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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 21/2026: D-Wave Quantum, Hensoldt und Walmart im Fokus

| Thomas Behnke | Lesezeit: 6 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 21/2026: D-Wave Quantum, Hensoldt und Arm zählen zu den Gewinnern, während HOCHTIEF, Walmart und Intuit Verluste verzeichneten.

Börsenwoche 21/2026: D-Wave Quantum, Hensoldt und Arm steigen kräftig, während HOCHTIEF, Walmart und Intuit unter Druck geraten.

Staatsbeteiligungen, KI-Rechenleistung und US-Konsumsorgen prägen die auffälligen Aktienbewegungen

Die Tops und Flops der Börsenwoche 21/2026 drehen sich um Vertrauen in künftige Erlöse. Auf der Gewinnerseite stützten staatliche Beteiligungspläne, ein technischer Ausbruch und neue CPU-Fantasie rund um KI-Anwendungen. Auf der Verliererseite belasteten Gewinnmitnahmen, schwächere Signale der US-Verbraucher und Zweifel an der KI-Festigkeit eines Softwaremodells.

+++ Tops der Börsenwoche 21/2026 +++

D-Wave Quantum führt Quantencomputer-Aktien an

Quantencomputer-Aktien wie D-Wave Quantum (ISIN: US26740W1099), Rigetti Computing (ISIN: US76655K1034) und Infleqtion (ISIN: US45676K1034) sorgten in der vergangenen Woche mit besonders kräftigen Zuwächsen für großes Aufsehen. Nach einer längeren Pause standen sie damit wieder stärker im Rampenlicht. Auslöser war ein Bericht des Wall Street Journals, der später bestätigt wurde: Die US-Regierung plant demnach, neun Unternehmen aus dem Quantencomputing-Sektor Fördermittel in Höhe von insgesamt 2 Mrd. USD zu gewähren, finanziert aus dem CHIPS and Science Act von 2022. So sollen beispielsweise große etablierte Konzerne wie IBM rund 1 Mrd. US-Dollar und GlobalFoundries etwa 375 Mio. US-Dollar erhalten. Aber auch kleinere Unternehmen aus dem Sektor sollen Gelder von je rund 100 Mio. US-Dollar erhalten.

Bemerkenswert ist dabei weniger der Umfang der zur Verfügung gestellten Gelder. Vielmehr will der Staat im Gegenzug Minderheitsbeteiligungen an den geförderten Unternehmen erwerben. Entsprechende Absichtserklärungen wurden unterzeichnet. Das weckt offensichtlich die Fantasie, dass weitere Gelder in die Branche fließen könnten, und erklärt damit wohl die kräftigen Zuwächse in der vergangenen Woche, gerade bei den nur auf Quantencomputer spezialisierten Unternehmen.

Das größte Plus verzeichnete dabei D-Wave Quantum, aktuell der nach Marktkapitalisierung größte Branchenvertreter. Das Unternehmen erklärte, die Finanzierung werde die Bereitstellung fortschrittlicher supraleitender Quantencomputer beschleunigen, darunter ein 100.000-Qubit-Annealing-System und einen 10.000-Qubit-Gate-Modell-Quantencomputer.

D-Wave Quantum

Hensoldt-Aktie bricht aus

Die Rüstungswerte zählten in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Insbesondere das Plus des MDAX-Wertes Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005) sticht dabei heraus. Neuigkeiten vom Unternehmen, das vor allem elektronische Technologien entwickelt, gab es nicht. Am Freitag findet jedoch die Hauptversammlung des Spezialisten für Sensorlösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen, darunter Radar-, Wärmebild- und Avioniksysteme, statt.

Aus charttechnischer Sicht interessant ist, dass die Hensoldt-Aktie mit dem jüngsten Kursanstieg über die Zone von rund 82 bis 85 Euro geklettert ist, in der mehrere Zwischenhochs seit Februar liegen. Begleitet wurde dieser Ausbruch von einem soliden Handelsvolumen, was für ein nachhaltiges Wiedererstarken der Bullen sprechen könnte. Ein nächstes charttechnisches Hindernis liegt nun bei 96,70 Euro und resultiert aus dem Zwischenhoch von Januar dieses Jahres.

Hensoldt

Arm Holdings mit größtem Kurssprung im NASDAQ-100

Die Aktie des Chipdesigners (ISIN: US0420682058) war in der vergangenen Woche mit einem Plus von mehr als 40 Prozent der mit Abstand stärkste Wert im NASDAQ-100 und erreichte neue Kursrekorde. Am vergangenen Wochenende hatte es dabei zunächst die Meldung gegeben, dass sich das Unternehmen einer kartellrechtlichen Untersuchung in den USA gegenübersieht. Dabei wird geprüft, ob es seine marktbeherrschende Stellung im Bereich der Halbleiterlizenzen nutzt, um Konkurrenten zu benachteiligen, während es in die Entwicklung eigener Chips expandiert. Folgen für den Kurs waren jedoch nicht ersichtlich.

Hintergrund für die starke Performance in der vergangenen Woche könnten dagegen die vorgelegten Zahlen von NVIDIA sein. Der Halbleiterhersteller rechnet in diesem Jahr bei seinen neuen Vera-CPUs mit einem Umsatz von 20 Mrd. US-Dollar. Diese starke Nachfrage könnte sich daher auch in einer hohen Nachfrage nach den Arm General Infrastructure (AGI)-CPUs von Arm niederschlagen, weil agentische KI die CPU-Nachfrage allgemein ankurbelt.

