Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 32/2026: SAP-Aktie muss jetzt Ausbruch bestätigen

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 32/2026: SAP muss ein mögliches Ausbruchssignal bestätigen, Palantir springt nach Quartalszahlen kräftig, während DaVita trotz starker Zahlen um 25 Prozent abstürzt und auch Western Digital sowie Zalando deutlich korrigieren.

SAP muss Ausbruchssignal bestätigen, Palantir und SpaceX überzeugen mit Zahlen. DaVita, Western Digital und Zalando enttäuschen trotz starker Quartalszahlen: die Tops und Flops der Börsenwoche 32/2026.

Steht die SAP-Aktie vor einem charttechnischen Ausbruch?

Die Tops und Flops der Börsenwoche 32/2026 zeigen, dass Charttechnik und Kennzahlen nicht immer im Gleichschritt laufen. SAP muss nach einer Erholungsrallye von mehr als 30 Prozent seit dem Juli-Tief ein potenzielles Ausbruchssignal bestätigen, und auch Palantir eroberte nach einem Kurssprung von rund einem Viertel die 200-Tage-Linie zurück. SpaceX verzeichnete mit seinem ersten Geschäftsbericht als börsennotiertes Unternehmen einen Umsatzanstieg von 92 Prozent. Auf der anderen Seite reichten bei DaVita und Western Digital übertroffene Erwartungen nicht aus, um Kursverluste zu verhindern, und auch Zalando musste nach verfehlten Erwartungen und einem enttäuschenden Ausblick deutlich Federn lassen.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 32/2026 im Überblick

  • SAP: Zwischenhoch bei 173,24 Euro und 200-Tage-Linie überschritten, mögliches Ausbruchssignal nach mehr als 30 Prozent Kursanstieg seit dem Juli-Tief.
  • Palantir Technologies: Kurssprung von mehr als einem Viertel nach Quartalszahlen, Rückeroberung der 200-Tage-Linie.
  • SpaceX: Q2-Umsatz von 7,81 Milliarden US-Dollar deutlich über den Erwartungen, drohender Verkaufsdruck durch auslaufende Lock-up-Fristen.
  • Zalando: Kursminus von mehr als 11 Prozent nach verfehlten Analystenerwartungen und eingegrenztem Ausblick.
  • Western Digital: Trotz übertroffener Erwartungen bei den Quartalszahlen kein nachhaltiger Kaufdruck, Aktie damit unter den größten Wochenverlierern im S&P 500; seit dem Allzeithoch im Juni beträgt der Kursrückgang inzwischen fast 50 Prozent.
  • DaVita: Kursminus von 25 Prozent in dieser Woche, nachdem der Kurs zu Wochenbeginn noch ein Allzeithoch markiert hatte; Bewertung mit KCV von 5,8 unter historischem Durchschnitt. 

+++ Tops der Börsenwoche 32/2026 +++

Bei SAP und Palantir deuteten sich in der vergangenen Woche charttechnische Ausbruchssignale an, während SpaceX seine erste Bilanz als börsennotiertes Unternehmen vorlegte; auslaufende Haltefristen könnten in den kommenden Wochen für zusätzlichen Verkaufsdruck sorgen.

SAP-Aktie mit charttechnischem Ausbruchssignal

Am 23. Juli hatte Europas größter Softwarekonzern Quartalszahlen vorgelegt. Seither zeigt die SAP-Aktie (ISIN: DE0007164600) eine relativ dynamische Erholungsbewegung. Diese setzte sich in der vergangenen Woche fort, und der DAX-Wert gehörte zu den stärksten Werten aus dem deutschen Leitindex. Seit dem Tief im Juli, das gleichzeitig ein Mehrjahreshoch war, machte der in den letzten rund eineinhalb Jahren arg gebeutelte Kurs mehr als 30 Prozent an Boden gut. Daraus ergibt sich nun eine charttechnisch vielversprechende Konstellation. Die SAP-Aktie hat das Zwischenhoch von Anfang Juni bei 173,24 Euro sowie die 200-Tage-Linie knapp überschritten. Sollte sich dieses potenzielle Ausbruchssignal bestätigen und als nachhaltig erweisen, könnte von einer abgeschlossenen Bodenbildung gesprochen werden. Das könnte technisch motivierte Käufe nach sich ziehen und damit zu einer Fortsetzung des aktuellen Aufwärtsimpulses führen.

