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Märkte > Leitindex im Fokus

Neuer DAX-Rekord zum Jahresstart: Diese vier Aktien überzeugen charttechnisch

| Thomas Behnke

Person geht an einem Bildschirm mit dem DAX-Logo vorbei.
Das DAX-Logo ist auf einem Bildschirm zu sehen, davor geht eine Person durch den Innenbereich der Börse. Der deutsche Leitindex hat zum Jahresstart einen neuen Rekordstand erreicht. (Foto: shutterstock)

Neuer DAX-Rekord zum Jahresstart 2026: Der Leitindex zeigt Stärke. Auch Siemens Energy, Heidelberg Materials, Allianz und RWE präsentieren sich charttechnisch in aussichtsreichen Ausgangslagen.

Es gibt kaum ein besseres Indiz für Stärke an der Börse als einen neuen Kursrekord. Das Jahr 2026 ist erst ein paar Tage alt und schon hat der deutsche Leitindex seinen bisherigen Höchststand von Anfang Oktober 2025 übertroffen. Das lässt Charttechniker aufhorchen. Welches theoretische Kurspotenzial ergibt sich aus der aktuellen Kurskonstellation? Und welche DAX-Werte befinden sich ebenfalls in charttechnisch vielversprechenden Ausgangssituationen?

DAX 2025 schneidet besser ab als NASDAQ-100 und S&P 500

Die Entwicklung des DAX im vergangenen Jahr war stark, verlief aber alles andere als geradlinig. Nach einem sehr festen Jahresbeginn folgte ab Ende März zunächst eine deutliche Korrektur. Diese konnte jedoch schnell wieder ausgeglichen werden. Seit dem Sommer schwankte der Index dann seitwärts, wobei es im Rahmen dieser Bewegung seit November einen Jahresendspurt gab. Am Ende stand ein Jahresplus von 23 Prozent. Damit hatte der deutsche Leitindex besser abgeschnitten als die großen Kursbarometer jenseits des Atlantiks, die mit Zuwächsen von 20,2 Prozent beim NASDAQ-100, 16,4 Prozent beim S&P 500 und 13 Prozent beim Dow Jones über die Ziellinie gingen. Berücksichtigt man den Wechselkurs Euro/US-Dollar, fällt die Bilanz der US-Indizes aus Sicht eines Investors aus dem Euroraum noch deutlich schlechter aus. Oder anders ausgedrückt: Der DAX war 2025 ein deutlich besseres Investment als die großen US-Kursbarometer.

DAX 2026 mit charttechnischem Ausbruch über altem Rekordniveau

Das wirft die Frage auf, ob der DAX auch 2026 besser performen wird. Nur beantworten kann sie niemand. Zumindest nicht ohne die typischen Unsicherheiten. Eine Vorhersage ist Stochern im Nebel und die weitere Entwicklung hängt von so vielen Faktoren ab, dass eine belastbare Prognose wie immer an der Börse nicht möglich ist. Was sich derzeit aber festhalten lässt, ist eine aktuell zumindest charttechnisch vielversprechende Ausgangssituation.

Nachdem der Index seit dem Sommer eher seitwärts pendelte, hatte er zum Jahresende einen kurzfristigen, recht dynamischen Aufwärtsimpuls ausgebildet. Seit dem Korrekturtief im November ging es inzwischen um mehr als 8 Prozent aufwärts. Dabei hat der DAX am zweiten Handelstag des neuen Börsenjahres die Widerstandszone im Bereich von etwa 24.479 bis 24.771 Punkten überschritten, in der mehrere Hochpunkte der vergangenen Monate sowie der bisherige Rekordstand lagen.

Noch ist der Ausbruch frisch und kann sich als Fehlsignal herausstellen. Sollte sich das Überschreiten jedoch als dauerhaft erweisen, könnte ein weiterer Anstieg folgen. Das theoretische Kurspotenzial, das sich aus der Breite der Seitwärtsbewegung seit Sommer ableiten lässt, beträgt etwa 7 Prozent, was einem DAX-Stand von knapp 26.500 Zählern entsprechen würde. Auch wenn das ebenfalls reine Spekulation ist, ist dieses Ziel für die nächsten Monate jedoch zumindest vorstellbar.

Damit nun der Blick auf die Indexmitglieder. Auch hier gibt es einige Werte, die charttechnisch vielversprechende Konstellationen vorweisen.

Siemens Energy: Kann der Top-Performer erneut durchstarten?

