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Bitcoin knackt Rekord – folgt jetzt der Uptober?

| Thomas Behnke

Goldenes Bitcoin Symbol vor digitalem Chart mit steigendem Kursverlauf, Hinweis auf Rekordhoch und Uptober
Bitcoin überschreitet 125.000 US-Dollar, ETF-Zuflüsse und positive Marktstimmung stützen die Rally. Anleger hoffen auf den Uptober. (Foto: shutterstock)

Bitcoin startet fulminant in den Uptober: Über 125.000 US-Dollar und steigende ETF-Zuflüsse signalisieren Stärke. Kann die Krypto-Währung ihren positiven Oktobertrend auch 2025 fortsetzen?

Ein starker Start in den Oktober lässt Krypto-Fans jubeln. Am Sonntag stieg der Bitcoin erstmals über die Marke von 125.000 US-Dollar und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Nach diesem dynamischen Auftakt stellt sich nun die Frage: Wird der traditionell starke Krypto-Oktober, in der Szene als „Uptober“ bekannt, seinem Ruf auch in diesem Jahr gerecht?

Rückenwind für BTC: ETF-Zuflüsse, schwächerer Dollar und neue Zuversicht

In den vergangenen Tagen hat der Bitcoin in US-Dollar eine beeindruckende Serie hingelegt. Sieben der letzten acht Handelstage schloss die Kryptowährung im Plus. Seit dem Verlaufstief am 25. September ging es in der Spitze um fast 16 Prozent aufwärts. Getrieben worden dürfte die kleine Rally vor allem durch kräftige Zuflüsse in Bitcoin-ETFs sein, die das Vertrauen institutioneller Investoren unterstreichen. Viele Anleger sehen in Bitcoin mittlerweile mehr als nur ein spekulatives Asset – er etabliert sich aufgrund seiner Limitierung zunehmend als Wertaufbewahrungsmittel und damit als digitales Pendant zu Gold.

Unterstützung könnte die Kursentwicklung zusätzlich von der makroökonomischen Seite erhalten haben. Der US-Dollar-Index (DXY) hatte sich zuletzt wieder etwas abgeschwächt, was traditionell alternative Anlageklassen wie Kryptowährungen stützt. Hinzu kommen Unsicherheiten rund um den anhaltenden Government Shutdown in den USA. In solch unklaren Zeiten suchen viele Investoren Schutz in dezentralen Werten.

Bitcoin überholt Amazon im Ranking der wertvollsten Assets

Ein bemerkenswerter Nebeneffekt des jüngsten Kursanstiegs: Bitcoin hat in der Rangliste der weltweit größten Vermögenswerte nach Marktkapitalisierung den Tech-Riesen Amazon überholt. Mit einem Börsenwert von rund 2.469 Milliarden US-Dollar belegt die Kryptowährung nun Platz sieben. Damit liegt sie direkt hinter Silber. In diesem Ranking berücksichtigt sind Aktiengesellschaften, Edelmetalle, Kryptowährungen und ETFs/ETCs – also Anlageklassen, die weltweit eine herausragende Rolle bei der Vermögensbildung spielen.

Ein Blick auf die aktuellen Top 10 der wertvollsten Assets weltweit verdeutlicht die Dimension:

  1. Gold – 26.590 Mrd. US-Dollar
  2. NVIDIA – 4.567 Mrd. US-Dollar
  3. Microsoft – 3.845 Mrd. US-Dollar
  4. Apple – 3.829 Mrd. US-Dollar
  5. Alphabet – 2.975 Mrd. US-Dollar
  6. Silber – 2.727 Mrd. US-Dollar
  7. Bitcoin – 2.469 Mrd. US-Dollar
  8. Amazon – 2.341 Mrd. US-Dollar
  9. Meta Platforms – 1.785 Mrd. US-Dollar
  10. Saudi Aramco – 1.602 Mrd. US-Dollar

Diese Platzierung unterstreicht, wie weit sich Bitcoin in den vergangenen Jahren vom Nischenphänomen zu einem global relevanten Anlageinstrument entwickelt hat – und dass die Kryptowährung inzwischen fest in einer Liga mit den größten Konzernen und Rohstoffen der Welt spielt.

