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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 28/2026: Broadcom, SCHOTT Pharma, SpaceX & Co.

| Thomas Behnke | Lesezeit: 6 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 28/2026: Während ein Milliardenvertrag mit Apple die Broadcom-Aktie stützt und SCHOTT Pharma nach erhöhten Prognosen weiter zulegt, kämpfen die Raumfahrtwerte SpaceX und Rocket Lab mit kritischen Chartmarken.

Ein Milliardenvertrag mit Apple stärkt Broadcom, SCHOTT Pharma hebt die Prognosen an, während SpaceX und Rocket Lab an kritischen Chartmarken kämpfen: die Tops und Flops der Börsenwoche 28/2026.

Apples Milliardenauftrag beflügelt Broadcom, während die Raumfahrtwerte die Schwerkraft spüren

Bei den Tops und Flops der Börsenwoche 28/2026 liefert ein Milliardenvertrag mit Apple den auffälligsten Kurstreiber auf der Gewinnerseite, während ein deutscher Pharmazulieferer seine Erholungsrallye mit erhöhten Prognosen untermauert. Auf der Verliererseite gerät ausgerechnet die Raumfahrt ins Trudeln: Gleich zwei prominente Werte des Sektors kämpfen mit Marken, deren Bruch die Korrektur deutlich beschleunigen könnte.

+++ Tops der Börsenwoche 28/2026 +++

Broadcom zeigt relative Stärke nach Apple-Milliardenvertrag

Bei den US-Schwergewichten fiel in der vergangenen Woche insbesondere die relative Stärke von Broadcom (ISIN: US11135F1012, Symbol: AVGO) auf. Der Halbleiterhersteller und Softwareanbieter hatte mit Apple (ISIN: US0378331005) einen mehrjährigen Vertrag über die Entwicklung und Lieferung maßgeschneiderter Halbleiterkomponenten und Technologien für die drahtlose Konnektivität abgeschlossen. Diese sollen in mehreren Generationen von Apple-Produkten zum Einsatz kommen. Damit weiteten beide Unternehmen ihre bestehende langjährige technologische Zusammenarbeit aus. Laut Apple soll der neue Mehrjahresvertrag ein Volumen von mehr als 30 Mrd. US-Dollar haben.

Broadcom ist bereits seit vielen Jahren ein wichtiger Zulieferer für Apple und liefert unter anderem Netzwerkkomponenten wie maßgeschneiderte HF-Chips, 5G-Komponenten sowie WLAN- und Bluetooth-Chips, die in iPhones und anderen Apple-Geräten zum Einsatz kommen. Nach Schätzungen von Analysten macht Apple etwa 20 Prozent des Jahresumsatzes von Broadcom aus.

Charttechnisch betrachtet hat sich die AVGO-Aktie mit dem jüngsten Anstieg von der zuletzt getesteten 200-Tage-Linie abgesetzt. Eine nächste kurzfristige Hürde stellt das Zwischenhoch von Juni bei 414,64 US-Dollar dar. Gelingt ein Ausbruch darüber, könnte als Nächstes das Allzeithoch von Anfang Juni bei 495 US-Dollar ein mögliches Ziel darstellen.

Hewlett Packard Enterprise zeigt Stärke und signalisiert mögliches Korrekturende

Im S&P 500 fiel in der vergangenen Woche die Stärke des Technologiekonzerns Hewlett Packard Enterprise (ISIN: US42824C1099, Symbol: HPE) auf. Neuigkeiten vom Unternehmen gab es keine. Ein Blick auf den Chart zeigt jedoch Anzeichen dafür, dass die HPE-Aktie ihre Korrektur seit dem Allzeithoch von Anfang Juni dieses Jahres bei 64,25 US-Dollar beenden könnte. Diese Annahme würde sich erhärten, wenn es dem Kurs gelingt, die nun erreichte Zone von rund 49,50 bis 50,50 US-Dollar zu überwinden. Ein potenzielles erstes Kursziel wäre dann das bisherige Rekordhoch.

Hewlett Packard Enterprise hatte in den vergangenen Monaten von einem positiven Geschäftsumfeld profitiert. Der US-Konzern hat sich auf IT-Infrastruktur spezialisiert und legt dabei den Fokus auf hybride Cloud, KI, Netzwerke, Server, Storage, High Performance Computing und IT-Services. Er adressiert damit Nutzer, die ihre IT-Lösungen angesichts der zunehmenden Bedeutung von KI und Digitalisierung modernisieren müssen. Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen und damit auch den Aktienkurs weiterhin stützen.

SCHOTT Pharma setzt dynamische Erholung fort

Zu den auffälligsten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt in der vergangenen Woche gehörte die Aktie des SDAX-Wertes SCHOTT Pharma (ISIN: DE000A3ENQ51). Mit einem Plus von mehr als 14 Prozent im Vergleich zur Vorwoche setzte sie die dynamische Erholungsbewegung fort, die sich seit dem Allzeittief im März dieses Jahres bei 12,62 Euro entwickelt hat. Immerhin ist der Kurs seither um fast 60 Prozent geklettert. Aus charttechnischer Sicht überwand die Aktie mit dem jüngsten Anstieg das Zwischenhoch von Mai dieses Jahres und bestätigte damit den aktuellen kurzfristigen Aufwärtstrend. Gleichzeitig überschritt sie das Zwischenhoch von Dezember 2025 bei 19,62 Euro. Sollte sich dieser Ausbruch als nachhaltig erweisen, könnte der übergeordnete Abwärtstrend gebrochen worden sein.