Die Aktie des Energietechnikkonzerns Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0) war 2025 mit einem Plus von 139 Prozent der zweitstärkste DAX-Wert nach Rheinmetall (ISIN: DE0007030009). Er konnte zwar den Anstieg aus dem Vorjahr von über 300 Prozent bei weitem nicht erreichen, dennoch war die Performance erneut überzeugend. Nach zwei Jahren mit einer so positiven Entwicklung stellt sich zwar die Frage nach einer ausgedehnten Verschnaufpause. Der Chart bietet derzeit dafür aber keine Anhaltspunkte. Im Gegenteil: Siemens Energy zeigt einen intakten übergeordneten Aufwärtstrend und hat zu Beginn der Woche sein bisheriges Allzeithoch von Dezember bei 124,75 Euro übertroffen und damit ein weiteres Stärkesignal geliefert. Damit könnte sich der DAX-Wert weiterhin für trendfolgende Handelsansätze anbieten. So könnten kurzfristige Verschnaufpausen, wie es sie in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder gab, für mögliche Einstiege genutzt werden, wenn der Kurs entsprechende Signale ausbildet. Gleiches gilt auch für den nächsten Wert.

Heidelberg Materials nahe Rekordhoch mit Korrektur

Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials (ISIN: DE0006047004) hatte 2025 ein Kursplus von 87 Prozent verzeichnet. Sein bisheriges Allzeithoch wurde am 11. Dezember mit 226,80 Euro markiert. Am ersten Handelstag des neuen Börsenjahres wurde dieses Niveau fast erreicht, bevor es im Handelsverlauf zu einem Abverkauf kam. Gestern und heute setzte sich die fallende Tendenz fort, sodass die 21-Tage-Linie als Indikator für den kurzfristigen Trendverlauf unterschritten wurde. Ein nachhaltiger Bruch könnte erst einmal für eine ausgedehntere Korrektur sprechen. Allerdings hat sich diese Durchschnittslinie seit Oktober mehrmals als gute Unterstützung für den Kurs erwiesen. Vielleicht auch diesmal? Unabhängig davon ist Heidelberg Materials ebenfalls ein potenzieller Kandidat für charttechnisch motivierte Handelsansätze und gehört damit auf eine entsprechende Watchlist. Auf dieser befindet sich auch die nächste Aktie aus dem DAX.

Allianz-Aktie nimmt 400-Euro-Marke ins Visier

Deutschlands größter Versicherer (ISIN: DE0008404005) hat im vergangenen Jahr mit einem Kurszuwachs von 32 Prozent zwar deutlich weniger zugelegt als die beiden zuvor genannten Werte. Für die Allianz-Aktie war es jedoch immerhin der größte Jahreszuwachs seit 2012. Und der Chart sieht weiterhin stark aus. Mit dem Anstieg seit dem Korrekturtief Anfang November konnte Anfang Dezember das bisherige Allzeithoch von August 2025 bei 380,30 Euro überschritten werden. Seither folgten immer wieder neue Kursrekorde. Am Dienstag, den 6. Januar 2026, wurde im frühen Handel mit 396 Euro der bisherige Höchststand markiert. Mehr Stärke geht kaum. Damit ist auch die Allianz-Aktie ein interessanter Wert für technisch motivierte Handelsansätze.

RWE bestätigt dynamischen Aufwärtstrend mit neuem 52-Wochenhoch

Während die bislang beleuchteten drei DAX-Werte ihre Stärke durch Kurse am oder nahe am Allzeithoch unter Beweis stellen, gibt es auch andere Indexmitglieder, die zwar noch weit von ihren historischen Hochs entfernt sind, aber trotzdem charttechnisch interessant aussehen. Hierzu gehört die RWE-Aktie (ISIN: DE0007037129). Sie befindet sich seit dem Mehrjahrestief Ende 2024 in einem Aufwärtstrend und hatte dabei im November 2025 mit 46,95 Euro den höchsten Stand seit 2011 erreicht. Dann gab es zunächst eine Verschnaufpause, die inzwischen jedoch mehr als ausgeglichen wurde. Sollte sich der gerade erfolgte Ausbruch über das Novemberhoch, wodurch ein neues 52-Wochenhoch markiert wurde, als nachhaltig erweisen, ist mit weiter steigenden Kursen zu rechnen. Auch RWE ist damit in einer charttechnisch vielversprechenden Ausgangssituation.

DAX-Rekord rückt mehrere Aktien mit charttechnischer Stärke in den Fokus

Mit den neuen Bestwerten zum Jahresauftakt hat sich der DAX in Stellung gebracht und seine Ambitionen verdeutlicht, weiter durchzustarten. Der neue Rekordstand lenkt den Blick aber nicht nur auf den Gesamtmarkt, sondern auch auf einzelne Indexmitglieder. Während Siemens Energy, Heidelberg Materials und die Allianz ihre Stärke durch Kurse am oder nahe am Allzeithoch zeigen, befindet sich auch die RWE-Aktie mit einem neuen 52-Wochenhoch in einer konstruktiven charttechnischen Ausgangslage. Ob sich die beschriebenen Konstellationen in fortgesetzten Aufwärtstrends bestätigen, bleibt zwar offen. Für technisch orientierte Marktteilnehmer stellen die genannten DAX-Aktien derzeit jedoch eine erste Auswahl bei der Suche nach möglichen Long-Kandidaten aus dem deutschen Leitindex dar.

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