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Lebensart > Trend im Härtetest

Social Media und Urlaub: Wenn Instagram falsche Erwartungen weckt

| Redaktion Börse am Sonntag

Zwei Frauen von hinten fotografieren mit dem Smartphone eine türkisfarbene Bucht von einem Felsweg aus.
Zwei Urlauberinnen fotografieren die Bucht Torrent de Cala Pi auf Mallorca mit dem Smartphone. 53 Prozent der Urlauber mit Social-Media-Nutzung waren laut Bitkom schon einmal enttäuscht, weil ein Ort in der Realität nicht hielt, was er online versprach. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen)

Eine Bitkom-Umfrage zeigt: 58 Prozent lassen sich über Social Media zu Reisezielen inspirieren, doch 53 Prozent der Urlauber wurden vor Ort schon enttäuscht, weil die Realität nicht hielt, was Instagram versprach.

Eine Bitkom-Umfrage zeigt: 57 Prozent der Social-Media-nutzenden Urlauber posten Bilder oder Videos aus dem Urlaub, bei den Unter-30-Jährigen sind es 69 Prozent. Social Media inspiriert zudem 58 Prozent zu neuen Reisezielen, doch 53 Prozent waren schon enttäuscht, weil der Ort online besser wirkte als in Wirklichkeit.

Urlaub ist längst nicht mehr nur Erholung, sondern auch Stoff für den digitalen Auftritt. Zwischen Strandfoto, Gipfelbild und See-Picknick verschwimmt die Grenze zwischen persönlichem Erlebnis und öffentlicher Inszenierung. Die Bitkom-Zahlen zeigen, wie stark soziale Netzwerke das Reiseverhalten inzwischen prägen.

Erst erleben oder erst posten?

Für die Mehrheit der Urlauber mit Social-Media-Nutzung gehört das Posten inzwischen fest dazu. Laut Bitkom teilen 57 Prozent Bilder oder Videos aus dem Urlaub, im Vorjahr waren es noch 50 Prozent. Besonders aktiv sind die Jüngeren: Unter den 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 69 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 66 Prozent.

57 Prozent posten im Urlaub. Bei den Unter-30-Jährigen sind es 69 Prozent: die Generation, die zuerst das Bild macht und danach vielleicht mal hinschaut, wo sie eigentlich ist. 26 Prozent geben zu: Sie wollen andere neidisch machen. Und 26 Prozent haben sich schon mal in Gefahr gebracht, fürs perfekte Bild. Fürs Klicken auf posten den Abgrund riskiert. Ernsthaft.

Der Haken an Social Media: Wenn die Realität nicht mithält

58 Prozent lassen sich online zu Reisezielen inspirieren, ein Drittel sogar mehrfach im Jahr. Ein einziges virales Video, und ein Dorf wird zur Pilgerstätte. Doch 53 Prozent waren schon vor Ort enttäuscht, weil es auf Instagram einfach besser aussah. Die Bucht war kein Geheimtipp, sondern ein überfülltes Fotomotiv mit Warteschlange.

Sichtbarkeit verkauft sich, Enttäuschung ebenso gut

Wer mit Hochglanzbildern lockt, muss auch liefern, sonst wird aus Reichweite ganz schnell Reputationsrisiko. Sichtbarkeit ist die neue Währung. Aber Enttäuschung teilt sich genauso gut wie Begeisterung.

Das Wichtigste in Kürze

  • 57 Prozent posten Urlaubsbilder oder Videos.
  • 69 Prozent der 16- bis 29-Jährigen teilen ihre Reisen online.
  • 58 Prozent finden Reiseziele über Social Media.
  • 53 Prozent wurden vor Ort enttäuscht.
  • 26 Prozent posten bewusst, um andere neidisch zu machen.
  • 26 Prozent gingen für Fotos oder Videos bereits Risiken ein.
  • Instagram und TikTok beeinflussen Reiseentscheidungen zunehmend.
  • Für Unternehmen werden Authentizität und Erwartungsmanagement zum Wettbewerbsvorteil.

FAQ

Warum ist der Bitkom-Befund wirtschaftlich relevant?
Weil soziale Netzwerke das Reiseverhalten, die Nachfrage nach Destinationen und die Erwartung an Produkte und Erlebnisse beeinflussen. Sichtbarkeit wird damit zum Wettbewerbsfaktor.

Welche Altersgruppen posten besonders häufig aus dem Urlaub?
Vor allem die 16- bis 29-Jährigen mit 69 Prozent und die 30- bis 49-Jährigen mit 66 Prozent. Damit ist das Posting im Urlaub vor allem in den aktiven, kaufkräftigen Zielgruppen verankert.

Was zeigt die Studie über die Wirkung von Social Media auf Reiseentscheidungen?
58 Prozent der Urlauber mit Social-Media-Nutzung haben dort in den letzten zwölf Monaten eine Reiseidee bekommen. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es sogar 65 Prozent.

Wo liegt das Risiko für Anbieter und Marken?
Wenn Bilder und Videos Erwartungen zu stark nach oben ziehen, drohen Enttäuschung und Reputationsschäden. Das gilt besonders dort, wo das Erlebnis vor Ort nicht mit der digitalen Inszenierung mithalten kann.

Was sagt die Zahl von 53 Prozent enttäuschter Urlauber aus?
Sie zeigt eine deutliche Lücke zwischen Online-Darstellung und Realität. Für Unternehmen ist das ein Hinweis, dass glaubwürdige Inhalte oft wertvoller sind als reine Hochglanzästhetik.

Quelle: Bitkom

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