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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 14/2026: Rheinmetall, Hensoldt, Nike und Newmont im Fokus

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 14/2026: Rheinmetall und Hensoldt überzeugten mit neuen Impulsen, während Nike und Boston Scientific Anleger enttäuschten. Die Börsenwoche zeigte erneut klare Gewinner und Verlierer.

Tops & Flops KW 14/2026: Rheinmetall und Hensoldt legen zu, während Nike, Texas Pacific Land und Boston Scientific unter Druck stehen.

Analystenlob, Auftragsfantasie und schwache Ausblicke setzen die prägenden Impulse der Woche

Die Tops und Flops der Börsenwoche 14/2026 kreisen um klar unterscheidbare Auslöser. Rückenwind kam von einer positiven Analystenstudie, einer neuen Partnerschaft und der Hoffnung auf geopolitische Entspannung. Belastet wurden andere Titel von einem schwachen Ausblick, anhaltenden Bewertungszweifeln und der Erkenntnis, dass selbst gute Studiendaten nicht automatisch für Vertrauen sorgen.

+++ Tops der Börsenwoche 14/2026 +++

Rheinmetall-Aktie holt wichtige Unterstützung zurück

Der DAX-Wert Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) war in der Vorwoche unter seine wichtige Unterstützungszone im Bereich von rund 1.410 bis 1.525 Euro gerutscht, die aus mehreren markanten Tiefpunkten der Bewegung in den vergangenen Monaten resultiert. Ein nachhaltiger Bruch hätte für eine mögliche ausgeprägte Top-Bildung gesprochen. Mit dem deutlichen Anstieg in der vergangenen Woche ist dieses Szenario jedoch vorerst wieder vom Tisch. Sollte sich die aktuelle Gegenbewegung fortsetzen, könnte erneut der Widerstandsbereich bei rund 1.936 bis 2.008 Euro in den Fokus rücken.

Schlagzeilen machte in der vergangenen Woche vor allem Konzernchef Armin Papperger, der in einem Beitrag des US-Magazins „The Atlantic“ ukrainische Drohnenhersteller als „Hausfrauen“ bezeichnete, die mit 3D-Druckern in der Küche säßen und Drohnenteile herstellten. Danach hagelte es reichlich Kritik. Am Mittwoch folgte dann eine positive Analystenstudie von Goldman Sachs, die das Rheinmetall-Papier auf ihre „European Conviction List“ für besonders aussichtsreiche Werte in Europa setzte und eine Kaufen-Empfehlung mit einem Kursziel von 2.300 Euro aussprach.

Rheinmetall selbst hatte einen Tag zuvor eine Partnerschaft mit Boeing Australia bekannt gegeben. Dabei geht es um die geplante Einführung von Collaborative Combat Aircrafts in Deutschland ab 2029. Das deutsche Unternehmen wird dabei als Systemmanager für die MQ-28 bei der Bundeswehr fungieren. Diese Nachricht könnte Fantasie für zusätzliche Aufträge und Umsätze ausgelöst haben.

Rheinmetall

Hensoldt mit Erholungssignal im Fokus

Nicht nur der deutsche Branchenprimus Rheinmetall verzeichnete in der vergangenen Woche kräftige Zuwächse, auch andere deutsche und europäische Branchenvertreter legten zu. Heraus sticht dabei die Aktie des MDAX-Werts Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005). Das Unternehmen hatte in der Ukraine ein Innovations- und Servicezentrum eröffnet, um Einsatzbereitschaft, Wartung und lokale Unterstützung zu stärken. Das unterstrich die operative Nähe zu einem strategisch wichtigen Markt. Hensoldt entwickelt vor allem elektronische Technologien und ist auf Sensorlösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen spezialisiert, darunter Radar-, Wärmebild- und Avioniksysteme.

Ob diese Nachricht tatsächlich für die jüngste starke Performance verantwortlich war, ist jedoch fraglich. Vielmehr könnte das angespannte geopolitische Umfeld insgesamt die Aktien aus der Branche gestützt haben.

Aus charttechnischer Sicht ist interessant, dass der Kurs kurz vor dem markanten Korrekturtief von Anfang Dezember 2025 bei 64,80 Euro wieder nach oben drehte. Begleitet wurde dies von einem relativ hohen Handelsvolumen. Allerdings ist der kurzfristige Abwärtstrend weiterhin intakt, der sich seit dem Zwischenhoch von Januar dieses Jahres gebildet hat. Daher rückt nun das Verlaufshoch von Mitte März bei 85,35 Euro in den Fokus. Ein Ausbruch darüber könnte als Signal für eine fortgesetzte Erholungsbewegung gewertet werden.

Hensoldt

Newmont: Erholung der Goldaktien bleibt fragil

Die Goldbullen haben sich in der vergangenen Woche zurückgemeldet und damit den Goldpreis gestützt. Dadurch setzte sich die Erholung seit dem markanten Tief vom 23. März 2026 bei rund 4.100 US-Dollar fort. Gestützt wurde diese Entwicklung von Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt sowie einem daraus resultierenden schwächeren US-Dollar. Allerdings sorgte die Ankündigung der US-Regierung, am Donnerstag weitere Angriffe auf den Iran durchzuführen, für einen Stimmungsumschwung, was zu einem weiteren Anstieg des Ölpreises sowie einem festeren US-Dollar führte und damit den Goldpreis belastete. Dieser Verlauf verdeutlicht die aktuell komplizierte Gemengelage, weshalb auch die teilweise kräftige Erholung bei den Goldaktien an den vergangenen Handelstagen unter Vorbehalt zu betrachten ist.

