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Unternehmen > Mega-IPO

SpaceX vor historischem Börsengang - Trotz Milliardenverlusten

| Redaktion Börse am Sonntag

Elon Musk.
Elon Musk steht mit SpaceX vor dem größten IPO aller Zeiten.

Elon Musk will mit SpaceX an die Börse – und könnte damit den größten IPO der Geschichte auf den Weg bringen. Trotz milliardenschwerer Verluste reißen sich Investoren um Anteile des Raumfahrt- und Satellitenkonzerns.

Der mit Spannung erwartete Börsengang von SpaceX nimmt konkrete Formen an. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk hat inzwischen die Unterlagen für ein Börsendebüt eingereicht und könnte bereits in den kommenden Wochen an die Nasdaq gehen. Die angepeilte Bewertung ist gewaltig: Je nach Szenario könnte SpaceX mit bis zu 1,75 bis über 2 Billionen US-Dollar bewertet werden – ein Niveau, das den Börsengang zum größten IPO der Geschichte machen würde.

Doch der geplante Börsenstart kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Denn gleichzeitig zeigen die erstmals ausführlicher bekannt gewordenen Finanzdaten: SpaceX schreibt derzeit massive Verluste. Laut Berichten lag der Fehlbetrag 2025 bei fast fünf Milliarden Dollar.

Vom Raketenbauer zum Tech-Imperium

SpaceX wurde 2002 von Musk gegründet – ursprünglich mit dem Ziel, Raumfahrt deutlich günstiger zu machen und langfristig sogar Missionen zum Mars zu ermöglichen. Heute ist das Unternehmen weit mehr als nur ein Raketenbauer.

Zwar ist SpaceX weiterhin Weltmarktführer bei kommerziellen Raketenstarts und versorgt unter anderem die NASA mit Transportdiensten. Doch den größten Teil der Einnahmen erzielt inzwischen das Satelliteninternet-Geschäft Starlink. Das Netzwerk umfasst mittlerweile rund 10.000 Satelliten und versorgt weltweit Privatkunden, Unternehmen, Airlines und Regierungen mit Internetzugang.

Daneben baut Musk sein Firmengeflecht immer stärker zusammen. Laut IPO-Unterlagen bestehen enge Verbindungen zwischen SpaceX, dem KI-Unternehmen xAI, der Plattform X (ehemals Twitter) sowie Tesla. Allein 2025 kaufte SpaceX laut Reuters Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 650 Millionen Dollar bei Tesla – darunter Batteriesysteme und Cybertruck

Warum Investoren Schlange stehen

Trotz der hohen Verluste gilt der Börsengang als potenzieller Mega-Erfolg. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Erstens wächst der globale Markt für Raumfahrt, Satelliteninternet und KI-Infrastruktur rasant. SpaceX sieht sein langfristiges Marktpotenzial laut Börsenprospekt selbst bei rund 28,5 Billionen Dollar.

Zweitens besitzt das Unternehmen in mehreren Bereichen eine dominante Marktstellung. Wiederverwendbare Raketen haben die Raumfahrtindustrie revolutioniert und Konkurrenten wie Blue Origin massiv unter Druck gesetzt. SpaceX startet heute mehr Raketen als jede andere private Raumfahrtfirma weltweit.

Drittens spielt auch der sogenannte „Musk-Faktor“ eine enorme Rolle. Viele Anleger setzen weniger auf aktuelle Gewinne als auf die Vision des Unternehmers – ähnlich wie einst bei Tesla.

Risiken bleiben enorm

Trotz aller Euphorie ist der Börsengang keineswegs risikofrei. Kritiker weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Bewertung auf Zukunftsvisionen basiert – etwa Marsmissionen, orbitalen KI-Rechenzentren oder neuen Starship-Technologien, die bislang kaum kommerziell erprobt sind.

Hinzu kommt die komplexe Struktur des Konzerns. Musk kontrolliert zahlreiche Unternehmen gleichzeitig und will sich laut IPO-Unterlagen über spezielle Aktienklassen dauerhaft die Kontrolle sichern. Selbst nach dem Börsengang sollen Musk und ein kleiner Kreis von Insidern über Stimmrechte mit zehnfacher Gewichtung verfügen.

Auch operativ bleibt SpaceX kapitalintensiv. Der Ausbau von Starlink, die Entwicklung der riesigen Starship-Rakete und Investitionen in KI verschlingen Milliardenbeträge.

Für Investoren könnte SpaceX eine der spannendsten, aber auch spekulativsten Börsenstories der kommenden Jahre werden.

Für die Aktie spricht:

  • dominante Marktstellung bei Raumfahrt und Satelliteninternet
  • enormes Wachstumspotenzial in KI und Infrastruktur
  • starke Marke und hoher Innovationsgrad
  • enorme mediale Aufmerksamkeit und Nachfrage

Dagegen sprechen:

  • milliardenschwere Verluste
  • extrem hohe Bewertung
  • starke Abhängigkeit von Elon Musk
  • hohe regulatorische und technologische Risiken

Gerade Privatanleger dürften vom Mythos SpaceX angezogen werden. Gleichzeitig warnen Analysten davor, dass die Bewertung bereits sehr viel Zukunftserwartung eingepreist haben könnte.

Fazit

Der geplante Börsengang von SpaceX könnte ein historischer Moment für die Finanzmärkte werden. Kaum ein Unternehmen verbindet derzeit so stark Zukunftsfantasie, Technologie, KI und Raumfahrt wie Musks Konzern.

Doch hinter der gigantischen Bewertung stehen auch erhebliche Risiken. SpaceX ist kein klassischer profitabler Industriekonzern, sondern eine hochkapitalisierte Zukunftswette. Für Anleger dürfte der IPO deshalb vor allem eines werden: eine Entscheidung zwischen Vision und Bewertung.

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