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Rohstoffe > Preisrekord

Silber lässt Gold hinter sich

| Redaktion Börse am Sonntag

Silberbarren.
Silber steht auf Rekordhoch. (Foto: Shutterstock)

Silber zeigt sich 2025 in Bestform. Getrieben von geopolitischen Unsicherheiten, Inflationserwartungen und industrieller Nachfrage setzt das Edelmetall seine Rally unbeirrt fort.

Seit Jahresbeginn hat der Silberpreis in US-Dollar rund 70 Prozent zugelegt – fast 20 Prozentpunkte mehr als das ebenfalls starke Gold. Damit ist Silber der klare Gewinner unter den Edelmetallen. Experten sehen die Gründe für die Rally in mehreren Faktoren: Einerseits gelten Edelmetalle in Zeiten politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Instabilität als sicherer Hafen. Andererseits wächst die Skepsis gegenüber der Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve und der Verschuldungspolitik der amerikanischen Regierung. Der anhaltende Haushaltsstreit in Washington hat diese Sorgen zuletzt noch verstärkt.

Darüber hinaus spielt der sogenannte „Debasement Trade“ eine wichtige Rolle – also die Flucht aus klassischen Währungen in Sachwerte, um sich vor einer möglichen Geldentwertung zu schützen. Neben Edelmetallen profitieren hiervon auch Kryptowährungen wie Bitcoin, die ebenfalls als Wertspeicher gelten.

Für Anleger im Euroraum fällt die Rally allerdings etwas gedämpfter aus: Da der US-Dollar seit Jahresbeginn rund zehn Prozent gegenüber dem Euro verloren hat, steigen die Edelmetallpreise in Euro zwar deutlich, aber nicht in gleichem Maße wie in Dollar.

Industriemetall mit Zukunft

Anders als Gold hat Silber nicht nur einen Ruf als Krisenwährung, sondern auch eine starke industrielle Komponente. Das Metall wird in zahlreichen Zukunftsbranchen benötigt – etwa in Solarmodulen, Elektroautos und der Halbleiterproduktion. Der wachsende Bedarf in der Energiewende sorgt langfristig für strukturelle Nachfrage, die den Preis zusätzlich stützt.

Privatanleger haben verschiedene Möglichkeiten, am Silberboom teilzuhaben. Physisches Silber – etwa in Form von Münzen oder Barren – ist die klassischste Variante, allerdings fallen beim Kauf und Verkauf häufig Aufgelder und Lagerkosten an. Eine Alternative bieten börsengehandelte Produkte (ETCs), die den Silberpreis nachbilden und einfacher handelbar sind. Wer auf kurzfristige Kursbewegungen spekulieren möchte, kann auch auf Futures oder Optionsscheine setzen – diese sind jedoch mit höheren Risiken verbunden.

Zudem investieren immer mehr Anleger über Minenaktien oder Silber-ETFs, die in Unternehmen engagiert sind, die das Metall fördern oder verarbeiten. Solche Anlagen schwanken meist stärker als der reine Silberpreis, bieten dafür aber ein Hebelpotenzial bei weiter steigender Nachfrage.

Silber zeigt sich 2025 in Bestform. Getrieben von geopolitischen Unsicherheiten, Inflationserwartungen und industrieller Nachfrage setzt das Edelmetall seine Rally unbeirrt fort. Sollte der Aufwärtstrend anhalten, könnte Silber nicht nur als sicherer Hafen, sondern auch als Wachstumsmetall der Energiewende in Erinnerung bleiben.

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