Exemplarisch zeigt das die Entwicklung von Newmont (ISIN: US6516391066, Symbol: NEM), dem weltweit größten Goldproduzenten und einzigen Goldwert im S&P 500. Seit ihrem Korrekturtief am 20. März hat die Aktie ausgehend von ihrem 150-Tage-Durchschnitt, der sich als gute Unterstützung erwiesen hat, zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent zugelegt.

Newmont

+++ Flops der Börsenwoche 14/2026 +++

Nike-Aktie bleibt trotz Kurseinbruch kein Value-Kauf

Die Aktie des Sportartikelherstellers Nike (ISIN: US6541061031) bereitet ihren Aktionären schon seit längerer Zeit Sorgen. Das bisherige Allzeithoch bei 179,10 US-Dollar liegt inzwischen mehrere Jahre zurück und stammt aus dem November 2021. Der Abwärtstrend wurde in der vergangenen Woche mit einem neuen Verlaufstief bestätigt. Seit ihrem Rekord hat der S&P-500-Wert damit mehr als 75 Prozent an Wert eingebüßt.

Auslöser für den jüngsten dynamischen Rückgang waren einmal mehr schlechte Nachrichten. Nike meldete zwar besser als erwartete Zahlen für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 (bis Ende Mai). Der Ausblick sorgte jedoch erneut für Ernüchterung. Im Schlussquartal wird ein weltweiter Umsatzrückgang von 2 bis 4 Prozent erwartet. Im wichtigen Absatzmarkt China wird sogar mit einem Minus von 20 Prozent gerechnet. Die Amerikaner haben dort weitere Marktanteile verloren und leiden unter der wachsenden lokalen Konkurrenz sowie hohen Lagerbeständen. Das belastet die Erwartungen an den Turnaround in diesem wichtigen Absatzmarkt.

Konzernchef Elliott Hill räumte in der Telefonkonferenz ein, dass die Trendwende bei Nike länger dauert als erhofft, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich die derzeitige Strategie letztlich auszahlen werde. Für die Aktionäre ist das jedoch nur ein schwacher Trost. Auch Investoren, die mit einem Investment liebäugeln, dürften sich angesichts des Chartverlaufs sowie der nach wie vor relativ hohen Bewertung schwertun, jetzt auf große Einkaufstour zu gehen. Denn trotz des massiven Kurseinbruchs ist die Nike-Aktie aus Value-Sicht noch immer kein Kauf.

Nike

Texas Pacific Land: Aktie bricht nach unten aus

Die Aktie von Texas Pacific Land (ISIN: US88262P1021) gehört seit Jahresbeginn zu den Top-Performern im S&P 500. In der vergangenen Woche verzeichnete sie jedoch stärkere Rückgänge und gehörte zu den größten Verlierern im US-Leitindex. Neuigkeiten vom Unternehmen selbst, die als Auslöser für diese Bewegung infrage kämen, gab es keine.

Aus charttechnischer Sicht fällt auf, dass der Kurs seit dem Zwischenhoch am 13. Februar seitwärts konsolidierte und nun nach unten ausgebrochen ist. Das könnte weitere Abgaben nach sich ziehen. Auch, weil die Bewertung weiterhin deutlich überzogen ist und selbst über dem hohen Niveau liegt, das der Markt der Aktie in den vergangenen Jahren durchschnittlich zugebilligt hat.

Texas Pacific Land ist einer der größten Landbesitzer im US-Bundesstaat Texas, vor allem im Permian Basin, einem der produktivsten Öl- und Gasfelder der USA. Das Unternehmen produziert selbst kein Öl und Gas, sondern verdient sein Geld mit verschiedenen Nutzungen seines Landes. Die Einnahmen stammen unter anderem aus festen Landnutzungsgebühren, dem Verkauf von Baumaterialien, der Bereitstellung von Wasser (Quell- und aufbereitetes Wasser) sowie aus Öl- und Gas-Royalties. Zusätzliche Einnahmen erzielt das Unternehmen durch Pipeline- und Stromleitungsnutzungsrechte sowie durch gewerbliche Pachtverträge und Genehmigungen für temporäre Nutzungen, z. B. für Midstream-Infrastrukturprojekte und Anlagen zur Verarbeitung von Kohlenwasserstoffen.

Texas Pacific Land

Boston-Scientific-Aktie bleibt nach Studiendaten unter Druck

Am US-Aktienmarkt gehörte auch Boston Scientific (ISIN: US1011371077) in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern. Der Medizintechnikhersteller hatte zwar positive Studienergebnisse für sein Watchman FLX-Verschlusssystem für den linken Vorhofohransatz bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern gemeldet. Zufrieden waren die Anleger damit jedoch nicht, wie die negative Kursreaktion nahelegt.

Die Aktie hat schon seit einiger Zeit zu kämpfen. Seit dem Allzeithoch im September 2025 bei 109,50 US-Dollar hat der Kurs um mehr als 40 Prozent nachgegeben. Boston Scientific gehört zudem im bisherigen Jahresverlauf zu den schlechtesten Werten im US-Leitindex.

Der Medizintechnikanbieter adressiert mit seinen Lösungen vor allem Krankenhäuser und Spezialkliniken in Märkten, die von einer alternden Bevölkerung, einer höheren Prävalenz chronischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Trend zu minimalinvasiven Verfahren profitieren. Das Portfolio umfasst u. a. Systeme für Elektrophysiologie und Vorhofflimmern, strukturelle Herzerkrankungen, Koronar- und periphere Interventionen, Endoskopie, Urologie und Neuromodulation.

Boston Scientific

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