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Goldaktien-ETF GDX im Check: Was bedeuten Wechsel und Chart für Anleger?

| Thomas Behnke

Goldbarren vor Weltkarte mit steigenden Kurslinien, Symbol für den GDX Goldaktien-ETF
Goldbarren vor Weltkarte und Kurschart – Symbol für den Goldpreis-Boom und den Goldaktien-ETF GDX. (Foto: shutterstock)

Der größte Goldaktien-ETF GDX im Check: Der Fonds profitiert vom Rekord-Goldpreis, steht vor einem Indexwechsel und zeigt charttechnisch Stärke. Chancen und Risiken für Anleger im Überblick.

Gold zeigte sich zuletzt in Rekordlaune. Sowohl in US-Dollar als auch in Euro erreichten die Spot-Preise neue Allzeithochs und bestätigten damit ihre langfristigen Aufwärtstrends. Auch der weltweit größte Goldaktien-ETF, der VanEck Gold Miners ETF (GDX), markierte frische Bestwerte. Nun steht bei diesem Indexfonds eine wichtige Änderung bevor. Was das für Anleger bedeutet und ob sich der GDX aus charttechnischer Sicht aktuell als Kauf anbietet, erfahren Sie im Folgenden.

Goldpreis auf Rekordjagd treibt Goldaktien-ETFs an

Der Aufwärtstrend beim Goldpreis scheint nicht zu bremsen. In US-Dollar übersprang das Edelmetall erstmals die Marke von 3.600 US-Dollar je Feinunze, während in Euro zuletzt über 3.100 Euro fällig wurden. Gründe für das anhaltende Interesse am Edelmetall haben wir bereits im Beitrag „Goldpreis auf Rekordkurs – jetzt noch einsteigen oder besser abwarten?“ aufgezeigt.

Mit dem Preisanstieg bei Gold kletterte auch der unter Gold-Bugs bestens bekannte NYSE Arca Gold Miners Index auf historische Höchststände. Parallel dazu erreichte der darauf basierende VanEck Gold Miners ETF (ISIN: US92189F1066), besser bekannt unter seinem Kürzel GDX, neue Bestmarken. Der Fonds gilt als Platzhirsch unter den Goldaktien-ETFs und ist ein fester Bestandteil zahlreicher Depots mit Goldfokus. Diese Marktstellung kommt nicht von ungefähr. Der GDX war der erste ETF seiner Art, ist bis heute der liquideste und verwaltet aktuell fast 20 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der ihn klar an die Spitze seiner Kategorie stellt.

Für deutsche Anleger ist der US-ETF aus regulatorischen Gründen zwar nicht direkt handelbar. Mit dem VanEck Gold Miners UCITS ETF (ISIN: IE00BQQP9F84) steht jedoch eine nahezu identische Alternative bereit, die auch innerhalb der EU investierbar ist. Beide ETFs basieren auf dem NYSE Arca Gold Miners Index, der die größten börsennotierten Goldaktien bündelt. Anleger profitieren dadurch von einer breiten Diversifizierung, ohne sich mit den oftmals schwer einzuschätzenden Chancen und Risiken einzelner Minengesellschaften auseinandersetzen zu müssen.

Goldaktien mit Hebelwirkung – Chance und Risiko zugleich

Goldaktien bieten im Vergleich zum Goldpreis eine zusätzliche Hebelwirkung, die Kursbewegungen verstärken kann. Steigt der Goldpreis bei gleichbleibenden Kosten, schnellen Umsätze und Gewinne der Minengesellschaften überproportional in die Höhe. Entsprechend reagieren die Aktien oft deutlich stärker als das Edelmetall selbst. Umgekehrt gilt der Hebel allerdings ebenfalls, was zu der hohe Volatilität der Goldaktien beiträgt.

Diese Wechselwirkung zeigt sich auch beim GDX, wenn auch in abgeschwächter Form im Vergleich zu einzelnen Titeln. So legte der ETF im bisherigen Jahresverlauf in US-Dollar fast 100 Prozent zu, während der Goldpreis „nur“ rund 40 Prozent gewann. Damit können der GDX oder auch andere Goldaktien-ETFs wie der iShares MSCI Global Gold Miners ETF eine attraktive Möglichkeit sein, um an der Entwicklung des Sektors zu partizipieren. Anleger sollten jedoch ihre Hausaufgaben machen und die Spezifikationen der jeweiligen Fonds genau prüfen, bevor sie investieren.

