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Lebensart > Digitale Auszeit

So gelingt der Digital Detox

| Vera König | Lesezeit: 4 Min.

Das Foto zeigt drei Menschen vor einem großen Bücherregal.
Weg vom Bildschirm: Mehr als ein Viertel der Deutschen plant sich regelmäßig eine digitale Auszeit ein (Foto: Picture Alliance).

Müde von der Informationsflut? Gestresst von der ständigen Erreichbarkeit? Wer vom medialen Overload genug hat, plant eine Auszeit von Smartphone, Tablet und Co. Mit welchen Strategien der Digital Detox glückt.

Nicht ständig auf das Smartphone ­starren, abends wieder zu einem Buch greifen oder einige Tage kein Social ­Media mehr nutzen: Das alles sind Möglichkeiten für eine digitale Auszeit. Ziel des sogenannten Digital Detox ist es, für eine begrenzte Zeit auf digitale Medien, Geräte oder Anwendungen zu verzichten – vor allem im privaten Alltag. Rund ein Viertel der Deutschen plant 2026 solch eine bewusste Offline-Zeit.

Digitales Fasten, digitale Auszeit oder digitale Entgiftung: 27 Prozent der ­Deutschen, die normalerweise digitale Anwendungen und Geräte nutzen, haben sich für dieses Jahr einen Digital Detox vorgenommen. So lautet das Ergebnis einer Befragung von Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Im Schnitt soll der Verzicht drei Tage dauern. 12 Prozent wollen nur für einen Tag digital fasten, 9 Prozent für mehrere Tage, 4 Prozent planen eine ­Woche und 2 Prozent mehr als eine Woche.

Warum digitales Fasten gut ist

Der ständige Griff zum Smartphone und der Blick auf den Laptop ­gehören für die meisten zum Alltag: Handys sind im Dauereinsatz. Denn ohne Internet geht inzwischen fast nichts mehr. Unterwegs hilft der Online-Routenplaner, mit Freunden und Familie bleibt man per Messenger-Dienst in Kontakt, Soziale Medien liefern Zerstreuung ­aller Art, und Bankgeschäfte, Ticket- sowie Urlaubsbuchung laufen meist digital ab.

2025 stellten die Deutschen einen neuen Online-Rekord auf: Sie verbrachten so viel Zeit im Internet wie nie zuvor. Knapp 72 Stunden ist jeder im Schnitt pro Woche online – also volle drei Tage. So das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag der Postbank. Vor fünf Jahren waren es noch 56 Stunden pro Woche.

Die Vorteile von Smartphone, Laptop und Tablet liegen auf der Hand. Doch die „Always on“-Mentalität und der hohe eigene Medienkonsum erzeugen bei vielen Menschen Stress. Zum einen durch den sozialen Druck, sofort auf Nachrichten zu antworten, zum anderen werden Konzentrationsphasen oft von eingehenden Push-Nachrichten unterbrochen. Die Flut der Neuigkeiten, insbesondere negativer Nachrichten, kann ebenfalls zur Belastung werden. Die Folge: Der permanente Begleiter Smartphone wird auch als anstrengend und lästig empfunden. Ständig online zu sein belastet und führt langfristig zu Konzentrations- und Schlafstörungen.

Schritte für den erfolgreichen Digital Detox

Der Digital-Detox gelingt am besten, wenn man ihn systematisch angeht – und weniger als „kalter Entzug“, mehr als bewusste Neujustierung.

  1.  Digital Detox planen 
Machen Sie sich im Vorfeld klar, was Sie sich von der Digital-Auszeit erhoffen und wie sich Ihr Alltag währenddessen verändern könnte. Dazu gehört unter anderem, die Dauer und den Umfang festzulegen. Wie viele Tage soll der Detox dauern oder soll es feste „Offline“-­Zeiten pro Woche geben? Wie digitalfrei soll der Alltag sein? 

 2.   Smartphonefreie Zeiten und Orte schaffen
Legen Sie bestimmte Zeiten fest, in denen das Handy ausgeschaltet bleibt. Das kann nach 21 Uhr sein, um zur Ruhe zu kommen, oder direkt nach dem Aufstehen, um ungestört in den Tag zu starten. Neben handyfreien Zeiten braucht es auch handyfreie Orte. Beispiele: Schlafzimmer, Auto, öffentliche Verkehrsmittel, beim Essen oder Treffen mit Freunden. Am besten ist es, das Gerät außer Sichtweite zu platzieren.

  3.  Umfeld einbeziehen
Wichtig sind auch erklärende Worte für Freunde und Verwandte im Vorfeld, warum es in Zukunft vielleicht etwas länger dauert, bis Sie auf Nachrichten ­antworten. Eventuell eignet es sich, eine ­automatische Antwort einzurichten („Bin offline bis…“)

   4.  Ablenkung abschalten
Schalten Sie Push-Nachrichten und Benachrichtigungen stumm oder deaktivieren Sie sie. Dann können Sie freier entscheiden, wann Sie Neuigkeiten lesen wollen. Zudem bietet es sich an, ablenkende Apps zu löschen oder zu sperren. ­Möglicherweise hilft es auch, das Handy in eine Box zu legen oder jemandem zu geben. 

    5. Alternativen entdecken
Der Digital Detox klappt besser, wenn man für die digitalfreie Zeit einen Ersatz hat. Möglichkeiten sind Buch oder Zeitschrift, Notizbuch und Stift, Spaziergang oder Sport, ­Kochen, Zeichnen, Musik, Aufräumen sowie Treffen mit Freunden ohne Handy. Zudem kann man digitale Dienste durch Alternativen ersetzen, ­beispielsweise einen analogen Wecker oder eine Landkarte aus Papier.

    6.  Eigene Bildschirmzeit kontrollieren
Wichtig ist, dass man sich an die eigenen Regeln hält und die tatsächliche Bildschirmzeit regelmäßig kontrolliert sowie reflektiert. Es verbessert die Erfolgsquote, wenn man die festgelegten Regeln vorab aufschreibt. 

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