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Unternehmen > Quartalszahlen

Deutsche Telekom: Aktie vor neuem Schub?

| Redaktion Börse am Sonntag

Tim Höttges.
Telekom-Chef Tim Höttges will den fundamentalen Erfolg mehr im Aktienkurs wiederfinden und plant höhere Aktienrückkäufe. (Foto: Picture Alliance / Panama Pictures / Christoph Hardt)

Die Deutsche Telekom bleibt auf Wachstumskurs und will noch mehr Milliarden für Aktienrückkäufe ausgeben. Bringt das der Aktie wieder Schwung?

Die Deutsche Telekom hat erneut unter Beweis gestellt, dass sie deutlich mehr ist als der klassische deutsche Telekommunikationsanbieter. Vor allem die US-Tochter T-Mobile US sorgt weiterhin für Dynamik und treibt die finanzielle Entwicklung des Gesamtkonzerns voran. Nach den jüngsten Quartalszahlen hob das Management den Ausblick für den freien Mittelzufluss leicht an und sendete damit ein positives Signal an Anleger.

Für das Gesamtjahr erwartet die Telekom nun einen Free Cashflow nach Leasingkosten von rund 20 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern mit einem Wert von mehr als 19,8 Milliarden Euro gerechnet. Beim bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA nach Leasingkosten) bleibt das Ziel unverändert bei rund 47,5 Milliarden Euro.

Die Börse honorierte die Nachrichten: Die Telekom-Aktie legte nach Veröffentlichung der Zahlen deutlich zu und zählte zu den stärksten Werten im DAX. Unterstützung erhielten die Bonner auch durch die Ankündigung, das Aktienrückkaufprogramm auszuweiten.

T-Mobile US bleibt der wichtigste Wachstumstreiber

Der entscheidende Faktor hinter der starken Entwicklung ist weiterhin die amerikanische Tochter T-Mobile US. Während der deutsche Telekommunikationsmarkt vergleichsweise gesättigt ist und der Wettbewerb intensiv bleibt, wächst das US-Geschäft deutlich dynamischer.

T-Mobile US konnte in den vergangenen Jahren durch den Zusammenschluss mit Sprint seine Marktposition erheblich ausbauen und gehört inzwischen zu den führenden Mobilfunkanbietern in den Vereinigten Staaten. Die Tochter profitiert von steigenden Kundenzahlen, einer starken Netzqualität und einer hohen Nachfrage nach mobilen Daten.

Für die Deutsche Telekom ist T-Mobile US mittlerweile der wichtigste Gewinnbringer. Die Erträge aus Amerika helfen dem Konzern, Investitionen in Deutschland zu finanzieren – etwa beim Glasfaserausbau, bei der Digitalisierung und bei neuen Geschäftsfeldern rund um Cloud- und KI-Anwendungen.

Konzernumbau vom Telefonanbieter zum Technologieunternehmen

Die Deutsche Telekom hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Das Unternehmen verdient längst nicht mehr nur mit klassischen Telefonanschlüssen und Mobilfunkverträgen Geld. Neben dem Privatkundengeschäft spielt zunehmend die Vernetzung von Unternehmen eine Rolle.

Über die Geschäftskundensparte T-Systems bietet der Konzern IT-Infrastruktur, Cloud-Lösungen und digitale Dienstleistungen an. Gleichzeitig investiert die Telekom in moderne Netze, Rechenzentren und Anwendungen rund um künstliche Intelligenz.

Konzernchef Tim Höttges setzt dabei zunehmend auf die Kombination aus stabilem Telekomgeschäft und neuen Technologiefeldern. Gerade der steigende Bedarf an Datenverarbeitung und leistungsfähigen Netzwerken könnte langfristig zusätzliche Wachstumschancen eröffnen.

Milliarden für Aktionäre

Neben operativen Fortschritten rückt auch die Aktionärsfreundlichkeit stärker in den Fokus. Die Telekom stockte ihr Aktienrückkaufprogramm auf insgesamt bis zu 5 Milliarden Euro auf. Damit will der Konzern nicht nur Kapital an Anleger zurückgeben, sondern auch die Attraktivität der Aktie erhöhen.

Zusammen mit der Dividendenpolitik macht dies die Telekom zu einem interessanten Titel für Anleger, die Wert auf regelmäßige Ausschüttungen legen. Telekommunikationsunternehmen gelten traditionell als eher defensive Investments, da sie über stabile Einnahmen aus langfristigen Verträgen verfügen.

Kann die Aktie weiter steigen?

Die Ausgangslage für die Telekom-Aktie bleibt grundsätzlich positiv. Das Unternehmen verfügt über ein starkes US-Geschäft, hohe wiederkehrende Einnahmen und einen steigenden freien Mittelzufluss. Auch mehrere Analysten bleiben optimistisch und sehen weiteres Potenzial für den Titel.

Für die Aktie spricht außerdem die vergleichsweise robuste Position in einem unsicheren Marktumfeld. Während viele Unternehmen stark von Konjunkturzyklen abhängig sind, bleiben Telekommunikationsdienste für Verbraucher und Unternehmen unverzichtbar.

Allerdings gibt es auch Risiken. Der Netzausbau erfordert weiterhin hohe Investitionen, gleichzeitig bleibt der Wettbewerb in Deutschland intensiv. Zudem hängt ein großer Teil der Erfolgsstory von der Entwicklung von T-Mobile US ab. Sollte das Wachstum dort nachlassen, würde dies auch den Gesamtkonzern treffen.

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