Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 05/2026: Meta und Aurubis sehr stark, SAP erneut unter Druck

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 05/2026: Meta und Aurubis überzeugen mit starken Quartalszahlen, während SAP nach schwachem Cloud-Ausblick erneut unter Druck gerät.

Tops & Flops KW 05/2026: Meta und Aurubis profitieren von starken Zahlen und neuem Momentum. SAP gerät nach schwachem Cloud-Ausblick erneut unter Druck. Die wichtigsten Gewinner und Verlierer der Börsenwoche im Überblick.

Tops und Flops der Woche: Quartalszahlen befeuern Gewinner, Ausblicke belasten Verlierer

Die zurückliegende Börsenwoche war von starken Gegensätzen geprägt. Während einige Aktien von überzeugenden Quartalszahlen, positiven Ausblicken und strukturellem Rückenwind profitierten und ihre Aufwärtstrends teils dynamisch fortsetzten, gerieten andere Titel deutlich unter Druck. Enttäuschende Perspektiven, branchenspezifische Belastungsfaktoren und bestätigte Abwärtstrends sorgten hier für spürbare Kursverluste. Fundamentale Impulse und charttechnische Signale gingen dabei Hand in Hand und bestimmten das Marktgeschehen. Welche Aktien sich in der vergangenen Woche als klare Gewinner behaupten konnten und welche Werte zu den Verlierern zählten, zeigt der Überblick über die Tops und Flops der Börsenwoche 05/2026.

+++ Tops der Börsenwoche 05/2026 +++

Meta-Aktie startet nach Zahlen weiter durch

Von den US-Börsenschwergewichten haben in der vergangenen Woche mehrere Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt und damit Katalysatoren für größere Kursausschläge geliefert. Dazu gehörte auch die Aktie von Meta Platforms (ISIN: US30303M1027), die zu den größten Wochengewinnern unter den Mega-Caps zählte. Nachdem das Papier bereits zum Ende der Vorwoche eine Erholungsbewegung gestartet hatte, setzte sich diese Entwicklung nun fort. Zunächst verlief der Anstieg noch verhalten, ehe es am Donnerstag zu einem kräftigen Aufwärtsimpuls kam. Der Kurs zeigte damit eine sehr positive Reaktion auf die am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Ergebnisse für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2026. Der Social-Media-Konzern übertraf die durchschnittlichen Analystenerwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis je Aktie.

Gleichzeitig kündigte Meta für 2026 weiter steigende Investitionen in einem Volumen von 115 bis 135 Mrd. US-Dollar an, insbesondere für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Mit dieser Summe unterstrich das Unternehmen seine Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz deutlich. Der Fokus liegt dabei auf dem physischen Unterbau mit Rechenzentren, Servern, Netzen und KI-Chips, die für die Meta Superintelligence Labs sowie das Kerngeschäft erforderlich sind. Offenbar kam diese strategische Ausrichtung auch bei den Investoren gut an, wie die positive Kursreaktion der Meta-Aktie zeigt. Ein derart umfangreiches Investitionsprogramm könnte grundsätzlich auch kritisch betrachtet werden, da Unsicherheit darüber besteht, ob sich diese hohen Ausgaben langfristig rechnen. Allerdings sollen die Investitionen durch ein starkes Werbegeschäft und entsprechende Cashflows getragen werden. Im vergangenen Jahr hatte Meta Platforms bereits 72,22 Mrd. US-Dollar für vergleichbare Investitionen aufgewendet.

Aus charttechnischer Sicht ist interessant, dass die Meta-Aktie mit dem in der Vorwoche gestarteten Aufwärtsimpuls ein tieferes Hoch ausgebildet hat, das Zwischenhoch von Dezember überschritten wurde und zugleich das Gap von Ende Oktober geschlossen werden konnte. Damals hatte es eine negative Kursreaktion auf die Vorlage von Quartalszahlen gegeben. Als nächstes Hindernis rückt nun das Zwischenhoch von Ende Oktober bei 759,16 US-Dollar in greifbare Nähe. Sollte das aktuelle Aufwärtsmomentum anhalten und diese Marke überschritten werden, würde das bisherige Allzeithoch von August 2025 bei 796,25 US-Dollar in den Fokus rücken.

