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Clarity Act: Neue Hoffnung für den Kryptomarkt

| Louis Blümlein | Lesezeit: 4 Min.

Donald Trump an einem Podium vor US-Flaggen.
Donald Trump steht an einem Podium vor mehreren US-Flaggen. Die US-Regierung treibt eine kryptofreundlichere Regulierung voran. Der Clarity Act soll klare Zuständigkeiten für den Kryptomarkt schaffen. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Der Clarity Act rückt in den USA in den Fokus und könnte eines der wichtigsten Krypto-Gesetze der vergangenen Jahre werden: Börsen, Stablecoins und Anleger hoffen auf mehr Klarheit.

Clarity Act rückt näher: USA machen bei Krypto-Regeln Tempo

In den USA kommt beim Thema Krypto-Regulierung deutlich mehr Bewegung auf. Der sogenannte Clarity Act könnte schneller verabschiedet werden als viele Marktteilnehmer bislang erwartet hatten. In Regierungskreisen wird offenbar sogar der 4. Juli als mögliches Zieldatum diskutiert. Damit könnte eines der wichtigsten Krypto-Gesetze der vergangenen Jahre ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag beschlossen werden.

Der „Digital Asset Market Clarity Act“ soll erstmals klarer regeln, welche US-Behörden künftig für welche Bereiche des Kryptomarktes zuständig sind. Diese Unsicherheit gilt seit Jahren als eines der größten Probleme der Branche in den Vereinigten Staaten. Viele Unternehmen kritisierten zuletzt immer wieder, dass unklare Regeln Innovationen bremsen und Kapital zunehmend ins Ausland abwandert.

Patrick Witt vom President’s Council of Advisors for Digital Assets erklärte auf der Consensus-Konferenz in Miami nun, dass ein Zeitplan bis Anfang Juli weiterhin realistisch sei. Ihm zufolge könnte bereits in diesem Monat die nächste wichtige Abstimmung im Senate Banking Committee stattfinden. Anschließend blieben dem Senat im Juni mehrere Sitzungswochen, bevor das Gesetz schließlich dem Repräsentantenhaus vorgelegt werden könnte.

Der Zeitplan bleibt zwar ambitioniert, gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung aber auch, wie groß der politische Druck inzwischen geworden ist. Die USA wollen beim Thema digitale Assets offenbar nicht länger hinter anderen Ländern zurückbleiben.

Stablecoins und politische Konflikte bremsten das Gesetz zuletzt aus

Der Weg bis hierhin verlief allerdings nicht ohne Probleme. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Repräsentantenhaus eine erste Version des Gesetzes verabschiedet. Im Senat stockte der Prozess anschließend jedoch. Ein wichtiger Streitpunkt war zuletzt die Regulierung von Stablecoins. Vor allem die Frage, ob Kryptobörsen weiterhin Renditen auf Stablecoins anbieten dürfen, sorgte für Diskussionen innerhalb der Branche. Coinbase zog zwischenzeitlich sogar seine Unterstützung für Teile des Gesetzes zurück.

Inzwischen scheint sich die Lage bei diesem Thema jedoch etwas entspannt zu haben. Laut Witt wurde offenbar ein Kompromiss gefunden. Kryptobörsen dürften damit zwar nicht sämtliche bisherigen Freiheiten behalten, gleichzeitig scheint ein vollständiges Verbot solcher Angebote aktuell ebenfalls unwahrscheinlich. Schwieriger bleibt dagegen das Thema möglicher Interessenkonflikte innerhalb der Politik. Vor allem Demokraten fordern strengere Regeln für Politiker und deren Verbindungen zur Kryptobranche. Darüber wird derzeit intensiv diskutiert.

Witt sprach sich zuletzt für allgemeine Regeln aus, die für alle politischen Ämter gleichermaßen gelten sollen. Gleichzeitig lehnt die Regierung offenbar Sonderregelungen ab, die gezielt einzelne Politiker oder deren Familien betreffen würden. Trotz der offenen Punkte zeigt sich Witt weiterhin optimistisch, dass der Clarity Act in den kommenden Monaten tatsächlich verabschiedet werden könnte.

Warum der Clarity Act für den Kryptomarkt so entscheidend wäre

Für den Kryptomarkt könnte der Clarity Act enorme Auswirkungen haben. Viele Unternehmen und institutionelle Anleger warten seit Jahren auf mehr regulatorische Klarheit in den USA. Bislang herrscht bei vielen Kryptowährungen Unsicherheit darüber, ob sie rechtlich eher als Wertpapier oder als digitale Ware eingestuft werden. Diese Frage entscheidet darüber, welche Behörde zuständig ist und welche Regeln gelten.

Bei Bitcoin gilt die Situation bereits weitgehend als geklärt. Bitcoin wird in den USA als Commodity eingestuft und fällt deshalb hauptsächlich unter die Aufsicht der CFTC. Bei vielen anderen Kryptowährungen ist die Lage jedoch komplizierter. Vor allem die SEC vertrat in den vergangenen Jahren häufig die Ansicht, dass zahlreiche Tokens eher als Wertpapiere gelten könnten. Daraus entstanden immer wieder Konflikte mit Kryptobörsen und Projekten, weil dadurch strengere regulatorische Anforderungen gelten würden.

Der Clarity Act soll hier erstmals klarere Regeln schaffen und definieren, wann ein Token als Wertpapier gilt und wann nicht. Gleichzeitig soll auch die Zuständigkeit der Behörden präziser geregelt werden.

Gerade für Kryptobörsen, Stablecoin-Projekte und Unternehmen rund um Tokenisierung wäre ein klarer regulatorischer Rahmen enorm wichtig. Viele Firmen halten sich derzeit mit Investitionen oder neuen Produkten zurück, solange unklar bleibt, welche Anforderungen künftig gelten werden. Auch große Vermögensverwalter und institutionelle Investoren beobachten diese Entwicklung genau. Ein klareres regulatorisches Umfeld könnte langfristig zusätzliches Kapital in den Markt bringen und gleichzeitig mehr Stabilität schaffen.

Darüber hinaus spielt inzwischen auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit eine immer größere Rolle. Länder wie Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Teile Europas arbeiten bereits seit Jahren an klareren Krypto-Regeln. Die USA stehen deshalb zunehmend unter Druck, ihren Rückstand aufzuholen und Unternehmen stärker im eigenen Land zu halten.

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