Arm entwickelt und lizenziert Halbleiter-IP, vor allem CPU-Architekturen, GPU-, System- und Physical-IP sowie zugehörige Software, Tools und Services. Das Geschäftsmodell basiert auf Lizenzverträgen und laufenden Royalties pro verkauftem Chip. Die Plattform ist in Smartphones, Rechenzentren, Automotive, IoT und Embedded-Systemen verankert.

Arm Holdings

+++ Flops der Börsenwoche 21/2026 +++

HOCHTIEF mit fortgesetzter Korrektur

Zu den größten Verlierern der vergangenen Woche am deutschen Aktienmarkt gehörte HOCHTIEF (ISIN: DE0006070006). Neuigkeiten vom Baukonzern, der in Nordamerika, Australien und Europa aktiv ist, gab es nicht. Deshalb dürften anhaltende Gewinnmitnahmen als belastender Faktor wahrscheinlich sein. Am 11. Mai hatte das Unternehmen Ergebnisse vorgelegt und am Berichtstag mit 554 Euro im Handelsverlauf sein bisheriges Allzeithoch bestätigt. Anschließend bildete sich jedoch eine Korrektur, die sich nun fortgesetzt hat. Dabei ist der Kurs unter die 21-Tage-Durchschnittslinie gefallen, die sich in den vergangenen Monaten immer wieder als Unterstützung erwiesen hatte beziehungsweise stets relativ schnell wieder zurückerobert werden konnte. Gelingt das auch diesmal? Trotz der aktuellen Korrektur und des damit kurzfristig eingetrübten Chartbilds ist der übergeordnete Aufwärtstrend nach wie vor intakt. Die aktuelle Schwäche könnte daher bei entsprechenden technischen Signalen als Kaufgelegenheit im Rahmen trendfolgender Handelsansätze angesehen werden.

HOCHTIEF

Walmart-Aktie unter Druck: Sorge um US-Verbraucher

Am Dienstag hatte die Aktie des US-Einzelhändlers Walmart (ISIN: US9311421039, Symbol: WMT) noch ein neues Allzeithoch bei 135,16 US-Dollar markiert. Am Ende gehörte der S&P-500-Wert zu den größten Verlierern unter den US-Schwergewichten in der vergangenen Woche. Grund ist die negative Reaktion auf die am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen. Der Konzern hatte zwar die durchschnittlichen Markterwartungen für Umsatz und Gewinn leicht übertroffen. Allerdings scheinen die Aussichten für die weitere Geschäftsentwicklung getrübt. Wie das Management in der Telefonkonferenz durchblicken ließ, gibt es Anzeichen dafür, dass die US-Verbraucher zunehmend unter Druck geraten. Hintergrund sind Inflation und höhere Kreditkosten, was die Haushaltsbudgets weiterhin belastet.

Bislang hatten Anleger lange Zeit darauf gesetzt, dass Verbraucher auf der Suche nach günstigeren Preisen auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin für regen Kundenandrang in den Geschäften des Einzelhandelsriesen sorgen. Das spiegelt sich auch in der positiven Kursentwicklung der WMT-Aktie wider. Die Frage ist nun, ob diese Annahme nachhaltigen Schaden nimmt.

Mit dem jüngsten Kursrückgang hat sich das charttechnische Bild eingetrübt. So wurde der Aufwärtstrend seit dem Korrekturtief im März gebrochen, und der Kurs fiel unter seine 100-Tage-Durchschnittslinie. Immerhin kann der übergeordnete Aufwärtstrend noch als intakt angesehen werden. Allerdings würde ein nachhaltiges Unterschreiten des Zwischentiefs von März bei 118,02 US-Dollar auch diesen infrage stellen.

Walmart

Intuit-Aktie fällt erneut durch

Anleger, die darauf gesetzt haben, dass die Aktie des US-amerikanischen Softwareunternehmens (ISIN: US4612021034) endlich einen Boden findet, dürften angesichts der Entwicklung in der vergangenen Woche enttäuscht sein. Intuit gehörte zu den größten Verlierern aus S&P 500 und NASDAQ-100. Der Kurs fiel unter das bisherige Tief der übergeordneten Abwärtsbewegung, die sich seit dem Allzeithoch im Juli 2025 bei 813,70 US-Dollar entwickelt hat, und bestätigte damit den vorherrschenden Trend. Inzwischen ist ein Rückgang von mehr als 60 Prozent zu verzeichnen.

Mit den jüngsten Abgaben reagierte die Aktie negativ auf die vorgelegten Quartalszahlen. Das Unternehmen für Steuererklärungs-, Kreditüberwachungs- und Marketing-Software hatte zwar besser als erwartete Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Muttergesellschaft von Credit Karma, TurboTax und Mailchimp bestätigte zudem, dass sie ihre Belegschaft um 17 Prozent reduzieren wird, um ihre Organisationsstruktur zu vereinfachen sowie schneller, schlanker und fokussierter zu werden. Darüber hinaus genehmigte der Vorstand im dritten Quartal eine neue Rückkaufgenehmigung für Aktien im Wert von 8 Mrd. US-Dollar. Doch das alles reicht offenbar nicht aus, um die Unsicherheit und Befürchtungen im Zusammenhang mit den potenziellen KI-Disruptionsrisiken auszuräumen, obwohl das Unternehmen selbst verstärkt auf künstliche Intelligenz setzt, um seine Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Angesichts der nun zunehmend attraktiv wirkenden Bewertung könnte man sich die Aktie jedoch genauer anschauen und auf ihre Eignung als Investment prüfen.

Intuit

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