bitcoin-Kurs unter Druck – diese Faktoren entscheiden jetzt

(Bild: Shutterstock)

Schwache Nachfrage und geopolitische Risiken belasten den Bitcoin-Kurs. Doch erste Marktsignale deuten auf mögliche Bewegung hin.

Von Louis Blümlein

Bitcoin-Kurs bleibt angespannt  – Unsicherheit dominiert den Markt
Der Bitcoin-Kurs steht weiterhin unter Druck. Nach dem starken Anstieg in dieser Woche bis knapp unter 98.000 US-Dollar setzte rasch eine Gegenbewegung ein. Auslöser waren neue geopolitische Spannungen, nachdem US-Präsident Donald Trump Zölle gegen die Europäische Union angekündigt hatte. Die Unsicherheit griff schnell auf die Märkte über.

In der Folge fiel Bitcoin am Mittwochmorgen wieder unter die Marke von 90.000 US-Dollar. Viele Marktteilnehmer reduzierten Risiko, statt neue Positionen einzugehen. Die Reaktion fiel entsprechend deutlich aus. Erst im weiteren Tagesverlauf entspannte sich die Lage etwas. Nach Aussagen aus Davos nahm Trump die angekündigten Zölle vorerst zurück und signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Das sorgte kurzfristig für Erleichterung an den Märkten. Bitcoin konnte sich daraufhin leicht stabilisieren, ohne jedoch spürbare Stärke zu entwickeln. Aktuell notiert der Bitcoin-Kurs bei knapp 90.000 US-Dollar.

Bitcoin-ETF-Abflüsse belasten den Kurs

Die Nachfrage zeigt sich insgesamt verhalten. Sowohl private als auch institutionelle Anleger agieren vorsichtig und warten auf neue Impulse. Dieses Verhalten spiegelt sich auch bei den Bitcoin-Spot-ETFs wider. Nachdem es zuvor vier Handelstage in Folge mit Nettozuflüssen gegeben hatte, drehte das Bild erneut.

In den vergangenen Tagen kam es zu spürbaren Abflüssen, unter anderem mit rund 700 Millionen US-Dollar an einem Handelstag sowie weiteren knapp 480 Millionen US-Dollar am Folgetag. Vor allem große Produkte wie IBIT und FBTC verzeichneten deutliche Abgaben. Das unterstreicht die aktuell vorsichtige Haltung institutioneller Anleger, die nach der jüngsten Volatilität erneut Risiko reduzieren. Solange sich diese Zurückhaltung nicht ändert, fehlt dem Markt die Grundlage für eine nachhaltige Erholung.

Marktstimmung sendet erstes positives Signal

Parallel dazu zeigt sich bei der Marktstimmung ein erstes konstruktives Signal. Im Bitcoin Fear & Greed Index kam es zu einem sogenannten Golden Cross, bei dem der 30-Tage-Durchschnitt erstmals seit Mai 2025 über den 90-Tage-Durchschnitt gestiegen ist. Solche Konstellationen traten in der Vergangenheit häufig nach längeren Phasen erhöhter Unsicherheit auf. Sie stehen für eine schrittweise Entspannung, nicht für Euphorie.

Entscheidend bleibt, ob sich diese Entwicklung fortsetzt. Hält sich der kurzfristige Durchschnitt oberhalb des längerfristigen Niveaus, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer stabileren Marktphase. Dreht die Marktstimmung hingegen erneut nach unten, dürfte die Zurückhaltung im Markt wieder zunehmen.

Bitcoin-Kurs: Wichtige Kurszonen rücken in den Fokus

Aktuelle Marktdaten zeigen, dass sich oberhalb des aktuellen Kursniveaus zunehmend Short-Positionen aufbauen. Laut Liquidation Heatmap nimmt insbesondere ab dem Bereich um 96.000 US-Dollar die Anzahl potenzieller Short-Liquidationen zu. Solche Zonen werden vom Markt häufig angelaufen, da steigende Kurse dort Zwangskäufe auslösen können. Schon moderate Aufwärtsbewegungen reichen aus, um diese Shorts unter Druck zu setzen und zusätzliche Dynamik zu erzeugen.

Auf der Unterseite liefern Orderbuch-Daten einen klaren Anhaltspunkt für Nachfrage. Vor allem im Bereich um 85.000 US-Dollar liegen größere Kauforders, die auf ein erhöhtes Kaufinteresse hindeuten. Dieser Bereich dürfte bei stärkeren Rücksetzern eine wichtige Rolle spielen, da dort sichtbar Liquidität bereitsteht.

Auf der Oberseite bleibt die psychologisch wichtige Marke von 100.000 US-Dollar das zentrale Ziel vieler Marktteilnehmer. Gleichzeitig zeigt das Orderbuch dort eine erhöhte Anzahl an Verkaufsorders und Gewinnmitnahmen. Das macht diesen Bereich zu einem starken Widerstand, bei dem mit zunehmendem Verkaufsdruck zu rechnen ist, sollte der Kurs erneut dorthin laufen.

Der Markt bewegt sich damit aktuell zwischen klar definierten Nachfrage- und Angebotsbereichen. Kurzfristig kann die wachsende Short-Positionierung oberhalb von 96.000 US-Dollar Aufwärtsbewegungen begünstigen. 

Fazit zum aktuellen Bitcoin-Kurs

Bitcoin bleibt in einem angespannten Marktumfeld. Die Nachfrage zeigt sich weiterhin verhalten, institutionelle Zuflüsse fehlen und geopolitische Unsicherheiten sorgen für Zurückhaltung. Gleichzeitig liefern die Marktdaten ein differenziertes Bild. Während ETF-Abflüsse kurzfristig belasten, deuten Sentiment-Indikatoren auf eine leichte Entspannung der Marktstimmung hin.

Auf der Preisebene rücken klar definierte Zonen in den Fokus. Oberhalb von 96.000 US-Dollar baut sich zunehmend Short-Positionierung auf, die kurzfristig Aufwärtsbewegungen begünstigen kann. Auf der Unterseite bleibt die Nachfragezone um 85.000 US-Dollar ein wichtiger Anker. Nach oben stellt die Marke von 100.000 US-Dollar weiterhin eine massive Hürde dar, da dort hoher Verkaufsdruck liegt.

Solange neue Nachfrage ausbleibt, dürfte Bitcoin zwischen diesen Bereichen schwanken. Erst eine klare Veränderung bei Zuflüssen und Positionierung dürfte den nächsten nachhaltigen Impuls liefern.

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