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Goldpreis-Rally: Kommt nach dem Rekord die Atempause?

| Redaktion Börse am Sonntag

Steigende Goldmünzen und Weltkarte mit grünem Aufwärtstrend – Symbol für den globalen Goldpreis-Anstieg über 4.000 US-Dollar.
Goldpreis-Rally: Das Edelmetall erreicht ein neues Rekordhoch über 4.000 US-Dollar – Analysten sehen Chancen, aber auch Risiken für Anleger. (Foto: shutterstock)

Der Goldpreis knackt die 4.000-Dollar-Marke und erreicht ein neues Rekordhoch. Doch Analysten der Bank of America warnen vor einer möglichen Überhitzung. Wie geht es weiter mit dem Goldpreis und was sollten Anleger jetzt beachten?

Der Goldpreis kennt derzeit nur eine Richtung. Am Dienstag, dem 7. Oktober 2025, kletterte das Edelmetall auf ein neues Allzeithoch von über 3.977 US-Dollar je Feinunze. An der Terminbörse COMEX wurde die magische Marke von 4.000 Dollar sogar kurzzeitig überschritten. Damit hat Gold den nächsten Meilenstein seiner beeindruckenden Aufwärtsbewegung der vergangenen Jahre erreicht. Seit Jahresbeginn hat der Preis um mehr als 50 Prozent zugelegt, was zum aktuellen Stand das stärkste Jahresplus seit 1979 wäre.

Die Rally wird vor allem durch geopolitische Unsicherheiten, die Ausweitung der weltweiten Geldmenge und die damit verbundene Inflation gestützt, was zu einer anhaltenden Nachfrage institutioneller Investoren führt. Gold gilt in solchen Zeiten als sicherer Hafen, und dieser Ruf scheint derzeit stärker zu wirken denn je. Doch die jüngsten Bewegungen lassen auch Fragen aufkommen: Wie lange kann die Rekordjagd weitergehen?

Das Wichtigste zum Goldpreis in Kürze

Aspekt Kurzinfo
Aktueller Stand

Über 3.977 US-Dollar je Feinunze (Stand: 7. Oktober 2025), kurzzeitig über 4.000 US-Dollar an der COMEX.

Jahresentwicklung +50 % seit Jahresbeginn – stärkstes Plus seit 1979.
Haupttreiber

Inflation, geopolitische Risiken, wachsende Geldmenge, Zentralbankkäufe.

Technische Lage RSI bei 90, Kurs 21 % über 200-Tage- und 70 % über 200-Wochen-Durchschnitt – Überhitzungsgefahr.
Bank-of-America-Einschätzung

Mögliches Korrekturrisiko um 20–30 % innerhalb der nächsten Wochen.

Langfristige Perspektive Steigende Geldmenge und Kaufkraftverlust sprechen für anhaltende Gold-Nachfrage.
Anleger-Tipp Gewinne sichern, Stopps nachziehen, Rücksetzer als mögliche Kaufchance beobachten.

 

Bank of America warnt vor möglicher Überhitzung des Goldpreises

Eine aktuelle Analyse der Bank of America deutet darauf hin, dass der Höhenflug des Edelmetalls bald an Dynamik verlieren könnte. Technikanalyst Paul Ciana warnt, dass Gold in der Nähe der 4.000-Dollar-Marke erste Ermüdungserscheinungen zeigt. Mehrere Indikatoren, darunter überkaufte Momentumwerte, stark gedehnte gleitende Durchschnitte und sogenannte „Exhaustion Signals“, weisen auf ein mögliches Ende der Übertreibungsphase hin.

Laut Ciana handelt Gold derzeit rund 21 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt und etwa 70 Prozent über dem 200-Wochen-Durchschnitt. Historisch gesehen folgten auf derart überhitzte Phasen häufig Korrekturen zwischen 20 und 30 Prozent. Zudem liegt der 14-monatige Relative-Stärke-Index (RSI) aktuell bei 90 – ein Niveau, das zuletzt bei den markanten Hochpunkten der Jahre 1980 und 2011 erreicht wurde.

„Mehrere technische Signale deuten darauf hin, dass der Aufwärtstrend reif ist“, so Ciana. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, wäre eine Phase der Konsolidierung oder eine moderate Korrektur im laufenden vierten Quartal wahrscheinlich. Die Bank of America rät Anlegern, bestehende Positionen abzusichern, Stopps enger zu setzen oder Teilgewinne mitzunehmen. Erfahrungsgemäß reagiert der Goldpreis an runden Marken wie 4.000 Dollar besonders sensibel.