Meta Platforms

Aurubis profitiert von starkem Kupferpreis und markiert neue Rekordstände

Der MDAX-Wert gehört zu den Titeln am deutschen Aktienmarkt, die in der vergangenen Woche neue Rekordstände erreichten. Aurubis (ISIN: DE0006766504) zeigt bereits seit einiger Zeit einen dynamischen Aufwärtstrend und wird dabei maßgeblich vom Anstieg des Kupferpreises getrieben. Dieser hatte zuletzt ebenfalls neue Rekorde erreicht. Das Unternehmen verarbeitet komplexe Metallkonzentrate, Altmetalle, organische und anorganische metallhaltige Recyclingstoffe sowie industrielle Rückstände zu Metallen. Der Kernfokus liegt auf Kupfer, und Aurubis gehört zu den größten Kupferrecyclern der Welt. Produziert werden Kupferkathoden sowie vielfältige Produkte aus Kupfer oder Kupferlegierungen wie Gießwalzdraht, Stranggussformate, Profile oder Flachwalzprodukte. Darüber hinaus erzeugt Aurubis zahlreiche weitere Metalle wie Edelmetalle, Selen, Blei, Nickel, Zinn oder Zink.

In der kommenden Woche, am 5. Februar, wird Aurubis Quartalszahlen vorlegen. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen bereits erste Eckdaten präsentiert und in diesem Zusammenhang aufgrund des verbesserten Marktausblicks seine Gesamtjahresprognose 2025/26 angehoben.

Aurubis

Seagate, Western Digital und SanDisk weiterhin mit starkem Aufwärtsmomentum

Angeführt von Seagate Technology (ISIN: IE00BKVD2N49) zählten die Speicherspezialisten aus dem S&P 500, zu denen auch Western Digital (ISIN: US9581021055) und SanDisk (ISIN: US80004C2008) gehören, in der vergangenen Woche zu den Top-Performern des US-Leitindex. Sie setzten ihren Aufwärtstrend mit neuen Rekorden fort. Alle drei Unternehmen hatten Geschäftszahlen vorgelegt. Den Anfang hatte Seagate am Dienstag nach Börsenschluss gemacht und dabei die Erwartungen übertroffen, was eine entsprechend positive Marktreaktion nach sich zog. Davon dürften auch die Konkurrenten profitiert haben, die erst am Donnerstag nach Börsenschluss ihre Zahlen vorlegten. Während Western Digital nachbörslich etwas nachgab, kam es bei SanDisk erneut zu einer deutlichen Kursexplosion.

Die drei Unternehmen profitieren weiterhin von einem günstigen Marktumfeld, das vom steigenden Datenvolumen durch Anwendungen wie Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Edge-Computing getrieben wird. Dies führt zu einer wachsenden Nachfrage nach Speicherlösungen mit hoher Kapazität und entsprechend hohen Markterwartungen, was wiederum Kursfantasie schürt.

Seagate Technology

+++ Flops der Börsenwoche 05/2026 +++

SAP bestätigt Abwärtstrend – Sorge vor nachlassender Cloud-Dynamik

Die Aktie von Deutschlands größtem Softwarekonzern SAP (ISIN: DE0007164600) entwickelte sich in der vergangenen Woche zum mit Abstand schwächsten Wert im DAX. Im Vergleich zur Vorwoche summierte sich der Verlust auf mehr als 16 Prozent. Infolgedessen rutschte die SAP-Aktie im Marktkapitalisierung-Ranking auf den zweiten Rang hinter Siemens (ISIN: DE0007236101) ab und ist damit nicht mehr das größte Papier gemessen am Börsenwert. Auslöser für das jüngste Kursdebakel sind anhaltende Sorgen über eine nachlassende Cloud-Dynamik, die offenbar durch die vorgelegten Geschäftszahlen für 2025 neu entfacht wurden. Zwar hatte der Konzern teils besser als erwartete Ergebnisse präsentiert und zugleich für 2026 ein Cloud-Umsatzwachstum von 23 bis 25 Prozent in Aussicht gestellt. Allerdings wird bei den Cloud-Verträgen (Current Cloud Backlog), deren Umsatz in den nächsten 12 Monaten realisiert werden soll, eine leicht geringere Dynamik erwartet.

Der Markt interpretiert dies offenbar als Hinweis auf ein mögliches Peak-Wachstum. Entsprechend dürfte sich der Abwertungsdruck fortsetzen, der bereits seit einigen Monaten zu beobachten ist und zugleich die grundsätzliche Schwäche im gesamten Software-Sektor unterstreicht. Das Sentiment für die SAP-Aktie wird dabei, ebenso wie bei vielen US-Branchenvertretern, zusätzlich durch die KI-Sorgen belastet. Dieses Thema wurde auch im Beitrag „Microsoft und andere Softwareriesen: Wer hat Angst vor der KI?“ aufgegriffen.

