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Die zwei Neuen im DAX: Was Scout24 & Gea für Aktionäre interessant macht

(Bild: DAX)

Zum 22. September 2025 steigen Scout24 und Gea in den DAX auf – zwei Unternehmen mit grundsoliden Bilanzen. Sie ersetzen Porsche und Sartorius. Was Anleger jetzt wissen sollten - und ob ein Einstieg lohnt.

DAX-Wechsel: Zwei stille Aufsteiger übernehmen

Die Deutsche Börse passt den DAX im September turnusgemäß an – und das bedeutet: Zwei prominente Absteiger machen Platz für weniger glamouröse, aber solide aufgestellte Neulinge. Scout24, bekannt durch das Immobilienportal ImmoScout24, und Gea, ein international tätiger Maschinenbauer, rücken in den deutschen Leitindex auf. Sie ersetzen Porsche und Sartorius, die nach Kursverlusten und rückläufiger Marktkapitalisierung nicht mehr die Kriterien für die Index-Mitgliedschaft erfüllen.

Für Investoren ist der DAX-Aufstieg weit mehr als eine Formalie – denn Indexmitglieder rücken automatisch in den Fokus von Fonds, ETFs und Analystenhäusern.

Scout24

Scout24: Digitale Plattform mit hoher Marge

Scout24 betreibt mit ImmoScout24 das führende Immobilienportal in Deutschland – ein digitaler Marktplatz mit Millionen Besuchern monatlich. Das Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit kostenpflichtigen Inseraten, Abo-Modellen für Makler und Zusatzdiensten wie Bonitätsprüfungen, Umzugsservices oder Finanzierungstools.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Scout24 einen Umsatz von 530 Millionen Euro, was einem Wachstum von über elf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei neunundfünfzig Komma zwei Prozent – ein Wert, der selbst im Tech-Sektor überdurchschnittlich ist. Auch die Kapitalrendite überzeugt: Der Free Cashflow belief sich auf 164 Millionen Euro.

Mit einer Dividende von 1,20 Euro pro Aktie und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm im Volumen von über 200 Millionen Euro zeigt Scout24 aktives Kapitalmanagement – ein Pluspunkt für langfristig orientierte Anleger.

Die Aktie liegt seit Jahresbeginn etwa fünfzehn Prozent im Plus, die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund sechs Milliarden Euro – ausreichend für den DAX-Einzug.

Gea

Gea: Industrieller Partner mit Fokus auf Effizienz

Der Düsseldorfer Maschinenbauer Gea ist ein globaler Anbieter von Prozess- und Verpackungstechnik, insbesondere für die Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren eine tiefgreifende Restrukturierung durchlaufen – und präsentiert sich heute effizienter und profitabler als je zuvor.

2024 lag der Umsatz bei 5,4 Milliarden Euro, ein Zuwachs von vier Komma sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders bemerkenswert: Die bereinigte EBIT-Marge konnte auf zehn Komma vier Prozent gesteigert werden – nach sieben Komma zwei Prozent im Jahr 2019. Der Auftragseingang übertraf zuletzt die Marke von sechs Milliarden Euro, ein neuer Höchststand.

Gea profitiert vom stabilen Wachstum seiner Zielbranchen und der zunehmenden Nachfrage nach nachhaltiger, automatisierter Produktion. Die Aktie verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von achtzehn Prozent, die Marktkapitalisierung liegt bei rund acht Komma fünf Milliarden Euro.

Was der DAX-Aufstieg für Anleger bedeutet

Mit dem Indexwechsel werden Scout24 und Gea automatisch in zahlreiche DAX-basierte ETFs und Fondsportfolios aufgenommen – ein Impuls, der oft mit kurzfristiger Kursstabilität einhergeht. Noch wichtiger ist jedoch der langfristige Effekt: Beide Unternehmen gewinnen an internationaler Sichtbarkeit, was die Handelsliquidität erhöht und die Bewertung nachhaltig stützen kann.

Zudem sind die Geschäftsmodelle beider Aufsteiger deutlich weniger zyklisch als die der Absteiger Porsche (Automobilbranche) und Sartorius (Biotechnologie-Lieferant). In einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld könnten Investoren genau diesen Mix aus Berechenbarkeit, Cashflow-Stärke und solider Marge bevorzugen.

Fazit: Berechenbarer Aufstieg statt Börsen-Hype

Scout24 und Gea stehen nicht für spektakuläre Visionen oder disruptive Geschäftsmodelle – aber genau das macht sie im aktuellen Marktumfeld interessant. Beide Unternehmen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie nachhaltig wachsen, profitabel wirtschaften und effizient mit Kapital umgehen können.

Für langfristig orientierte Anleger sind sie nicht nur zwei neue Gesichter im DAX, sondern potenziell stabile Bausteine im Portfolio. Der Aufstieg in den Leitindex könnte dabei zum zusätzlichen Katalysator für weiteres Investoreninteresse werden.

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