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Aktien > Insiderkauf nach Kurssturz

Rheinmetall-Aktie nahe Jahrestief: Papperger kauft für 500.000 Euro

| Redaktion Börse am Sonntag | Lesezeit: 4 Min.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger vor einem Skyranger-30-Flugabwehrsystem in Kassel.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger bei einem Termin im August 2026 in Kassel. Ende September kaufte der Vorstandsvorsitzende 525 Rheinmetall-Aktien für knapp 500.000 Euro. (Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten)

Nach mehr als 50 Prozent Kursverlust greift Rheinmetall-Chef Papperger erneut zu. Bewertung und Chart senden jedoch unterschiedliche Signale.

Papperger kauft 525 Rheinmetall-Aktien für knapp 500.000 Euro

Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat am 29. September 2026 insgesamt 525 Aktien des DAX-Konzerns für knapp 500.000 Euro erworben. Der Insiderkauf erfolgt wenige Tage vor dem ersten Jahrestag des Rekordhochs der Rheinmetall-Aktie bei 2.008 Euro und nach einem Kursverlust von mehr als 50 Prozent. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob Papperger ein attraktives Bewertungsniveau sieht oder ob der weiterhin angeschlagene Chart gegen einen Einstieg spricht. Der nächste fundamentale Prüfstein sind die Q3-Zahlen am 5. November.

Laut der am 29. September 2026 veröffentlichten Directors-Dealings-Meldung kaufte Armin Papperger über Xetra 525 Rheinmetall-Aktien in zwei Tranchen. Insgesamt investierte der Vorstandschef 498.947,80 Euro; der aggregierte Kaufpreis lag bei 950,3768 Euro je Aktie. Dieser Kauf ist nicht Pappergers erster Aktienkauf im Jahr 2026. Bereits zuvor hatten der Rheinmetall-Chef persönlich sowie die ihm nahestehende ATP Holding GmbH Aktien erworben. So hatte bereits am 25. Juni 2026 ATP Holding GmbH 3.188 Rheinmetall-Aktien für insgesamt rund 3,04 Millionen Euro gekauft. Der aggregierte Kaufpreis lag bei 954,6156 Euro je Aktie. Bemerkenswert ist das Timing: In zeitlicher Nähe zur Juni-Transaktion erreichte die Rheinmetall-Aktie ihr bisheriges Tief der Abwärtsbewegung bei 900,20 Euro. Anschließend erholte sich der Kurs bis Anfang August auf 1.238 Euro. Welche Überlegungen Papperger zu dem Kauf bewogen haben, geht aus der Directors-Dealings-Meldung nicht hervor. Für Anleger ist deshalb wichtiger, ob Bewertung und Charttechnik auf dem aktuellen Kursniveau tatsächlich attraktiver geworden sind.

Wie ist die Rheinmetall-Aktie nach dem Kursrückgang bewertet?

Ein Blick auf Kennzahlen wie das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) zeigt zumindest, dass die Aktie nach ihrer deutlichen Überbewertung im vergangenen Jahr ein spürbar moderateres Niveau erreicht hat. Hatte der Branchenhype zwischenzeitlich zu einem KCV von über 40 geführt, liegt es aktuell bei 12. Aus Value-Sicht ist das deutlich attraktiver als vor einem Jahr, auch wenn die Bewertung immer noch über dem historischen Durchschnittswert von 10,5 liegt. Ebenfalls moderater sieht es beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aus. Wurden hier vor einem Jahr noch Werte von über 90 erreicht, sind es aktuell 28,5 für das Jahr 2026. Gemessen am langjährigen Durchschnitt von 21 wirkt das zwar relativ teuer. Legt man die von Analysten im Durchschnitt erwartete durchschnittlichen Wachstumsraten für die Jahre 2026 bis 2028 von über 41 Prozent zugrunde, könnte aber auch das KGV für die Aktie sprechen. Ob die gesunkene Bewertung für Pappergers Kauf ausschlaggebend war, ist nicht bekannt. Und wie sieht es eigentlich technisch aus? Finden sich auch im Chart Gründe für eine Long-Position?