Rückenwind lieferten in der vergangenen Woche die im Zuge der Veröffentlichung vorläufiger Quartalszahlen erhöhten Prognosen für das Gesamtjahr 2025/26 (bis Ende September). Das Unternehmen begründete dies mit einer guten Geschäftsentwicklung in den letzten drei Monaten sowie positiven Erwartungen für das Schlussquartal. Außerdem habe es eine Einigung mit einem wichtigen Kunden für Glasspritzen gegeben. Diese beinhalte sowohl Umsatz- als auch Ausgleichskomponenten, die sich in zukünftigen Perioden auswirken werden. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag: „Schott Pharma überrascht mit Prognose – Talsohle durchschritten?“

+++ Flops der Börsenwoche 28/2026 +++

SpaceX-Aktie testet kritische Kursmarke

Die Aktie von SpaceX (ISIN: US84615Q1031, Symbol: SPCX) hat in der vergangenen Woche erstmals unter der Marke von 150 US-Dollar geschlossen, und das gleich an zwei Handelstagen. Diese Marke ist aus charttechnischer Sicht deshalb relevant, weil sie den ersten Kurs markiert, mit dem die SPCX-Aktie ihre Notierung beim IPO am 12. Juni 2026 aufgenommen hat. Bislang konnte sie sich trotz mehrmaliger Tests darüber halten. Sollte es jedoch zu einem nachhaltigen Bruch kommen, könnte der Verkaufsdruck zunehmen und damit den Weg für eine Annäherung an den IPO-Kurs von rund 135 US-Dollar ebnen.

Keinen nennenswerten Rückenwind gab es in der vergangenen Woche von Unternehmensseite. Die KI-Sparte des Konzerns, die in der vergangenen Woche von xAI zu SpaceXAI umbenannt wurde, hatte zwar ihr neuestes „Frontier“-Modell Grok 4.5 vorgestellt. Dessen Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Programmierung, Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Mathematik. Zudem soll es im Vergleich zu Konkurrenzprodukten eine verbesserte Token-Ökonomie aufweisen. Die Börse zeigte sich davon aber zunächst nicht beeindruckt.

Redcare Pharmacy fällt in Richtung 200-Tage-Linie zurück

Im Juni hatte der SDAX-Wert Redcare Pharmacy (ISIN: NL0012044747) nach der Anhebung seiner Jahresprognose einen kräftigen Anstieg verzeichnet. In der Folge legte die Aktie mit deutlich geringerer Dynamik weiter zu und erreichte zu Beginn der vergangenen Woche mit 73,80 Euro den bisherigen Höhepunkt der Aufwärtsbewegung seit dem markanten Tief von März dieses Jahres. Dann setzte jedoch Verkaufsdruck ein, der sich im Wochenverlauf fortsetzte, wodurch Redcare Pharmacy zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt in der vergangenen Woche zählte.

Aus charttechnischer Sicht näherte sich der Kurs dabei wieder seiner 200-Tage-Linie, die Mitte Juni zurückerobert werden konnte. Damit stellt sich nun die Frage, ob der jüngste Rückgang ein üblicher Pullback an diese Durchschnittslinie ist und sich der Kurs von dort wieder nach oben absetzt und damit den Ausbruch bestätigt. Ein erneuter nachhaltiger Bruch der 200-Tage-Linie wäre dagegen wohl als Indiz dafür zu werten, dass der Verkaufsdruck weiterhin hoch ist und weitere Abgaben folgen.

Rocket Lab gerät nach kurzer Erholung erneut unter Druck

Mit einem Minus von mehr als 17 Prozent gehörte die Aktie des Raumfahrtunternehmens Rocket Lab (ISIN: US7731211089, Symbol: RKLB) in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern im NASDAQ-100. Unternehmensnachrichten als Auslöser für diese Bewegung gab es nicht.

Spannend ist die charttechnische Konstellation. Die RKLB-Aktie hatte im Mai mit 151 US-Dollar ihr bisheriges Allzeithoch markiert. Es folgte eine sehr dynamische Korrektur, wobei der Kurs am 25. Juni mit 80 US-Dollar seinen bisherigen Tiefststand erreichte. Damit hatte die Aktie um mehr als 40 Prozent nachgegeben. Solche dynamischen Rückschläge sind keine Seltenheit. In den vergangenen Monaten zeigte das Papier innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends immer wieder derart starke Rücksetzer.

Die Verluste in der vergangenen Woche folgten auf die in der Vorwoche ausgebildete Erholung. Das spricht dafür, dass sich die Bullen nur kurzzeitig des Drucks der Bären erwehren konnten. Sollte nun das Juni-Tief bei 80 US-Dollar unterschritten werden, könnte das für eine Fortsetzung der aktuellen Korrektur sprechen. Die Aktie notiert aber weiterhin über der 200-Tage-Durchschnittslinie. Diese hatte sich bei den letzten größeren Korrekturen als gute Unterstützung erwiesen. Ist das auch diesmal der Fall?

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