Charttechnik: Dynamik und Chance auf Trendfortsetzung

Auch aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage spannend. Der Anstieg seit dem Verlaufstief Ende September verlief äußerst dynamisch und signalisiert klare Stärke. Mit dem neuen Hoch bei etwa 125.750 US-Dollar wurde das bisherige Rekordniveau von Mitte August bei rund 124.500 US-Dollar zwischenzeitlich übertroffen. Ein nachhaltiger Ausbruch steht jedoch noch aus. Sollte es Bitcoin aber gelingen, sich oberhalb dieser Marke zu etablieren, wäre das ein starkes Signal für die Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends, der seit Mitte Juli eine Verschnaufpause eingelegt hatte. Aus der Seitwärtsphase der vergangenen Monate ließe sich dabei ein theoretisches Kursziel im Bereich um 142.000 US-Dollar ableiten. Ein solches Szenario würde bestens zum sprichwörtlichen „Uptober“ passen, mit dem Krypto-Anleger traditionell auf einen starken Oktober hoffen.

Was steckt hinter dem „Uptober“?

In der Kryptoszene hat sich der Begriff „Uptober“ längst etabliert – eine Wortschöpfung aus up und October, die auf die auffällige Tendenz anspielt, dass der Bitcoin im zehnten Monat des Jahres überdurchschnittlich stark abschneidet. Tatsächlich zeigte sich dieses Muster in den vergangenen Jahren immer wieder: Seit 2012 schloss der Oktober in zehn von 13 Fällen mit einem Kursgewinn ab. Besonders eindrucksvoll waren etwa der Uptober 2013 und 2021 mit Steigerungen von über 40 Prozent.

Historische Uptober-Performance (Bitcoin-Veränderung im Oktober)

Jahr        Monatsperformance

2012      -9,60 %

2013      +48,82 %

2014      -8,93 %

2015      +39,26 %

2016      +16,35 %

2017      +53,20 %

2018      -4,78 %

2019      +10,60 %

2020      +26,78 %

2021      +42,75 %

2022      +5,74 %

2023      +28,68 %

2024      +10,48 %

Durchschnitt         +19,95 %

(Quelle: Eigene Berechnung auf Basis historischer Bitcoin-Kursdaten)

Warum der Oktober so häufig ein guter Monat für Kryptowährungen ist, lässt sich nicht eindeutig erklären. Viele Marktbeobachter führen es auf eine Kombination aus saisonalen Kapitalströmen, steigender Risikobereitschaft zum Jahresende und verstärktem Anlegerinteresse nach den meist schwächeren Sommermonaten zurück. Zudem spielt die allgemein positive Stimmung nach großen Branchenevents oder regulatorischen Entscheidungen oft eine Rolle.

Ob sich diese Tradition 2025 fortsetzt, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen dafür scheinen nach dem dynamischen Start in den Monat jedoch gegeben.

Bitcoin Ausblick: Zwischen Rekordlaune und Realität

Nach dem kräftigen Auftakt in den Oktober richtet sich der Blick nun auf die Frage, ob der Bitcoin seine Dynamik beibehalten kann. Das Marktumfeld bleibt grundsätzlich unterstützend: Kapitalzuflüsse in ETFs, ein freundlicheres regulatorisches Klima und ein schwächerer Dollar könnten die Nachfrage weiter ankurbeln. Dennoch sind kurzfristige Rücksetzer jederzeit möglich – insbesondere, wenn die grundsätzliche Risikostimmung an den Märkten kippt.

Trotz möglicher Schwankungen spricht vieles dafür, dass Bitcoin seine Rolle als fester Bestandteil moderner Portfolios weiter stärkt. Bestätigt sich der Ausbruch über die bisherigen Hochs, wäre der Weg für neue Rekorde geebnet – und der „Uptober“ könnte seinem Ruf erneut gerecht werden.

FAQ: Bitcoin & Uptober – die wichtigsten Fragen

Was bedeutet „Uptober“?
Der Begriff steht für die wiederkehrende Tendenz, dass Bitcoin im Oktober überdurchschnittlich gut performt.

Wie wahrscheinlich ist eine Fortsetzung des Trends 2025?
Historisch gesehen (2012 bis 2024) lag die Trefferquote bei rund 77 Prozent. Ob sich dies wiederholt, hängt vor allem vom Marktumfeld und der Stimmung institutioneller Investoren ab.

Welche Rolle spielen Bitcoin-ETFs?
ETF-Zuflüsse gelten als Signal wachsender Akzeptanz im institutionellen Bereich und verstärken die Marktdynamik.

Wie weit könnte der Kurs technisch steigen?
Aus der aktuellen Seitwärtsformation ergibt sich ein mögliches Kursziel um 142.000 US-Dollar – vorausgesetzt, der jüngste Ausbruch über 125.000 wird bestätigt.

Ist jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt?
Das hängt vom Risikoprofil ab. Kurzfristig sind Rücksetzer möglich, langfristig bleibt Bitcoin aber ein zunehmend etablierter Bestandteil moderner Portfolios.

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