Charttechnik: Junitief bei 900,20 Euro wird zur Schlüsselmarke

Vor knapp einem Jahr, am 3. Oktober 2025, hatte die Rheinmetall-Aktie mit 2.008 Euro ihr bisheriges Allzeithoch markiert. Die anschließende Abwärtsbewegung führte den DAX-Wert bis Juni dieses Jahres auf 900,20 Euro. Das entspricht einem Minus von mehr als 55 Prozent. Am Dienstag, den 29. September 2026, schloss der Kurs auf Xetra bei 960,40 Euro. Damit stellt sich die Frage, welche Marken jetzt relevant sind. Festzuhalten ist dabei, dass nach dem Tief im Juni zunächst bis Anfang August eine Erholung auf 1.238 Euro folgte. Seither hat sich ein neuer Abwärtsimpuls gebildet. Aus charttechnischer Sicht sieht es damit alles andere als vielversprechend aus. Charttechnisch liegt bei 900,20 Euro das nächste markante Unterstützungsniveau. Fällt die Rheinmetall-Aktie weiter, dürfte diese Marke deshalb besonders in den Fokus rücken. Spannend ist, wie sich der Kurs dort verhält. Ein nachhaltiger Bruch wäre in jedem Fall negativ und könnte für eine Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends sprechen. Vielleicht gelingt an der Marke aber auch eine Gegenbewegung. Ein solches Signal wäre zumindest kurzfristig positiv. Ob es dazu kommt, ist jedoch offen. Ein stärkeres technisches Signal für eine mögliche Bodenbildung entstünde in der aktuellen Chartkonstellation erst bei einem nachhaltigen Anstieg über das Augusthoch von 1.238 Euro.

Rheinmetall-Q3-Zahlen am 5. November werden zum nächsten Prüfstein

Die Rheinmetall-Aktie wirkt damit knapp ein Jahr nach dem Allzeithoch und auf einem deutlich tieferen Kursniveau deutlich attraktiver bewertet. Angesichts des bearishen Chartbildes sind weitere Abgaben jedoch nicht ausgeschlossen. Daran ändert auch der Insiderkauf von Firmenchef Papperger nichts. Vielmehr dürfte es der Kurs erst einmal weiterhin schwer haben, nachhaltige Erholungsbewegungen zu bilden. Es gibt noch eine Reihe von Investoren, die zu deutlich höheren Kursen eingestiegen sind und deshalb geneigt sein könnten, ihre Verluste zu minimieren. Das könnte Aufwärtsimpulse deckeln. Es sei denn, das Unternehmen liefert Meldungen, die als positiver Katalysator groß genug sind, um diesen Effekt auszugleichen. Aktuell ist davon aber keine in Sicht. Ein Directors' Deal ist zwar ein relevantes Signal, erlaubt aber keinen Rückschluss darauf, wie sich Kurs oder Geschäft künftig entwickeln. Fest steht dagegen der Termin für die nächsten Quartalszahlen. Am 5. November wird Rheinmetall über die Entwicklung im dritten Quartal berichten. Deshalb muss nicht Pappergers Timing überzeugen, sondern Rheinmetalls Geschäftsentwicklung. Essenziell wird sein, ob Auftragseingang, Wachstum und Ergebnis die Erwartungen des Marktes tragen. Der Insiderkauf macht die Aktie damit interessanter, den Beweis für eine nachhaltige Trendwende muss aber weiterhin das Unternehmen selbst liefern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rheinmetall-Chef kauft: Armin Papperger erwarb am 29. September 2026 insgesamt 525 Rheinmetall-Aktien für 498.947,80 Euro. Der aggregierte Kaufpreis lag bei 950,38 Euro je Aktie.
  • Mehr als 50 Prozent unter Rekord: Das Allzeithoch der Rheinmetall-Aktie liegt bei 2.008 Euro und wurde am 3. Oktober 2025 erreicht. Das Junitief 2026 lag bei 900,20 Euro.
  • Bewertung gesunken: Erwartungsbasierte Bewertungskennzahlen liegen deutlich unter den Extremwerten des vergangenen Jahres.
  • Chart bleibt angeschlagen: 900,20 Euro bilden die zentrale Unterstützung; oberhalb von 1.238 Euro würde sich das technische Bild aufhellen.
  • Nächster Termin: Rheinmetall veröffentlicht den Bericht zum dritten Quartal 2026 am 5. November 2026.

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