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Rohstoffe > Edelmetall-Rally

Goldpreis: 5.000-Dollar-Marke laut HSBC in Reichweite

| Redaktion Börse am Sonntag

Goldbarren.
Bei Anlegern gerade sehr beliebt: Goldbarren. (Foto: Shutterstock)

Der Goldpreis steigt immer weiter. Nun könnte sogar die 5.000-Dollar-Marke fallen. Gründe für einen weiteren Anstieg gibt es genug.

Der Goldpreis erlebt derzeit eine historische Rally: Das Edelmetall erreichte am Freitag mit 4.378,69 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch und steuert auf den größten Wochengewinn seit der Finanzkrise 2008 zu. Anleger suchen angesichts globaler Unsicherheiten zunehmend Schutz im „sicheren Hafen“ Gold – und laut einer aktuellen Prognose der Großbank HSBC könnte der Preis schon im kommenden Jahr erstmals die Schwelle von 5.000 Dollar überschreiten.

Geopolitik, Schulden, Dollar – die Treiber der Rally

HSBC nennt gleich mehrere Gründe für den Aufwärtstrend: geopolitische Spannungen, eine unsichere Wirtschaftspolitik, die wachsende Staatsverschuldung vieler Länder und ein zunehmend schwächerer US-Dollar. All diese Faktoren erhöhen die Attraktivität von Gold als stabile Wertanlage.

Zudem rechnen Experten damit, dass die US-Notenbank (Fed) ihre Zinssenkungen fortsetzen wird. Niedrigere Zinsen machen renditestarke Alternativen wie US-Staatsanleihen weniger attraktiv – und Gold, das selbst keine Zinsen abwirft, gewinnt dadurch an relativer Bedeutung. Gleichzeitig tendiert in einem Umfeld fallender Zinsen auch der Dollar zur Schwäche, was Gold für Investoren außerhalb der USA günstiger macht und zusätzliche Nachfrage auslöst.

Langfristige Anleger bleiben an Bord

Nach Einschätzung der HSBC dürften viele der derzeitigen Käufer auch nach einem möglichen Abklingen der Rally engagiert bleiben. Gold sei für sie nicht nur ein kurzfristiges Spekulationsobjekt, sondern Teil einer langfristigen Diversifizierungsstrategie – als Versicherung gegen Inflation, Währungsschwäche und geopolitische Krisen.

Die Deka wiederum weist auf einen selbstverstärkenden Effekt hin: Zentralbanken haben in den vergangenen Jahren ihre Goldreserven massiv ausgebaut – insbesondere in Schwellenländern wie China, Indien oder der Türkei. Diese Käufe hätten den Markt in Bewegung gebracht und nun weitere Privatanleger und Fonds angezogen, die auf weiter steigende Preise setzen.

Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater warnt jedoch vor Euphorie: „Sollten sich die geopolitischen oder wirtschaftlichen Risiken nicht materialisieren, könnten auch deutliche Korrekturen folgen.“

Wie Anleger in Gold investieren können

Für Privatanleger gibt es verschiedene Wege, von der Goldrally zu profitieren. Die klassische Variante ist physisches Gold – also Barren oder Münzen. Es bietet den Vorteil, dass es außerhalb des Finanzsystems gelagert werden kann, birgt aber auch Lager- und Versicherungskosten.

Wer flexibler bleiben will, kann auf börsengehandelte Produkte (ETCs oder ETFs) zurückgreifen, die den Goldpreis abbilden und an regulierten Märkten handelbar sind. Sie ermöglichen einfache Käufe und Verkäufe, ohne dass man das Metall tatsächlich besitzen muss.

Eine weitere Möglichkeit sind Goldminen-Aktien oder Fonds, die in Goldproduzenten investieren. Diese Titel reagieren oft überproportional auf Veränderungen des Goldpreises – bieten also höhere Renditechancen, aber auch ein größeres Risiko.

Für erfahrene Investoren kommen außerdem Futures oder Optionen infrage, mit denen sich auf kurzfristige Kursbewegungen spekulieren lässt. Solche Instrumente sind allerdings komplex und eher für professionelle Marktteilnehmer geeignet.

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