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Schott Pharma überrascht mit Prognose – Talsohle durchschritten?

| Redaktion Börse am Sonntag

Spezielle Glas-Behältnisse für die Pharma-Industrie.
Bei Schott Pharma laufen die Geschäfte wieder besser, die Aktie befindet sich im Comeback-Modus. (Foto: Shutterstock)

Starke Quartalszahlen, eine angehobene Jahresprognose und positives Analystenfeedback sorgen bei Schott Pharma für Rückenwind.

Die Aktie legte deutlich zu und gehört aktuell zu den stärksten Werten im SDAX. Nach einer längeren Schwächephase wächst die Hoffnung, dass der Pharmazulieferer wieder auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zurückkehrt.

Der Pharmazulieferer Schott Pharma hat den Kapitalmarkt positiv überrascht. Nach besser als erwarteten Geschäften im dritten Quartal hob das Mainzer Unternehmen seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr an und sorgte damit für neue Fantasie bei Anlegern. Die Aktie reagierte mit einem kräftigen Kurssprung und setzte ihre Erholung der vergangenen Tage fort. Zusätzlichen Rückenwind lieferten mehrere Analystenhäuser, die ihre Kursziele nach oben anpassten.

Das Unternehmen rechnet nun für das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent. Bislang hatte Schott Pharma lediglich zwei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Auch bei der operativen Marge zeigt sich das Management optimistischer und erwartet nun einen Wert zwischen 27 und 28 Prozent. Beide Kennzahlen liegen über den bisherigen Markterwartungen.

Möglich wurde die Prognoseanhebung nicht nur durch ein starkes operatives Geschäft, sondern auch durch eine Einigung mit einem wichtigen Kunden im Bereich Glasspritzen. Diese Vereinbarung umfasst sowohl zusätzliche Umsätze als auch Ausgleichszahlungen, die sich positiv auf die kommenden Quartale auswirken sollen.

Spezialist für die Verpackung moderner Medikamente

Schott Pharma gehört zu den weltweit führenden Anbietern von pharmazeutischen Verpackungs- und Verabreichungssystemen. Das Unternehmen produziert unter anderem Glas- und Polymer-Spritzen, Karpulen, Fläschchen sowie weitere Spezialverpackungen für injizierbare Medikamente. Zu den Kunden zählen zahlreiche internationale Pharma- und Biotechnologieunternehmen, die auf hochwertige Primärverpackungen für Impfstoffe, Biologika oder Medikamente gegen Diabetes und Krebs angewiesen sind.

Besonders stark wächst weltweit die Nachfrage nach vorfüllbaren Spritzen und hochwertigen Verpackungslösungen für moderne Biopharmazeutika. Genau in diesem Bereich sieht Schott Pharma langfristig erhebliches Potenzial.

Analysten werden optimistischer

Auch an der Börse kommt die neue Dynamik gut an. Nachdem bereits zu Wochenbeginn die Deutsche Bank ihre Einstufung auf "Buy" angehoben und das Kursziel von 16 auf 22 Euro erhöht hatte, folgten nach der Prognoseerhöhung weitere positive Analystenkommentare. So hob auch RBC seine Einschätzung an und sieht die Aktie nun ebenfalls mit einem Kursziel von 21 Euro auf "Outperform".

Die Experten gehen davon aus, dass Schott Pharma die schwächere Wachstumsphase hinter sich gelassen hat und sich Umsatz- sowie Margenentwicklung in den kommenden Quartalen weiter verbessern dürften. Insbesondere das zweite Halbjahr könnte deutlich stärker ausfallen als noch vor wenigen Monaten erwartet.

Die Aktie kämpft sich zurück

Für Aktionäre kommen die guten Nachrichten zur rechten Zeit. Seit dem Börsengang im Herbst 2023 verlief die Entwicklung der Aktie wechselhaft. Nach einem verhaltenen Start geriet das Papier im vergangenen Jahr unter Druck, weil Investoren eine nachlassende Dynamik im Geschäft mit Injektionssystemen befürchteten. Erst in den vergangenen Wochen setzte eine deutliche Erholung ein. Mit der angehobenen Prognose nähert sich die Aktie nun wieder der Marke von 20 Euro – einem charttechnisch wichtigen Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte aus Sicht vieler Marktbeobachter weiteres Kurspotenzial eröffnen.

Lohnt sich jetzt der Einstieg?

Die Perspektiven für Schott Pharma haben sich zuletzt spürbar verbessert. Der Markt für hochwertige pharmazeutische Verpackungen wächst strukturell, angetrieben durch den Boom bei Biotech-Medikamenten und modernen Injektionspräparaten. Gleichzeitig scheint das Unternehmen operative Probleme zunehmend hinter sich zu lassen.

Auf der anderen Seite bleibt die Aktie kein Selbstläufer. Das Wachstum hängt weiterhin von der Investitionsbereitschaft der Pharmabranche sowie von einzelnen Großprojekten ab. Zudem ist die Bewertung nach der jüngsten Kursrally wieder anspruchsvoller geworden.

Fazit: Mit der erhöhten Jahresprognose hat Schott Pharma ein wichtiges Signal an den Kapitalmarkt gesendet. Sollte das Unternehmen den eingeschlagenen Wachstumskurs bestätigen und auch im Schlussquartal überzeugen, könnte die jüngste Kurserholung noch nicht das Ende gewesen sein. Nach schwierigen Quartalen mehren sich jedenfalls die Anzeichen dafür, dass der Pharmazulieferer operativ wieder Fahrt aufnimmt.

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