Palantir-Aktie mit starkem Kurssprung und zurückeroberter 200-Tage-Linie

Zu den auffälligsten Aktien aus dem NASDAQ-100 und S&P 500 gehörte in der vergangenen Woche Palantir Technologies (ISIN: US69608A1088, Symbol: PLTR). Der Kurs des Datenanalyse-Spezialisten hatte im Vergleich zur Vorwoche um mehr als ein Viertel an Wert zugelegt. Maßgeblich dazu beigetragen hatte die positive Reaktion des Marktes auf die am Montag nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen. Das Unternehmen hatte die durchschnittlichen Analystenerwartungen übertroffen. Zum starken Kursanstieg könnte dann auch die Schließung von Short-Positionen beigetragen haben. Zu den prominentesten Akteuren, die bei Palantir auf fallende Kurse setzen, gehört Michael Burry. Dieser hatte nach dem jüngsten Anstieg mitgeteilt, unter anderem weiterhin Short-Positionen bei der PLTR-Aktie zu halten.

Aus charttechnischer Sicht ist interessant, dass Palantir die 200-Tage-Linie zurückerobert hat. Sollte sich dieser Ausbruch nicht als Fehlsignal erweisen und das in dieser Woche bereits getestete Zwischenhoch von Anfang Juni dieses Jahr bei 163,70 Euro nachhaltig überschritten werden, sind weitere Kurszuwächse zu erwarten. Ein erstes Ziel wäre dabei die Zone im Bereich von 198,88 bis 207,52 US-Dollar, die aus dem Zwischenhoch von Dezember 2025 sowie dem Allzeithoch von November 2025 resultiert.

SpaceX-Aktie zwischen Kursplus und drohendem Verkaufsdruck

Es ist vollbracht. Der erste Geschäftsbericht von SpaceX (ISIN: US84615Q1031, Symbol: SPCX) als börsennotiertes Unternehmen ist veröffentlicht. Die Ergebnisse übertrafen dabei sogar die optimistischsten Erwartungen. Der Raumfahrt- und KI-Konzern meldete am Dienstag nach Börsenschluss für das zweite Quartal einen Umsatz von 7,81 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen lagen bei 6,82 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie (EPS) erreichte -0,09 US-Dollar und war damit deutlich besser als mit -0,29 US-Dollar erwartet.

Die erste Kursreaktion nach den Zahlen war dennoch negativ und die Aktie gab am Mittwoch nach. Am Donnerstag folgte dann bei deutlich anziehendem Handelsvolumen eine Gegenreaktion, wodurch die Verluste vom Tag zuvor wieder teilweise ausgeglichen wurden. Auch die Wochenperformance verbesserte sich wieder und SpaceX verzeichnete zum aktuellen Zeitpunkt einen Zuwachs zur Vorwoche von mehr als 6 Prozent.

Nach wie vor offen bleibt, ob in den nächsten Wochen neuer Verkaufsdruck durch Altaktionäre entsteht. Für Aktien, die der normalen 180-Tage-Verkaufssperre (Lock-up) unterliegen, erlaubt der Prospekt ab dem zweiten vollständigen Handelstag nach den Q2-Zahlen den Verkauf von bis zu 20 Prozent der jeweils gesperrten Aktien jedes betroffenen Aktionärs. Insgesamt könnten dadurch bis zu rund 911,5 Millionen weitere Aktien auf den Markt kommen und damit deutlich mehr als die beim Börsengang ausgegebenen 555,6 Millionen Stück. Das ist ein potenzieller Belastungsfaktor für die weitere Entwicklung der SPCX-Aktie.

+++ Flops der Börsenwoche 32/2026 +++

Western Digital und DaVita legten Quartalszahlen vor und übertrafen die Prognosen, beides verhinderte deutliche Kursverluste jedoch nicht, während Zalando nach verfehlten Erwartungen und einem enttäuschenden Ausblick ebenfalls deutlich korrigierte.

Zalando-Aktie korrigiert nach Quartalszahlen und enttäuschendem Ausblick

Unter den Verlierern im DAX in der vergangenen Woche zeigt die Aktie des Online-Modehändlers Zalando (ISIN: DE000ZAL1111) die auffälligste Bewegung. Mit einem Minus von mehr als 11 Prozent im Vergleich zur Vorwoche verzeichnete sie nach der dynamischen Erholungsbewegung seit Mitte Mai, die den Kurs bis zur Vorwoche um mehr als 60 Prozent nach oben getrieben hat, eine deutliche Korrektur. Aus charttechnischer Sicht stellte dies den kurzfristigen Aufwärtstrend wieder infrage.