Aus charttechnischer Sicht ist festzuhalten, dass die SAP-Aktie mit den jüngsten Kursverlusten ihren übergeordneten Abwärtstrend bestätigt hat. Indikatoren wie RSI und Stochastik signalisieren zwar inzwischen eine Übertreibung auf der Unterseite, sodass zwischenzeitliche Erholungsimpulse möglich erscheinen. Dabei dürfte es sich jedoch lediglich um temporäre Gegenbewegungen handeln. Für einen nachhaltigen Trendwechsel wäre ein Katalysator erforderlich, für den derzeit keine Anzeichen erkennbar sind.

SAP

Strategy-Aktie bestätigt Abwärtstrend mit neuem Verlaufstief

Der Bitcoin (BTC) hatte am 14. Januar dieses Jahres das Zwischenhoch der Erholung seit dem markanten Tief von November 2025 markiert. Seither befindet sich die Kryptowährung wieder im Rückwärtsgang. Hintergründe werden im Beitrag „Politische Risiken belasten den Bitcoin-Kurs. Wie geht es jetzt weiter?“ beleuchtet. Das Abwärtsmomentum hat sich zuletzt erneut beschleunigt, wobei das Novembertief beinahe wieder erreicht wurde. Von dieser BTC-Schwäche blieb naturgemäß auch das Bitcoin-Vehikel Strategy (ISIN: US5949724083, Symbol: MSTR) nicht verschont. Die Aktie, die als gehebelter Bitcoin-Proxy fungiert, verzeichnete deutliche Abgaben und zählte zu den größten Verlierern im NASDAQ-100. Dabei rutschte sie unter ihr Zwischentief von Anfang Januar dieses Jahres bei 149,75 US-Dollar und bestätigte damit den übergeordneten Abwärtstrend.

Zu Wochenbeginn meldete Strategy die Ausgabe von rund 1,6 Mio. Aktien für etwa 257 Mio. US-Dollar sowie den Kauf von 2.932 BTC für rund 264 Mio. US-Dollar. Damit setzte das Unternehmen seine Strategie fort, Bitcoin über die Aufnahme neuen Kapitals zu akkumulieren. Im aktuellen Umfeld eines deutlich angeschlagenen Bitcoin-Sentiments rücken dadurch jedoch offenbar auch Sorgen vor Verwässerungen sowie im Zusammenhang mit der sogenannten mNAV-Problematik in den Fokus. Der mNAV liegt aktuell weiterhin unter 1. Das bedeutet, dass der Markt das Unternehmen unter dem Wert seiner Bitcoin-Bestände bewertet. Damit richtet sich der Blick auf das Risiko, dass bei anhaltender Schwäche möglicherweise Bitcoin verkauft werden müssten, um finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen, auch wenn Strategy derzeit weiterhin über ein gutes finanzielles Polster verfügt.

In der kommenden Woche, am 5. Februar 2026, wird das Unternehmen Quartalszahlen vorlegen.

Strategy

UnitedHealth Group unter Druck nach schwachem Ausblick und Branchenbelastungen

Die Aktie des S&P-500-Wertes UnitedHealth Group (ISIN: US91324P1021, Symbol: UNH) hatte für ihre Aktionäre wieder einmal schlechte Nachrichten im Gepäck. Nach Vorlage der enttäuschenden Geschäftszahlen für 2025 zu Wochenbeginn zeigte sich das Unternehmen auch mit Blick auf 2026 zurückhaltend und enttäuschte damit beim Ausblick deutlich.

Darüber hinaus wurde die gesamte Branche von den neuen Erstattungssätzen der US-Behörde CMS (Centers for Medicare & Medicaid Services) belastet. Diese legte für 2027 eine Erhöhung der Medicare-Advantage-Erstattung von nur 0,09 Prozent fest und lag damit deutlich unter den erwarteten 4 bis 6 Prozent. Für Versicherer wie UnitedHealth bedeutet das einen geringeren Spielraum, Kostensteigerungen weiterzugeben, was Margen, Gewinnwachstum und Bewertung spürbar belastet. Dieser Faktor führte auch bei anderen Branchenvertretern zu deutlichen Kursverlusten, insbesondere bei Humana (ISIN: US4448591028) und CVS Health (ISIN: US1266501006), die in besonderem Maße von den geringen Erhöhungen betroffen sind.

Aus charttechnischer Sicht ist die UNH-Aktie mit dem jüngsten Kursabsturz wieder unter ihre 200-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für den langfristigen Trend gilt, gerutscht.

UnitedHealth Group

Nichts verpassen: Der kostenlose Newsletter der BÖRSE am Sonntag liefert Ihnen wöchentlich Marktanalysen, Unternehmensnews und Anlagestrategien direkt ins Postfach.
Jetzt kostenlos abonnieren!

Ähnliche Artikel