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„Bergbau- und Ölaktien sind zu günstig bewertet“

Sind die Aktien von Bergbaukonzernen zu günstig? (Foto: Symbiosis Australia / Shutterstock.com)



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Den Rohstoffexperten von Black Rock nach sind die Aktien von vielen Bergbau- und Ölkonzernen  zu billig. Die Fundamentaldaten seien derzeit in allen Bereichen des Sektors attraktiv. Auch Goldminenaktien hätten noch Potenzial. 

Erinnern Sie sich? „Soll ich JETZT mein Gold verkaufen?“, hieß es am 8. August 2019 in der Bild-Zeitung, nachdem der Goldpreis ein Sechsjahreshoch erreicht hatte. Keine Frage: Es war in diesem Jahr vor allem der Goldpreis, der für Schlagzeilen sorgte.

Der Rohstoffmarkt insgesamt lieferte 2019 hingegen eine eher gemischte Performance. Rohstoffaktien, gemessen am S&P Global Natural Resources Index, kommen in diesem Jahr zwar auf ein Plus von 6,8 Prozent, wie unser BlackRock Natural Resources Team im Bericht zum vierten Quartal schreibt. Das lag aber vor allem an Goldaktien, während Bergbau- und Energieaktien zurückblieben.

Die meisten Rohstoffe und mit ihnen Bergbau- und Energieaktien spiegeln ja – zumindest zum großen Teil – die konjunkturelle Entwicklung wider: kein Wachstum, keine Nachfrage nach Öl, Kupfer oder Aluminium. Und die Konjunkturaussichten sind derzeit alles andere als rosig: Gerade hat der IWF seine Prognosen für das Wachstum weltweit nochmals gekappt.

Aktien werden zu einem kräftigen Abschlag zum Gesamtmarkt gehandelt

Also, könnte man meinen, spricht eigentlich eine Menge gegen Rohstoffe und Bergbau- und Energieaktien. Allerdings sind die Fundamentaldaten derzeit in allen Bereichen des Sektors attraktiv, wie das BlackRock-Team in seinem Bericht feststellt: Die Aktien würden nämlich zu einem kräftigen Abschlag zum Gesamtmarkt gehandelt.

Der Hintergrund: Die Experten gehen in ihrem Basisszenario unverändert von weltweit positiven, wenn auch etwas niedrigeren Wachstumsraten aus. Eine globale Rezession halten sie in den nächsten 12 bis 18 Monaten für unwahrscheinlich. Und das für die weltweite Rohstoffnachfrage so wichtige China habe bereits Wachstumsimpulse gesetzt mit Steuererleichterungen und höheren Infrastrukturausgaben und werde noch in diesem Jahr nachlegen.

Der Minensektor spiegle daher zu niedrige Rohstoffpreise wider. Abgesehen davon befinde sich der Minensektor, wie sie erläutern, derzeit in einem „Idealzustand“: gekennzeichnet durch hohe freie Cashflows, hohe Kapitaldisziplin, hohe Ausschüttungen, Aktienrückkäufe und starke Bilanzen.
Für den Energiesektor zeigen sich die Experten ebenfalls optimistisch, auch wenn sie mit keinen wesentlichen Preisänderungen bei Öl rechnen. Denn Energieaktien sind hinter dem Ölpreisanstieg zurückgeblieben: Während sich Brent-Öl in diesem Jahr um 16 Prozent verteuert hat, ist der MSCI World Energy Index leicht gesunken.

Und Gold? Der Goldpreis dürfte in einem Jahr über dem aktuellen Stand liegen, heißt es im Ausblick, und Goldaktien würden überproportional reagieren. Die Begründung: Weiter sinkende Realzinsen (damit rechnen die Experten) machten Gold im Vergleich attraktiver. Und die politischen Unsicherheiten (Handelskrieg, Brexit, Proteste in Hongkong, Spannungen am Golf!) und die Suche nach „Sicherheit“ würden anhalten.

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19.12.2019 | 10:45

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