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Warum dem Bitcoin der Ausbruch nicht gelingt

Bitcoin vor Bitcoin-Kurs.
Der Bitcoin probiert sich bislang erfolglos an einem nachhaltigen Ausbruch. (Foto: Fotobubas / Shutterstock)

Der Kryptowährung fehlt es an positiven Impulsen. Ausbruchsversuche werden früh gestoppt, finden aber immerhin statt. Für Anleger eine spannende Gemengelage.

Von Louis Blümlein

Der Bitcoin-Kurs steht weiterhin unter Druck. Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig auf den Markt und sorgen dafür, dass sich keine klare Aufwärtsbewegung etabliert. Vor allem das geopolitische Umfeld bleibt ein zentraler Belastungsfaktor. 

Der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus treiben die Energiepreise nach oben. Inflations- und die daraus resultierenden Zinssorgen sorgen für Nervosität am Markt. Die Ausrichtung der Geldpolitik ist ein zentraler Wegweiser für den Bitcoin-Kurs. Risikoreichere Anlagen, zu denen Investments in Kryptowährungen zählen, werden bei der Aussicht auf steigende Zinsen eher gemieden.

So zeigt sich auf der Nachfrageseite weiterhin Zurückhaltung. Es fehlt an konstantem Kaufdruck, viele Marktteilnehmer warten ab. On-Chain-Daten belegen das. Die Zahl aktiver Bitcoin-Adressen geht zurück. Das bedeutet vereinfacht gesprochen, dass weniger Nutzer Transaktionen durchführen und weniger Bewegung im Netzwerk stattfindet. In Phasen starker Nachfrage steigt diese Aktivität normalerweise deutlich an. Aktuell ist das Gegenteil der Fall.

Auch bei den sogenannten Long-Term-Holdern, also Investoren, die ihre Bitcoin über längere Zeit halten, zeigt sich eine Veränderung. Ein Teil dieser Gruppe beginnt Bestände abzubauen. Das ist ein wichtiger Punkt, weil genau diese Anleger normalerweise als stabil gelten und weniger schnell verkaufen. Wenn selbst diese Gruppe vorsichtiger wird, kann das zusätzlichen Druck erzeugen. 

Gleichzeitig ist dieses Verhalten nicht ungewöhnlich. In früheren Marktphasen war genau das oft ein Zeichen dafür, dass sich der Markt in einer Übergangsphase befindet. Kurzfristig wirkt das negativ, langfristig kann es aber helfen, den Markt zu bereinigen und eine stabilere Basis zu schaffen.

Mining-Sektor verstärkt den Druck

Ein weiterer Faktor ist die Situation im Mining-Sektor. Miner sind die Unternehmen oder Betreiber, die das Bitcoin-Netzwerk absichern und dafür neue Coins erhalten. Ihre Einnahmen hängen stark vom sogenannten Hashprice ab. Diese Kennzahl beschreibt, wie viel ein Miner pro eingesetzter Rechenleistung verdient. Aktuell liegt dieser Wert auf einem sehr niedrigen Niveau und gehört zu den schwächsten der vergangenen Jahre.

Das hat direkte Auswirkungen. Viele Miner verdienen deutlich weniger als zuvor, während die Kosten, vor allem für Strom, gleichzeitig hoch bleiben. Besonders Betreiber mit älterer Hardware oder höheren Energiekosten geraten dadurch unter Druck. Wenn das Mining nicht mehr profitabel ist, bleiben nur zwei Optionen. Entweder die Geräte werden abgeschaltet oder es werden Bitcoin verkauft, um laufende Kosten zu decken.

So lässt es sich aktuell am Markt beobachten. Erste Miner haben ihre Aktivität bereits reduziert, was sich auch darin zeigt, dass die sogenannte Mining-Difficulty gesunken ist. Diese passt sich automatisch an und zeigt, wie viel Rechenleistung im Netzwerk aktiv ist. Wenn sie fällt, bedeutet das, dass weniger Miner aktiv sind. Gleichzeitig kann der Verkaufsdruck steigen, weil Miner gezwungen sind, ihre Bestände zu liquidieren. Das wirkt zusätzlich belastend auf den Bitcoin-Kurs.

Ausblick

Der Bitcoin-Kurs befindet sich aktuell in einer Phase, in der mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig wirken. Geopolitische Unsicherheiten, steigende Energiepreise, geldpolitische Erwartungen sorgen für eine schwache Nachfrage.

Solange sich auf geopolitischer Seite nichts verändert, dürfte es für den Bitcoin ein nachhaltiger Ausbruch nach oben schwierig bleiben. Stattdessen scheint es wahrscheinlicher, dass sich der Kurs der Kryptowährung weiterhin seitwärts bewegt. 

Dabei kann es immer wieder zu Anläufen in Richtung 70.000 US-Dollar kommen. Die Frage ist, ob diese Bewegungen gehalten werden können. Stand jetzt spricht vieles dafür, dass solche Ausbruchsversuche eher kurzfristig bleiben und wieder abverkauft werden. 

Gleichzeitig sollte das aktuelle Sentiment nicht unterschätzt werden. Die Stimmung im Markt ist deutlich negativ, viele Risiken sind bereits eingepreist. Genau das kann schnell zum Vorteil werden. Schon kleinere positive Nachrichten können ausreichen, um Bewegung in den Markt zu bringen und für steigende Kurse zu sorgen. In solchen Phasen reagieren Märkte oft besonders sensibel, weil die Erwartungen bereits sehr niedrig sind.

 

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