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Krypto > Memecoin-Hype

Memecoins am Ende? Warum einige Coins trotzdem überleben

| Louis Blümlein

Meme Coin TRUMP.
Mit dem Meme Coin von US-Präsident Donald Trump haben Anleger viel Geld verloren. (Foto: Picture Alliance / NurPhoto / Jonathan Raa)

Vom großen Memecoin-Hype ist nicht mehr viel übrig. Der gesamte Sektor hat seit seinem Hoch mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Einige wenige Coins halten sich trotzdem erstaunlich gut.

Anfang 2025 schien bei Memecoins noch fast alles möglich. Die gesamte Marktkapitalisierung des Sektors erreichte zeitweise rund 137,9 Milliarden US-Dollar. Heute sind davon nur noch rund 23,7 Milliarden US-Dollar übrig. Mehr als 80 Prozent des damaligen Werts sind damit verschwunden. Dabei war es nicht nur der schwächere Kryptomarkt, der Memecoins getroffen hat. Auch das Vertrauen in den gesamten Sektor hat ordentlich gelitten.

Ein gutes Beispiel dafür ist der LIBRA-Skandal vom Februar 2025. Argentiniens Präsident Javier Milei hatte den Token öffentlich beworben. Der Kurs schoss daraufhin innerhalb kürzester Zeit nach oben und brach anschließend genauso schnell wieder zusammen. Laut damaligen Berichten zogen Wallets hinter dem Projekt mehr als 100 Millionen US-Dollar ab. Milei erklärte später, er habe keine Verbindung zum Projekt gehabt und den Beitrag wieder gelöscht. Der Vorfall löste trotzdem Ermittlungen und eine politische Krise in Argentinien aus.

Auch der politische Memecoin TRUMP zeigt ziemlich gut, wie schnell sich die Stimmung gedreht hat. Kurz nach seinem Start Anfang 2025 erreichte der Token innerhalb kürzester Zeit eine Milliardenbewertung. Von den damaligen Höchstständen ist inzwischen allerdings nicht mehr viel übrig.

Eine kurze Memecoin-Rally Anfang 2026 brachte zwar noch einmal Hoffnung zurück. Nachhaltig war sie aber nicht. Viele der damaligen Kursgewinne waren wenige Wochen später bereits wieder verschwunden.

Das Problem sitzt noch tiefer

Hinter dem Absturz steckt allerdings mehr als nur ein ausgelaufener Hype. Viele der Probleme, die Memecoins schon 2024 und 2025 begleitet haben, gibt es weiterhin. Bei einem großen Teil der Projekte liegt die Kontrolle bei wenigen Entwicklern, frühen Investoren oder Insidern. Token-Halter können zwar kaufen und verkaufen, haben bei wichtigen Entscheidungen aber meistens wenig bis gar nichts zu sagen.

Dazu kommen Token-Freigaben, hohe Insider-Anteile und immer wieder der Verdacht auf Pump-and-Dump-Systeme oder Rug Pulls. Bei kleineren Memecoins ist es für Anleger häufig schwierig zu erkennen, wer tatsächlich hinter einem Projekt steht und wie die Token verteilt sind.

Wie problematisch das sein kann, zeigt auch die Diskussion rund um Pump.fun. Interne Dokumente, über die Sandmark berichtete, sollen zeigen, dass Mitarbeiter rund zwei Monate vor dem geplanten Beginn ihrer Token-Freigaben entlassen wurden. Einige der ehemaligen Mitarbeiter verloren dadurch offenbar Token-Zuteilungen, die zeitweise siebenstellige Werte erreicht hätten. Gleichzeitig standen später eigene Token-Freigaben für Team und Investoren an.

Solche Fälle treffen einen Markt besonders hart, der ohnehin fast vollständig vom Vertrauen seiner Community lebt. Denn anders als bei Bitcoin, Ethereum oder vielen DeFi-Projekten gibt es bei klassischen Memecoins häufig kein Geschäftsmodell oder Netzwerk, anhand dessen sich ein fundamentaler Wert ableiten lässt.

Fast alle neuen Memecoins verschwinden

Wie brutal die Auswahl mittlerweile geworden ist, zeigen aktuelle Daten zu Pump.fun deutlich. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung hat mehr als 830.000 Token-Starts auf Pump.fun zwischen Mai und Juni ausgewertet. Das Ergebnis: Gerade einmal rund 0,2 Prozent der gestarteten Tokens schafften den sogenannten „Graduation“-Schritt und erreichten damit die nächste Handelsstufe. Anders gesagt: Mehr als 99 Prozent der untersuchten Tokens kamen nicht einmal so weit.

Interessant ist allerdings, welche Projekte bessere Chancen hatten. Tokens mit einer vorhandenen Community außerhalb der eigentlichen Handelsplattform schnitten deutlich besser ab. Projekte mit angegebenem Telegram-Kanal erreichten beispielsweise wesentlich häufiger die nächste Stufe als Projekte ohne entsprechende Präsenz.

Noch deutlicher wurde der Unterschied, wenn mehrere soziale Kanäle vorhanden waren. Projekte mit drei angegebenen Social-Media-Kanälen erreichten in der Untersuchung eine Graduation-Rate von knapp 1,9 Prozent. Bei Projekten ohne Social-Media-Präsenz waren es lediglich rund 0,11 Prozent.

Das klingt zunächst nach kleinen Zahlen. Der Unterschied ist aber enorm und zeigt ziemlich gut, was sich im Memecoin-Markt verändert hat: Ein Meme allein reicht immer seltener aus.

Was die Überlebenden anders machen

Memecoins sind nicht komplett verschwunden. Projekte wie Dogecoin, Shiba Inu, Pepe, Bonk oder Pudgy Penguins schaffen es weiterhin, Aufmerksamkeit und Handelsvolumen auf sich zu ziehen. Was viele dieser Projekte gemeinsam haben, ist vor allem eines. Sie existieren nicht erst seit gestern und haben sich bereits eine größere Community aufgebaut.

Dogecoin ist dafür das extremste Beispiel. Der Coin existiert seit 2013 und hat mehrere komplette Kryptozyklen überstanden. Pepe wiederum hat sich als eines der bekanntesten Memes im Kryptomarkt etabliert. Bonk ist eng mit dem Solana-Ökosystem verbunden, während Pudgy Penguins neben dem Token eine bereits bekannte NFT-Marke aufgebaut hat.

Solche Dinge werden in einem schwächeren Markt wichtiger. Solange praktisch jeder neue Token steigt, spielt die Qualität eines Projekts kaum eine Rolle. Wenn Kapital knapper wird, konzentriert sich die Liquidität dagegen stärker auf wenige bekannte Namen. Das könnte erklären, warum einzelne Memecoins zwischendurch weiterhin kräftige Rallys hinlegen, obwohl der Gesamtmarkt des Sektors massiv geschrumpft ist.

Fazit

Memecoins sind nicht komplett tot. Aber der Markt ist heute ein völlig anderer als noch Anfang 2025. Der Großteil der damaligen Projekte ist verschwunden oder spielt kaum noch eine Rolle. Übrig bleiben vor allem einige wenige große Namen mit starken Communities und genügend Liquidität. Ob daraus irgendwann ein stabilerer Markt entsteht, bleibt offen. Eines zeigt der Absturz aber ziemlich deutlich. Nur ein Meme zu sein, reicht inzwischen immer seltener aus.

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