Die jüngste negative Kursreaktion folgte insbesondere auf die am Dienstag vorgelegten Quartalszahlen. Das Unternehmen hatte zum einen bei Umsatz und Gewinn die durchschnittlichen Analystenerwartungen verfehlt. Zum anderen könnte der Ausblick enttäuscht haben. Zalando erwartet nun ein Umsatzwachstum in der unteren Hälfte der prognostizierten Spanne von 12 bis 17 Prozent. Die Erwartungen für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurden von bislang 660 bis 740 Millionen Euro auf 680 bis 720 Millionen Euro eingegrenzt.

Western Digital: hält die kurzfristige Unterstützung?

Nach den deutlichen Verlusten in der vergangenen Woche, durch die die Aktie des Speicherspezialisten Western Digital (ISIN: US9581021055, Symbol: WDC) zu den größten Wochenverlierern aus dem S&P 500 gehörte, hat sich das bisherige Plus im Jahresverlauf 2026 auf rund 162 Prozent verringert. Das ist immer noch stattlich, bis zum Allzeithoch im Juni standen aber bereits mehr als 350 Prozent auf der Performanceuhr. Seit dem Rekordstand von fast 800 US-Dollar befindet sich die WDC-Aktie in einer Korrektur und hatte dabei in dieser Woche mit 407,48 US-Dollar ihr bisheriges Tief markiert. Das entspricht einem Rückgang von fast 50 Prozent. 

Zum Rückgang in der vergangenen Woche maßgeblich beigetragen hat die negative Reaktion auf die am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen. Western Digital übertraf zwar bei Umsatz und Gewinn die durchschnittlichen Analystenerwartungen, das reichte aber offenbar nicht aus, um nachhaltigen Kaufdruck zu erzeugen. Immerhin gibt es aus charttechnischer Sicht noch einen kleinen Lichtblick. Bislang konnte sich die Aktie auf Schlusskursbasis über den Zwischentiefs von Mitte und Ende Juli bei 430,52 US-Dollar und 422,11 US-Dollar halten. Hält diese potenzielle kurzfristige Unterstützungszone und kann dann als Nächstes der Widerstand bei etwa 576 bis 580 US-Dollar überwunden werden, würde das für ein Ende der Korrektur sprechen. Sollte die Haltezone allerdings nachhaltig brechen, ist mit einer weiteren Abwärtswelle zu rechnen.

DaVita-Aktie nach Rekordhoch mit Gewinnmitnahmen

Auch beim dritten Flop in der Börsenwoche 32/2026 kam es nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen zu einer negativen Kursreaktion. Die Aktie des US-amerikanischen Dialysedienstleisters DaVita (ISIN: US23918K1088, Symbol: DVA) führt mit einem Minus von 25 Prozent die Verliererliste aus dem S&P 500 an. Zu Beginn der Börsenwoche hatte der Kurs mit über 247 US-Dollar noch ein Allzeithoch markiert. Die Korrektur fällt damit wohl in die Kategorie Gewinnmitnahmen. Denn DaVita hatte mit den vorgelegten Ergebnissen die Erwartungen übertroffen und seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Das reichte aber offenbar nicht aus, um weiteren Kaufdruck auszulösen. Stattdessen haben einige Anleger wohl die Gelegenheit genutzt, Gewinne zu realisieren. Die DVA-Aktie hatte sich seit Jahresbeginn bis zum Rekordhoch am Montag mehr als verdoppelt. Aus fundamentaler Sicht ist die Bewertung interessant. Das aktuelle Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) beträgt 5,8 und liegt damit unter dem historischen Durchschnittswert von 7,7. Das könnte einen Anhaltspunkt dafür bieten, sich die Aktie hinsichtlich eines längerfristigen Investments näher anzuschauen.

DaVita ist neben Fresenius Medical Care (ISIN: DE0005785802) einer der führenden Anbieter von Dialysedienstleistungen in den USA. Das Kerngeschäft umfasst Hämodialyse und Peritonealdialyse in ambulanten Dialysezentren sowie Heimdialyse. Ergänzend bietet DaVita Labordienstleistungen sowie Dialysebehandlungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen an. Insgesamt betreibt das Unternehmen mehr als 3.200 ambulante Dialysezentren, davon 2.671 in den USA und 595 in 14 weiteren Ländern, und betreut weltweit rund 298.500 Patienten.

Nichts verpassen: Der kostenlose Newsletter der BÖRSE am Sonntag liefert Ihnen wöchentlich Marktanalysen, Unternehmensnews und Anlagestrategien direkt ins Postfach.
Jetzt kostenlos abonnieren!

bevorzugte Quelle 

Börse am Sonntag als bevorzugte Quelle festlegen

Sie möchten Finanz- und Wirtschaftsnachrichten von Börse am Sonntag häufiger bei Google sehen?

Bei Google bevorzugen

Ähnliche Artikel