GDX stellt auf neuen Referenzindex um

Beim GDX steht eine wichtige Änderung bevor. Mit dem Handelsschluss am 19. September 2025 wechselt der ETF seinen Referenzindex. Künftig bildet er den MarketVector Global Gold Miners Index ab, der erst am 3. Juni 2025 aufgelegt wurde. Ziel der Umstellung ist es, die Methodik zu modernisieren und transparenter zu gestalten. Dazu gehören unter anderem die Orientierung an der Free-Float-Marktkapitalisierung.

Für Anleger bedeutet dieser Schritt jedoch keine grundlegende Neuausrichtung. Die Anlagephilosophie des ETFs bleibt unverändert. Wer den GDX bereits hält oder über einen Einstieg nachdenkt, dürfte die Umstellung daher kaum spüren.

Wechsel bringt nur geringe Unterschiede

Der MarketVector Global Gold Miners Index umfasst aktuell 44 Unternehmen und damit weniger als der bisher verwendete NYSE Arca Gold Miners Index mit 62 Aktienpositionen. Das macht den Index zwar etwas konzentrierter, an der Kursentwicklung des GDX dürfte sich jedoch kaum etwas ändern. Denn die bisherigen Schwergewichte bleiben weitgehend identisch, sodass die künftige Performance maßgeblich von denselben Depotwerten geprägt sein wird. Die Top 10 machen zusammen jeweils rund zwei Drittel der Gesamtgewichtung aus, neun davon sind in beiden Indizes vertreten.

Der neue Referenzindex gewichtet allerdings nach Free-Float-Marktkapitalisierung. Damit zählen künftig die tatsächlich handelbaren Aktienanteile und nicht die gesamte Marktkapitalisierung eines Unternehmens. Goldkonzerne, bei denen große Anteile in festen Händen liegen oder staatlich kontrolliert sind, könnten dadurch an Gewicht verlieren. Im Gegenzug profitieren Gesellschaften mit hohem Streubesitz. In der Praxis dürften die Auswirkungen allerdings gering bleiben. Acht der zehn größten GDX-Werte haben einen Free-Float-Anteil von über 99 Prozent. Lediglich AngloGold Ashanti und Zijin Mining Group liegen mit 83,4 beziehungsweise 74,1 Prozent deutlich darunter, was zu leichten Anpassungen in der Gewichtung führen könnte.

Insgesamt ändert sich für Anleger somit kaum etwas. Die Liquidität und das hohe Handelsvolumen des ETFs sollte unverändert stark bleiben. Gleiches gilt für die Rolle des GDX als erste Wahl für breitgestreute ETF-Investments im Segment Goldaktien.

Charttechnik signalisiert Stärke, aber auch Überhitzung

Trotz seiner grundsätzlichen Eignung als Anlage- und Trading-Vehikel stellt sich aktuell die Frage, ob der GDX derzeit ein Kauf ist. Ein Blick auf den Chart zeigt: In allen Zeitebenen sind die Aufwärtstrends intakt, und der Kurs notiert klar über den gängigen gleitenden Durchschnittslinien von 21, 50 und 150 Tagen. Gleichzeitig deuten Indikatoren wie der RSI auf eine überkaufte Marktsituation hin, was eine mögliche Überhitzung signalisiert.

Das muss zwar nicht zwangsläufig in eine Korrektur münden, doch das Chance-Risiko-Profil ist unter dieser Konstellation weniger attraktiv. Deshalb sollten bei eventuellen technisch motivierten und kurzfristigen neuen Long-Positionen die Positionsgröße und das Risikomanagement entsprechend angepasst werden. Längerfristig orientierte Investoren hingegen könnten dagegen auf eine Korrektur warten und dann bei klaren charttechnischen Signalen einsteigen. Ein Rücksetzer in Richtung der 21-Tage-Linie wäre beispielsweise ein möglicher Einstiegszeitpunkt.

Goldaktien-ETFs wie der GDX bleiben ein spannendes Investmentthema

Der GDX bleibt trotz des anstehenden Indexwechsels das Schwergewicht im Segment der Goldaktien-ETFs und dürfte seine Rolle als wichtigste Anlaufstelle für Anleger im Sektor behaupten. Wer langfristig auf die Entwicklung von Gold und Goldminen setzt, findet hier ein liquides und breit gestreutes Instrument. Kurzfristig mahnt die charttechnische Lage zwar zu Vorsicht, mittelfristig jedoch könnten Rücksetzer attraktive Einstiegschancen eröffnen. Damit bleibt der GDX ein starkes Vehikel, um von einem anhaltenden Goldboom zu profitieren – vorausgesetzt, Anleger verfolgen eine klare Strategie und achten konsequent auf ihr Risikomanagement.

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