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Cathie Wood schichtet um – und kauft zahlreiche Biotech-Aktien

| Oliver Götz

Star-Investorin Cathie Wood.
Cathie Wood setzt voll auf Gen-Editing und Biotech im Allgemeinen. (Foto: Picture Alliance / Associated Press / Rebecca Blackwell)

Die Star-Investorin stellt ihre ARK-Fonds zu Jahresbeginn neu auf. Das Ergebnis: weniger klassische Tech-Aktien, dafür eine Mega-Wette auf neue Biotechnologie.

Im vergangenen Jahr hat sie es ihren Kritikern, die ihren offensiven Investmentstil, der in unnachahmlich entschlossener Manier auf technologische Durchbrüche setzt, mal wieder gezeigt. Locker schlug die inzwischen 70-jährige aus Kalifornien den S&P 500. Die frühen Investitionen in KI-Aktien zahlten sich aus. Doch Cathie Wood wäre nicht sie selbst, würde sie sich darauf ausruhen, Gewinne über konservativere Anlagen absichern. So überrascht es nicht, dass die Star-Investorin mit ihren verschiedenen ARK-Fonds direkt wieder auf die nächsten Kursrallys in der Technologiebranche wettet. Neu allerdings ist: Wood verabschiedet sich 2026 aus dem Consumer-Tech-Bereich und steckt stattdessen hunderte Millionen in Biotech-Unternehmen. Schon länger begleitet Wood die Entwicklung rundum Gen-Editing mit regem Interesse und stetigen Aktienkäufen führender Unternehmen, die jüngsten Zukäufe allerdings stellen eine neue Dimension dar. Offenbar ist Wood überzeugt, dass die entscheidenden technologischen Durchbrüche in dem Sektor anstehen – und die nächsten großen Aktienrallys dort zu finden sind.

Tesla raus, Crispr Therapeutics rein

So verkaufte Wood noch im Dezember Tesla-Aktien im Wert von 112 Millionen US-Dollar. Ebenso trennte sie sich von 30 Millionen Dollar teuren Anteilen am TV-Streaming-Anbieter Roku. Zwar gehören Tesla und Roku trotz der Verkäufe immer noch zu den größten Positionen in Woods Ark Innovation ETF, dem bekanntesten ihrer Fonds, insgesamt reduzierte sich deren Anteil aber deutlich von rund 24 auf knapp 16 Prozent. Neben einigen kleineren Verkäufen, wanderten auch 29.000 Spotify-Aktien aus Woods Depot.

Das Geld nutzte Wood, um diverse Biotech-Titel zu erwerben. So stockte sie ihren Anteil beim Gen-Editing-Unternehmen Crispr Therapeutics von 6,4 auf 7,2 Millionen Aktien auf, womit die Schweizer nun die zweitgrößte Position im ARK Innovation ETF darstellen. Crispr Therapeutics hat sich auf die Entwicklung von Gentherapien auf Basis der CRISPR/Cas9-Technologie spezialisiert. Ziel ist es, genetisch bedingte Krankheiten direkt an der DNA zu behandeln, indem defekte Gene gezielt verändert oder korrigiert werden. Weiter kaufte Wood 236.000 Aktien von Intellia Therapeutics und 423.000 Papiere von Pacific Biosciences. Beide Unternehmen entwickeln ebenfalls Technologien im Bereich Crispr und Sequenzierungstechnologien. 5,4 Millionen Dollar steckte Wood mittels zweier ihrer ETFs darüber hinaus in Beam Therapeutics. Das entspricht 195.000 Aktien des Unternehmens, das sich auf präzise genetische Medizin mittels sogenanntem base editing spezialisiert hat – einer Weiterentwicklung der CRISPR-Technologie, mit der einzelne Basen in der DNA ohne Doppelstrangbrüche gezielt verändert werden können.  Kleinere Investitionen tätige Wood in den DNA-Sequenzierungsspezialisten Personalis und Twist Bioscience, das synthetische DNA bereitstellt.  

Wood kaufte in kleinen Chargen auch abseits des Biotech-Marktes zu, bei Kodiak AI und Tempus AI beispielsweise. Doch die Investments im Wert von rund 200 Millionen Dollar in Gen-Editing überragen.

Wood bleibt Krypto-Bulle

Für Aufsehen sorgten daneben vor allem noch die 67 Millionen Dollar, die Wood in diverse Krypto-Börsen steckte, allen voran in Coinbase. Die Star-Investorin glaubt, dass die US-Regierung schon bald die nächste Krypto-Rally auslösen könnte, indem diese aktiv Bitcoin kauft. „Ich denke tatsächlich, sie werden anfangen zu kaufen“, sagte Wood kürzlich im Podcast „Bitcoin Brainstorm“ und bezieht sich auf Trumps ursprüngliche Absicht „eine Million Bitcoin“ als US-Reserve aufzubauen. Dies sei jedoch nicht zu erreichen, ohne aktiv Bitcoin zu kaufen. Bislang haben die USA nur beschlagnahmte Bitcoin in ihre staatliche Reserve aufgenommen. Trump stehe Wood zufolge mit Blick auf die Midterm-Wahlen unter Zugzwang, müsse der Branche etwas bieten. Die Krypto-Community sei ein Zünglein an der Waage bei seinem Wahlsieg gewesen.

Biotech und Bitcoin – darin sieht Wood also vorerst die Renditebringer 2026.

 

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