Steigende Geldmenge bleibt langfristiger Treiber des Goldpreises

Ob es in Kürze zu einer Korrektur kommt und wie stark sie ausfällt, bleibt mit Unsicherheiten behaftet. Denn wenn ein Trend einmal Fahrt aufgenommen hat, läuft er oft weiter, selbst bei deutlichen Überhitzungserscheinungen. In einem solchen Umfeld fällt es schwer, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, weil das Chance-Risiko-Verhältnis trotz technischer Stärke nicht optimal ist. Früher oder später dürfte jedoch eine Korrektur einsetzen. Und genau diese könnte eine attraktive Kaufgelegenheit bieten.

Ein zentraler Hintergrund für die anhaltende Stärke des Edelmetalls ist die weltweit steigende Geldmenge – ein fundamentaler Treiber für den Goldpreis. Immer mehr Anleger und Institutionen erkennen, dass die Ausweitung der Liquidität und der damit verbundene Kaufkraftverlust vieler Währungen Gold als Wertspeicher weiter aufwerten.

Die Geldmenge M2 der großen Volkswirtschaften (USA, Eurozone, China, Japan) erreichte im August mit deutlich über 95 Billionen US-Dollar einen neuen Rekord und setzte damit den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag sie noch rund 20 Billionen US-Dollar, vor zehn Jahren mehr als 42 Billionen US-Dollar niedriger. Noch eindrucksvoller fällt der langfristige Blick aus.

Seit Beginn des Jahrtausends hat sich die weltweite Geldmenge von 16,26 Billionen US-Dollar nahezu verfünffacht – ein Zuwachs von knapp 500 Prozent. Das durchschnittliche jährliche Wachstum liegt bei rund 7,4 Prozent. An der steigenden Tendenz dürfte sich wenig ändern. Solange Zentralbanken die Geldmenge weiter ausweiten, was in der Regel Teil ihrer geldpolitischen Strategie ist, werden Inflation und Kaufkraftverlust die Folge sein – und damit ein strukturell stützendes Umfeld für Gold und andere knappe Assets wie Silber oder Bitcoin bestehen bleiben.

Goldpreis: Zwischen Rekordlaune und Realität – was Anleger jetzt beachten sollten

Die Rekordfahrt des Goldpreises zeigt, wie stark die Suche nach Stabilität und Werterhalt in einer unsicheren Welt geworden ist. Doch mit jedem neuen Hoch wächst auch die Wahrscheinlichkeit einer Atempause. Kurzfristig könnten technische Faktoren für eine Konsolidierung sprechen, während die fundamentalen Treiber wie Geldmengenwachstum, Inflation und geopolitische Spannungen weiter für Unterstützung sorgen. Für Anleger bedeutet das: Vorsicht ist ebenso angebracht wie Geduld. Wer bereits investiert ist, sollte seine Positionen absichern und Gewinne sichern, wer noch zögert, könnte die nächste Korrektur als Einstiegschance nutzen. Eines aber scheint sicher – Gold bleibt das Maß aller Dinge, wenn es um den Schutz vor Kaufkraftverlust und Unsicherheit geht.

FAQ: Häufige Fragen zur Goldpreis-Rally

Warum steigt der Goldpreis aktuell so stark?
Vor allem geopolitische Spannungen, anhaltende Inflation und die expansive Geldpolitik vieler Notenbanken treiben den Goldpreis. Zudem investieren institutionelle Anleger verstärkt in Sachwerte.

Was sagt die Bank of America zur weiteren Entwicklung?
Laut Analyst Paul Ciana zeigt der Goldpreis bei rund 4.000 US-Dollar deutliche Überhitzungstendenzen. Technische Indikatoren signalisieren, dass eine Korrekturphase wahrscheinlich ist.

Wie stark könnte eine mögliche Korrektur ausfallen?
Historisch folgten auf ähnliche Übertreibungen Rückgänge zwischen 20 und 30 Prozent. Dennoch bliebe der langfristige Aufwärtstrend intakt.

Welche Rolle spielt die Geldmenge für den Goldpreis?
Eine steigende Geldmenge schwächt die Kaufkraft der Währungen. Gold wird dadurch als Wertspeicher attraktiver. Die weltweite M2-Geldmenge liegt inzwischen bei über 95 Billionen US-Dollar, Tendenz steigend.

Lohnt sich der Einstieg jetzt noch?
Kurzfristig besteht Korrekturrisiko, langfristig bleibt Gold interessant. Wer einsteigt, sollte gestaffelt vorgehen und Rücksetzer für Käufe nutzen.

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