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Unternehmen > Aktie weiter im Rally-Modus

Wird die Fresenius-Aktie wieder zum Dauerläufer?

| Oliver Götz

Fresenius-CEO Michael Sen spricht.
Michael Sen, CEO von Fresenius. (Foto: Picture Alliance / SZ Photo / Rainer Unkel)

Die Papiere des Medizin-Konzerns gehören in diesem Jahr zu den besten im Dax und scheinen auf bestem Weg zurück zu früheren Glanzzeiten.

Fast ein Jahrzehnt lang waren Fresenius-Aktien im Dax eine echte Bank. Selten explosiv, dafür stetig, stiegen die Kurse. Zwischen 2009 und 2017 verachtfachten sich die Titel in ihrem Wert. Solide, wiederkehrende Dividenden gab es noch obendrein. Dauerläufer-Qualität vom Feinsten. Anleger schätzten die defensiven Qualitäten des Gesundheits-Konzerns, sowie den Mix aus organischem Wachstum, Akquisitionen und verlässlichen Ausschüttungen an die Aktionäre.  

Auf die Erfolgsgeschichte folgte die Durststrecke, als sich Fresenius mehr oder minder gleichzeitig mit einer Vielzahl an Problemen auseinanderzusetzen hatte. Steigende Zinsen und Kosten belasteten das stark fremdfinanzierte, kapitalintensive Geschäftsmodell, während sich operative Schwächen in einzelnen Sparten zeigten – etwa in den Kliniken und bei der Dialyse-Tochter FMC. Die Komplexität des Konzerns und der Fokus auf teure Übernahmen machten sich ebenso negativ bemerkbar wie die zwischenzeitlich pandemiebedingten Belastungen im Gesundheitswesen. Die Margen sanken, Prognosen wurden verfehlt, am Ende sogar die Dividende zusammengestrichen – die Aktie verlor rund drei Viertel ihres Wertes.

Börse kann manchmal brutal sein – und Fresenius brauchte einen Neuanfang. CEO Stephan Sturm musste gehen, Michael Sen, zuvor bei Siemens Healthineers, übernahm. Sen verschlankte die Konzernstruktur, trennte sich von Randbereichen wie der defizitären Tochter Vamed, forcierte den Schuldenabbau und setzte ein striktes Effizienzprogramm durch. Er fokussierte Fresenius stärker auf die Kernsparten Kabi und Helios und organisierte den Konzern weg vom Konglomerat, hin zu einem klar fokussierten Gesundheitskonzern. Der Dialysespezialist FMC wird nur noch als Finanzbeteiligung geführt.

Aktie verdoppelt sich in eineinhalb Jahren

Diese Kurskorrektur trägt nun schon seit über einem Jahr Früchte. Erst stabilisierte sich der Kurs, ab dem Frühjahr 2024 dann begann die Aktie zu klettern – aus Zwölfmonatssicht ist Fresenius unter den Top Ten im Dax, und auch in diesem Jahr gehören die Titel zu den Besten Performern im deutschen Leitindex.

Börse kann manchmal überraschen. In eineinhalb Jahren hat sie dich Fresenius-Aktie verdoppelt – und dieser Anstieg ist bestens unterfüttert mit starken Zahlen, jüngst sogar mit einer Anhebung der Umsatzprognose. Schafft die Aktie das Comeback als Dauerläufer?

Fundamental spricht vieles dafür. Fresenius wächst organisch, was gemeinsam mit den Kostensenkungen, die Gewinne hebt. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz um fünf Prozent auf 11,2 Milliarden Euro, das Nettoergebnis um elf Prozent auf 1,74 Euro je Aktie. „Fresenius hat im ersten Halbjahr 2025 eine verlässliche und konsistente Leistung gezeigt“, frohlockte CEO Sen bei der Zahlenvorlage im Sommer. Für das Gesamtjahr rechnet Fresenius mit fünf bis sieben Prozent organischem Umsatzwachstum, das operative Ergebnis soll um drei bis sieben Prozent steigen. Der Konzernumbau zahlt sich also weiter aus, die aktuell sinkenden Zinsen kommen Fresenius zusätzlich entgegen. Ein Kostensenkungsprogramm mit Blick auf die Helios-Kliniken soll zudem erst im laufenden zweiten Halbjahr nennenswert auf die Bilanz durchschlagen.

Fresenius-Aktie

Gute Aussichten auf positive Überraschungen bei der Zahlenvorlage

Analyst David Adlington von JPMorgan gefällt die jüngst Entwicklung und beließ die Fresenius-Titel zuletzt auf „Overweight“ sowie auf der „Analyst Focus List“. Er gehe davon aus, dass der Konzern in diesem Jahr erneut die Erwartungen übertreffe und die Ziele anheben würde, womit die Aktie mit Blick auf ihren Bewertungsrückstand weiter aufholen sollte.

Im Schnitt liegt das Kursziel der Analysten, die die Aktie beobachten, aktuell bei rund 51 Euro. Das würde für die Papiere nur noch wenig Aufwärtspotenzial bedeuteten. Zuletzt kosteten diese etwas mehr als 48 Euro. Doch die Kursziele könnten schnell angehoben werden, sollte Fresenius mit den Zahlen zum dritten Quartal wieder positiv überraschen. Mittelfristig kommt dem Konzern entgegen, dass dieser durch Sens Umstrukturierung an der Börse wieder defensive Qualität hinzugewonnen hat. Sowohl das Klinik-Geschäft als auch die Pharma-Sparte Kabi sind kaum abhängig von Krieg, Krisen und der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Ein Vorteil in instabilen Zeiten.

 

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